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ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/032

Volks­wir­te: Im Ja­nu­ar wie­der mehr als drei Mil­lio­nen Ar­beits­lo­se

Es ist nicht mehr als ei­ne psy­cho­lo­gi­sche Mar­ke - trotz­dem birgt sie im­mer mal wie­der po­li­ti­schen Zünd­stoff: Im Ja­nu­ar wird erst­mals wie­der die Drei-Mil­lio­nen-Gren­ze bei der Ar­beits­lo­sig­keit über­schrit­ten - und zwar deut­lich, sind Ex­per­ten über­zeugt
Mann in Geldbörse War­um ist die Ar­beits­lo­sen­zahl nach Ex­per­ten­an­sicht ge­stie­gen?

27.01.2014. (dpa) - Das Win­ter­wet­ter und an­de­re Sai­son­ef­fek­te ha­ben nach Ex­per­ten­ein­schät­zung im Ja­nu­ar die Ar­beits­lo­sig­keit erst­mals seit acht Mo­na­ten wie­der über die Drei-Mil­lio­nen-Mar­ke stei­gen las­sen.

Zum Jah­res­be­ginn sei­en in Deutsch­land 3,17 Mil­lio­nen Män­ner und Frau­en oh­ne Ar­beit ge­we­sen - und da­mit 300 000 mehr als im Vor­mo­nat und knapp 35 000 mehr als vor ei­nem Jahr, be­rich­ten Kon­junk­tur­for­scher und Volks­wir­te deut­scher Groß­ban­ken in ei­ner Um­fra­ge der Nach­rich­ten­agen­tur dpa in Nürn­berg.

Die Fach­leu­te be­ru­fen sich da­bei auf ei­ge­ne Be­rech­nun­gen.

Die of­fi­zi­el­len Ar­beits­lo­sen­zah­len will die Bun­des­agen­tur an die­sem Don­ners­tag (30. Ja­nu­ar) be­kannt­ge­ben.

Der star­ke An­stieg der Ar­beits­lo­sen­zahl im Ja­nu­ar sei aber nichts un­ge­wöhn­li­ches, be­to­nen die Fach­leu­te. Zum ei­nen ru­he we­gen des küh­len Win­ter­wet­ters der­zeit auf vie­len Bau­stel­len die Ar­beit, neue Bau­pro­jek­te wür­den erst zum Früh­jahr be­gon­nen. "Das be­kom­men nicht nur die Bau­fir­men, son­dern auch die Zu­lie­fer­be­trie­be zu spü­ren", gab der Kon­junk­tor­for­scher Stef­fen Hen­zel vom Münch­ner Ifo-In­sti­tut zu be­den­ken. Zu­dem tren­ne sich der Han­del nach dem Weih­nachts­ge­schäft von Sai­son­kräf­ten, von de­nen sich man­che da­nach erst ein­mal ar­beits­los mel­de­ten. Auch en­de­ten zum Jah­res­en­de vie­le be­fris­te­ten Ar­beits­ver­trä­ge.

Un­ter­schied­lich be­wer­ten die Fach­leu­te da­ge­gen die Schub­kraft der Kon­junk­tur. Wäh­rend Com­merz­bank-Volks­wirt Eck­art Tucht­feld nach ei­nem "durch­wach­se­nen zwei­ten Halb­jahr 2013" der­zeit noch kei­ne Dy­na­mik auf dem Ar­beits­markt spürt, sieht DZ-Volks­wirt Ri­chard Hol­stein be­reits ers­te po­si­ti­ve Si­gna­le. Die wür­den sich mit dem von ihm er­war­te­ten kräf­ti­gen Wirt­schafts­wachs­tum im ers­ten Quar­tal noch ver­stär­ken. Für das Ge­samt­jahr rech­net die DZ-Bank mit ei­nem Wachs­tum des Brut­to­in­land­pro­dukts von 2,25 Pro­zent; das könn­te im Jah­res­schnitt die Ar­beits­lo­sen­zahl um mehr als 70 000 sen­ken.

Pes­si­mis­ti­scher be­ur­teilt hin­ge­gen Com­merz­bank-Ex­per­te Tucht­feld die La­ge: Er sorgt sich vor al­lem um die In­ves­ti­tio­nen, bei de­nen es nach sei­ner Be­ob­ach­tung noch et­was "hol­pert". Und da sich auch der be­reits für das zwei­te Halb­jahr 2013 er­war­te­te Kon­junk­tur­auf­schwung nun in die ers­te Jah­res­hälf­te 2014 ver­schie­be, ver­zö­ge­re sich auch der Job­auf­schwung. Bei ei­nem von ihm er­war­te­ten Wirt­schafts­wachs­tum von le­dig­lich 1,7 Pro­zent wer­de die Zahl der Er­werbs­lo­sen Jah­res­schnitt 2014 so­gar stei­gen - vor­aus­sicht­lich um rund 10 000 auf 2,96 Mil­lio­nen. Da­bei feh­le es der­zeit kei­nes­wegs an Ar­beits­plät­zen. Das Pro­blem sei, das vie­le Job­su­cher nicht die Qua­li­fi­ka­ti­on für die aus­ge­schrie­be­nen Stel­len mit­bräch­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. April 2014

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