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ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/003

Volks­wir­te: Im De­zem­ber Ar­beits­lo­sig­keit um rund 90 000 ge­stie­gen

Noch zeigt sich der Win­ter von sei­ner mil­den Sei­te: Trotz­dem sind nach Ex­per­ten­pro­gno­sen die Ar­beits­lo­sen­zah­len im De­zem­ber be­reits kräf­tig ge­stie­gen - für Fach­leu­te ein Hin­weis, dass es auf dem deut­schen Ar­beits­markt nicht mehr rich­tig rund läuft
Mann in Geldbörse Wie se­hen die Ar­beits­markt­pro­gno­sen aus?

02.01.2014. (dpa) - Trotz des ver­gleichs­wei­se mil­den Win­ters rech­nen Volks­wir­te deut­scher Groß­ban­ken mit ei­nem ähn­lich star­ken An­stieg der De­zem­ber-Ar­beits­lo­sig­keit wie in den zu­rück­lie­gen­den Jah­ren.

Zum Jah­res­ab­schluss 2013 sei­en rund 2,896 Mil­lio­nen Män­ner und Frau­en ar­beits­los ge­we­sen, be­rich­te­ten sie in ei­ner Um­fra­ge der Nach­rich­ten­agen­tur dpa.

Sie be­ru­fen sich da­bei auf ei­ge­ne Be­rech­nun­gen.

Dies wä­ren rund 90 000 mehr als im No­vem­ber und 55 000 mehr als vor ei­nem Jahr.

Die of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zah­len für De­zem­ber gibt die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) am 7. Ja­nu­ar be­kannt.

Un­ei­nig sind sich die Fach­leu­te al­ler­dings bei der Schub­kraft der Kon­junk­tur auf dem Ar­beits­markt. Wäh­rend et­wa Com­merz­bank-Volks­wirt Eck­art Tucht­feld nach ei­nem kon­junk­tu­rell schwa­chen drit­ten und vier­ten Quar­tal be­rei­nigt um Sai­son­ef­fek­te kaum Dy­na­mik am Ar­beits­markt sieht, se­hen meh­re­re sei­ner Kol­le­gen zum Jah­res­en­de be­reits ers­te Licht­bli­cke. Sie ge­hen da­her selbst nach Ab­zug der im De­zem­ber stark aus­ge­präg­ten Sai­son­ef­fek­te von ei­nem Rück­gang der Er­werbs­lo­sen­zah­len um 5000 aus; Tucht­feld rech­net da­ge­gen im De­zem­ber sai­son­be­rei­nigt mit ei­nem Plus von 5000 Ar­beits­lo­sen.

Auch beim Aus­blick auf 2014 wei­chen die Ar­beits­markt­pro­gno­sen der Volks­wir­te deut­lich von­ein­an­der ab. Den größ­ten Op­ti­mis­mus zeigt da­bei DZ-Bank-Volks­wirt Mi­cha­el Hol­stein. Bei ei­nem von ihm er­war­te­ten Wirt­schafts­wachs­tum von rund 2,0 Pro­zent im neu­en Jahr rech­net er mit ei­nem Rück­gang der durch­schnitt­li­chen Jah­res-Ar­beits­lo­sig­keit um rund 65 000 auf 2,875 Mil­lio­nen. "Deutsch­land ist von der Geld­po­li­tik und der Fi­nan­zie­rungs­sei­te au­ßer­or­dent­lich be­güns­tigt", sagt er. Es ge­be deut­li­che An­zei­chen, dass die In­ves­ti­ti­ons­be­reit­schaft der Un­ter­neh­men wächst. Auch vom Ex­port er­war­te er für 2014 po­si­ti­ve Im­pul­se.

An­de­re Volks­wir­te re­chen da­ge­gen bis zu Jah­res­mit­te 2014 mit ei­ner schwie­ri­gen Ar­beits­markt­la­ge. Bis die ver­bes­ser­te Kon­junk­tur sich auf dem Ar­beits­markt nie­der­schla­ge, ver­gin­gen meist meh­re­re Mo­na­te. Deut­sche Bank-Volks­wirt Hei­ko Pe­ters sieht so­gar schon ers­te Schat­ten des von der gro­ßen Ko­ali­ti­on ver­ein­bar­ten ge­setz­li­chen Min­dest­lohns. Die­ser und die ge­plan­ten Re­strik­tio­nen bei der Leih­ar­beit könn­ten sich in der zwei­ten Jah­res­hälf­te 2014 auf den Ar­beits­markt aus­wir­ken. "Wir fürch­ten, dass vor al­lem Lang­zeit­ar­beits­lo­sen da­mit der Über­gang auf den Ar­beits­markt ver­wehrt wird", sag­te Pe­ters. Er rech­net da­her für 2014 nur mit ei­nem Rück­gang der durch­schnitt­li­chen Ar­beits­lo­sig­keit um rund 35 000 auf knapp über 2,9 Mil­lio­nen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 20. März 2014

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