HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 14/300

Warn­streiks bei der Bahn am Mon­tag - Schwer­punkt im Gü­ter­ver­kehr

Un­si­che­re Ta­ge für Rei­sen­de: Auch bei der Bahn star­ten Be­schäf­tig­te jetzt Warn­streiks. In der ers­ten Run­de sol­len Fahr­gäs­te al­ler­dings weit­ge­hend ver­schont wer­den
Streik sechs Streikende Wor­um geht es in der ak­tu­el­len Ta­rif­run­de?

01.09.2014. (dpa) - Nach den Pi­lo­ten bei der Luft­han­sa zie­hen nun auch Lok­füh­rer bei der Bahn in den Ar­beits­kampf.

Die Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) hat für Mon­tag­abend bun­des­weit ei­nen ers­ten Warn­streik an­ge­kün­digt.

In ei­ner Pres­se­mit­tei­lung heißt es, dass der Ar­beits­kampf von 18 bis 21 Uhr dau­ern soll.

Den Schwer­punkt des Warn­streiks legt die GDL dem­nach auf den Gü­ter­ver­kehr. Es sol­le Rück­sicht auf Pend­ler so­wie "die vie­len Wo­chen­end­rei­sen­den" ge­nom­men wer­den, die am Mon­tag die Bahn nut­zen. Zum Warn­streik auf­ge­ru­fen sind ne­ben Lo­ko­mo­tiv­füh­rern un­ter an­de­rem Lok­ran­gier­füh­rer und Zug­be­glei­ter.

Der­weil müs­sen Flug­gäs­te im Ta­rif­kon­flikt bei der Luft­han­sa müs­sen wei­ter mit Streiks der Pi­lo­ten rech­nen. Ein Spre­cher der Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) hat­te am Sonn­tag al­ler­dings das wei­te­re Vor­ge­hen der Pi­lo­ten­ge­werk­schaft of­fen ge­las­sen. Er­neu­te Streiks sei­en in­des nicht aus­ge­schlos­sen.

Die ge­nau­en Ter­mi­ne wür­den "je­weils vor­ab be­kannt ge­ge­ben". Ob am Mon­tag Streiks ge­plant sei­en, woll­te er nicht sa­gen. Den Aus­stand bei der Luft­han­sa-Toch­ter Ger­manwings am ver­gan­ge­nen Frei­tag hat­te die Ge­werk­schaft rund 24 St­un­den vor­her an­ge­kün­digt. Bis zum Mon­tag­mor­gen gab es kei­ne neue Strei­kan­kün­di­gung der Ge­werk­schaft. Von Streiks könn­ten auch die Mut­ter Luft­han­sa und de­ren Fracht­toch­ter Car­go be­trof­fen sein.

Al­ler­dings wol­len die Ge­werk­schaf­ten GDL und Cock­pit nach frü­he­ren GDL-An­ga­ben bei ih­ren Ta­rif­kon­flik­ten Rei­sen­de nicht mit ei­nem zeit­glei­chen Streik be­las­ten.

In der ak­tu­el­len Ta­rif­run­de der Bahn geht es nicht nur ums Geld für die Be­schäf­tig­ten. The­ma ist auch die Form der Zu­sam­men­ar­beit der Ge­werk­schaft Deut­scher Lok­füh­rer (GDL) mit der Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG). So will die GDL auch für an­de­re Bahn-Be­schäf­tig­te ver­han­deln und da­mit der mit­glie­der­stär­ke­ren EVG Kon­kur­renz ma­chen.

Von Warn­streiks ist die Re­de, seit am 18. Au­gust Ge­sprä­che mit der Bahn und der EVG über die Zu­stän­dig­kei­ten in Ta­rif­ver­hand­lun­gen ge­schei­tert sind. Die GDL stellt in der lau­fen­den Run­de auch für Zug­be­glei­ter und Lok­ran­gier­füh­rer For­de­run­gen. Sie ver­langt fünf Pro­zent mehr Geld und zwei St­un­den we­ni­ger Ar­beits­zeit pro Wo­che.

Die Deut­sche Bahn will der GDL in den nächs­ten Ta­gen ei­nen neu­en Vor­schlag zur Lö­sung des Ta­rif­kon­flikts un­ter­brei­ten. Das sag­te ein Bahn­spre­cher am Sonn­tag der Nach­rich­ten­agen­tur dpa und be­stä­tig­te da­mit ei­nen Be­richt des Nach­rich­ten­ma­ga­zins "Der Spie­gel". "Wir sind wei­ter ge­sprächs­be­reit", sag­te der Per­so­nal­vor­stand Ul­rich We­ber dem­nach.

An­ge­sichts der dro­hen­den Streiks im Bahn- und Flug­ver­kehr wächst der Druck auf die Bun­des­re­gie­rung, die Macht der klei­nen Be­rufs­ge­werk­schaf­ten zu be­schrän­ken. Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer for­der­te ei­ne ge­setz­li­che Re­ge­lung zur Wie­der­her­stel­lung der Ta­rif­ein­heit. Er er­war­te ein Ge­setz noch in die­sem Jahr, sag­te er der Ta­ge­zei­tung "Die Welt".

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 18. November 2015

Bewertung: Warn­streiks bei der Bahn am Mon­tag - Schwer­punkt im Gü­ter­ver­kehr 5.0 von 5 Sternen (1 Bewertung)

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2016:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de