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Volks­wir­te: 2017 wird schwie­ri­ges Jahr für deut­schen Ar­beits­markt

Ob Brex­it, schwä­che­re Kon­junk­tur oder Job su­chen­de Flücht­lin­ge - ganz ei­nig sind sich Ban­ken­volks­wir­te nicht, was den Ar­beits­markt 2017 stär­ker be­las­ten wird: Dass die Ar­beits­lo­sig­keit steigt, be­zwei­feln sie aber nicht - an­ders als et­wa Ar­beits­markt­for­scher
In­wie­fern un­ter­schei­den sich die Pro­gno­sen?

26.09.2016. (dpa) - 2017 wird nach Pro­gno­sen von Volks­wir­ten für den deut­schen Ar­beits­markt ein eher schwie­ri­ges Jahr.

An­ge­sichts der im­mer stär­ker auf den Ar­beits­markt drän­gen­den Flücht­lin­ge und der Brex­it-Fol­gen sei ein An­stieg der jah­res­durch­schnitt­li­chen Ar­beits­lo­sig­keit kaum zu ver­hin­dern, be­rich­te­ten Öko­no­men deut­scher Groß­ban­ken in ei­ner Um­fra­ge der Deut­schen Pres­se-Agen­tur.

Ih­re Er­war­tun­gen ste­hen da­mit in deut­li­chem Wi­der­spruch zur jüngs­ten Ar­beits­markt­pro­gno­se des In­sti­tuts für Ar­beits­markt- und Be­rufs­for­schung (IAB) von Mit­te ver­gan­ge­ner Wo­che.

Das For­schungs­in­sti­tut der Bun­des­agen­tur für Ar­beit geht für 2017 über­ra­schend von ei­nem Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit um 70.000 auf 2,62 Mil­lio­nen Men­schen aus.

Al­ler­dings un­ter­schei­den sich auch Pro­gno­sen der Ban­köko­no­men stark. Wäh­rend Op­ti­mis­ten al­len­falls mit ei­nem An­stieg von we­ni­gen zehn­tau­send Job­su­chern im Jah­res­schnitt 2017 rech­nen, ge­hen an­de­re Fach­leu­te von ei­nem Plus von 100.000 bis 150.000 aus.

Zum Kreis der Op­ti­mis­ten ge­hört et­wa Al­li­anz-Volks­wirt Rolf Schnei­der: "Ich bin ins­ge­samt zu­ver­sicht­lich für das Jahr 2017." Er geht da­her mit ei­nem Plus von 30.000 nur von ei­ner ver­hält­nis­mä­ßig ge­rin­gen Zu­nah­me der Jah­res­ar­beits­lo­sig­keit aus. Nach sei­ner Mei­nung ist die wach­sen­de Flücht­lings­ar­beits­lo­sig­keit we­gen der ins­ge­samt wei­ter wach­sen­den Zahl von Jobs gut zu ver­kraf­ten.

Un­gleich skep­ti­scher ist DZ-Bank-Volks­wirt Mi­cha­el Hol­stein. Er rech­net für 2017 im Schnitt mit rund 2,8 Mil­lio­nen Ar­beits­lo­sen - dies wä­ren et­wa 100.000 mehr als 2016. Für ei­ne bes­se­re Ent­wick­lung wer­de wohl die Kon­junk­tur nicht aus­rei­chen, und auch die gro­ße Zahl der auf den Ar­beits­markt drän­gen­den Flücht­lin­ge wer­de ih­re Spu­ren hin­ter­las­sen. Aus­wir­kun­gen des Brex­it wer­de man wohl erst im Lau­fe des kom­men­den Jah­res se­hen, mein­te Hol­stein.

Auf die­ser Li­nie liegt weit­ge­hend auch Bay­ern­LB-Volks­wirt Ste­fan Ki­par. Er schließt für 2017 so­gar ei­nen An­stieg der Er­werbs­lo­sig­keit um bis zu 150.000 nicht aus. Die Pro­gno­se sei zwar noch mit Un­si­cher­hei­ten be­haf­tet, räumt er ein. Für nicht ge­ring schätzt er auf je­den Fall die wirt­schaft­li­chen Fol­gen des Brex­its ein: "Wenn die Bri­ten den Ar­ti­kel 50 des EU-Ver­trags aus­ru­fen, wird das bei vie­len Un­ter­neh­mern Ver­un­si­che­rung aus­lö­sen."

Für den Sep­tem­ber rech­nen die Ex­per­ten mit ei­nem Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit zwi­schen 90.000 und 125.000. Die Ar­beits­lo­sig­keit wür­de bei der op­ti­mis­ti­sche­ren Pro­gno­se auf rund 2,56 Mil­lio­nen rut­schen. Der Rück­gang ha­be aber fast aus­schließ­lich sai­so­na­le Grün­de: Aus­bil­dungs­ab­sol­ven­ten fän­den oft erst nach den Som­mer­fe­ri­en ei­ne fes­te Stel­le. Die of­fi­zi­el­len Zah­len ver­öf­fent­licht die Bun­des­agen­tur für Ar­beit am kom­men­den Don­ners­tag (29. Sep­tem­ber).

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. November 2016

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