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Volks­wir­te: Dy­na­mik auf dem Ar­beits­markt schwächt sich ab

Den gro­ßen Schub auf dem deut­schen Ar­beits­markt ver­mis­sen Fach­leu­te schon län­ger - in den kom­men­den Mo­na­ten könn­te sich die Dy­na­mik wei­ter ab­schwä­chen, pro­gnos­ti­zie­ren Volks­wir­te: Vie­le Un­ter­neh­men sei­en we­gen der glo­ba­len Kri­sen ver­un­si­chert
Mann in Geldbörse Was er­war­ten die Volks­wir­te?

31.08.2015. (dpa) - An­ge­sichts der wach­sen­den Ver­un­si­che­rung vie­ler Un­ter­neh­men we­gen der glo­ba­len Kri­sen, aber auch als Fol­ge des Min­dest­lohns rech­nen Volks­wir­te für das zwei­te Halb­jahr 2015 mit ei­ner Ab­schwä­chung auf dem Ar­beits­markt.

Vor al­lem die Zahl der Mi­ni­jobs sei in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten stark ge­sun­ken, et­li­che Be­trof­fe­ne sei­en jetzt ar­beits­los, be­rich­te­ten Volks­wir­te deut­scher Groß­ban­ken in ei­ner Um­fra­ge der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Für den Au­gust rech­nen die Fach­leu­te sai­son­be­dingt mit ei­nem leich­ten An­stieg der Ar­beits­lo­sig­keit.

Von der Kon­junk­tur kom­me der­zeit we­nig Schub.

Die of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zah­len will die Bun­des­agen­tur an die­sem Diens­tag (1.9.) be­kannt­ge­ben.

"Wir wol­len die La­ge nicht dra­ma­ti­sie­ren. Aber wir sind recht zu­rück­hal­tend, was die Ar­beits­lo­sen­ent­wick­lung in den kom­men­den Mo­na­ten an­geht", sag­te Eck­art Tucht­feld von der Com­merz­bank. Der von ihm im Jah­res­schnitt 2015 er­war­te­te Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit um rund 100 000 auf rund 2,78 Mil­lio­nen ge­he vor al­lem auf das Kon­to der ver­gleichs­wei­se gu­ten Ent­wick­lung in der ers­ten Jah­res­hälf­te. Auch rech­net er - wie an­de­re Volks­wir­te auch - für die­ses Jahr nur noch mit halb so viel neu­en Ar­beits­plät­zen wie 2014.

Dif­fe­ren­ziert fällt auch die Pro­gno­se von Bay­ern­LB-Volks­wirt Ste­phan Ki­par aus. Er rech­net bis zum Jah­res­en­de bei der Ar­beits­lo­sig­keit mit ei­ner "brei­ten Seit­wärts­be­we­gung auf ho­hem Ni­veau". Un­ter­neh­men sei­en vor al­lem we­gen der un­ge­wis­sen Ex­port­aus­sich­ten ver­un­si­chert. Des­we­gen wür­den der­zeit zwar noch kei­ne Stel­len ab­ge­baut. Aber auch bei Neu­ein­stel­lun­gen hiel­ten sich die Un­ter­neh­men zu­rück.

Hei­ko Pe­ters von der Deut­schen Bank rech­net zwar wei­ter­hin mit der Schaf­fung neu­er Stel­len. Pro­fi­tie­ren dürf­ten nach sei­ner Er­war­tung da­von aber wie schon in der Ver­gan­gen­heit eher Zu­wan­de­rer aus den öst­li­chen und süd­öst­li­chen EU-Län­dern.

Ver­gleich ge­las­sen be­ur­tei­len die meis­ten Ex­per­ten die ak­tu­el­le Schwä­che der chi­ne­si­schen Wirt­schaft. Trotz der Tur­bu­len­zen in Chi­na ver­zeich­ne­ten die deut­schen Un­ter­neh­men kräf­ti­ge Auf­trags­ein­gän­ge aus dem Aus­land, be­ton­te Al­li­anz-Volks­wirt Rolf Schnei­der. Der nied­ri­ge Eu­ro be­güns­ti­ge deut­sche Ex­por­te. Die US-Wirt­schaft lau­fe wie­der rund und auch die Ex­por­te in EU-Län­der zö­gen wie­der an.

Für den Au­gust rech­nen die Volks­wir­te mit ei­nem An­stieg der Ar­beits­lo­sig­keit um et­wa 30 000 auf rund 2,8 Mil­lio­nen. Der An­stieg ha­be fast aus­schließ­lich sai­so­na­le Grün­de. So mel­de­ten sich zum Spät­som­mer vie­le jun­ge Leu­te nach ih­rer Leh­re ar­beits­los, weil sie nicht so­fort ei­ne Stel­le ge­fun­den hät­ten. Auch Werks­fe­ri­en in grö­ße­ren Be­trie­ben führ­ten da­zu, dass Neu­ein­stel­lun­gen auf die Zeit nach der Som­mer­pau­se ver­scho­ben wür­den. Oh­ne die Sai­son­ef­fek­te hät­te es im Au­gust Still­stand auf dem deut­schen Ar­beits­markt ge­ge­ben.

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Letzte Überarbeitung: 11. April 2016

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