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Wan­ka: Wirt­schaft muss bei Aus­bil­dung von Flücht­lin­gen mehr tun

Zehn­tau­sen­de jun­ge Ge­flüch­te­te sol­len mit ei­ner Be­rufs­aus­bil­dung für den deut­schen Ar­beits­markt fit ge­macht wer­den: Die Bil­dungs­mi­nis­te­rin freut sich, dass im Hand­werk schon ei­ni­ges pas­siert. Wan­ka spricht aber auch Pro­ble­me an
Wie kön­nen Be­trie­be bei der In­te­gra­ti­on hel­fen?

04.08.2016. (dpa) - Bun­des­bil­dungs­mi­nis­te­rin Jo­han­na Wan­ka ver­langt von der Wirt­schaft mehr En­ga­ge­ment bei der be­ruf­li­chen Bil­dung von Flücht­lin­gen.

"Wir wol­len, dass die­se jun­gen Men­schen in ei­ne be­ruf­li­che Aus­bil­dung kom­men.

Das ist für den Ein­zel­nen wich­tig und auch für die Volks­wirt­schaft", sag­te die CDU-Po­li­ti­ke­rin am Mitt­woch der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin.

"Aber da ist noch viel zu tun in der deut­schen Wirt­schaft nach den an­fäng­li­chen Er­war­tun­gen und voll­mun­di­gen An­kün­di­gun­gen."

Wan­ka be­ton­te zu­gleich: "Mit dem Hand­werk klappt das schon gut." Sie ver­wies dar­auf, dass des­sen Zen­tral­ver­band und der Bund ge­mein­sam ein Pro­gramm für 10.000 Lehr­stel­len auf­ge­legt hät­ten. "Da­für kom­men auch An­trä­ge von Kam­mern aus Re­gio­nen, die an­sons­ten Pro­ble­me bei der Ge­win­nung von Lehr­lin­gen ha­ben. Das ist ge­nau der ge­wünsch­te Ef­fekt."

An­fang Fe­bru­ar hat­ten die Mi­nis­te­rin, die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) und der Zen­tral­ver­band des Hand­werks das Qua­li­fi­zie­rungs­pro­gramm vor­ge­stellt, für das die Re­gie­rung in den nächs­ten bei­den Jah­ren 20 Mil­lio­nen Eu­ro aus­ge­ben will. Wie die Zei­tun­gen der Fun­ke Me­di­en­grup­pe un­ter Be­ru­fung auf das Mi­nis­te­ri­um be­rich­te­ten, ha­ben Hand­werks­be­trie­be und BA in­zwi­schen gut 6.000 Plät­ze für Flücht­lin­ge in über­be­trieb­li­chen Bil­dungs­stät­ten be­reit­ge­stellt.

Wan­ka wirft Kon­zer­nen und In­dus­trie nicht zum ers­ten Mal man­geln­den Ein­satz für die be­ruf­li­che Qua­li­fi­zie­rung ju­gend­li­cher Flücht­lin­ge vor. En­de Ju­li sag­te die Mi­nis­te­rin dem "Köl­ner Stadt-An­zei­ger", sie ha­be sich über "die Blau­äu­gig­keit man­cher Wirt­schafts­bos­se ge­är­gert" - denn die­se hät­ten so ge­tan, als wür­den Flücht­lin­ge die de­mo­gra­fi­schen Pro­ble­me und den Fach­kräf­te­man­gel in Deutsch­land lö­sen.

Wan­ka sag­te der dpa, es ge­be der­zeit noch "kein ver­läss­li­ches Zah­len­bild" zu den Qua­li­fi­ka­tio­nen der 2015 nach Deutsch­land ge­kom­me­nen Flücht­lin­ge. "Nach den Selbst­aus­künf­ten ist es wohl so, dass 25 Pro­zent der Asyl­an­trag­stel­ler kei­nen Schul­be­such ab­sol­viert ha­ben oder nur die Grund­schu­le."

Wie Wan­ka sieht auch der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) noch De­fi­zi­te bei der In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen in den Ar­beits­markt. "Be­trie­be dür­fen nicht war­ten, bis sie pass­ge­nau ein­setz­ba­re Ge­flüch­te­te ver­mit­telt be­kom­men. Sie müs­sen mehr tun, um Ge­flüch­te­ten ei­ne Chan­ce für den Ein­stieg zu ge­ben", sag­te Vor­stands­mit­glied An­ne­lie Bun­ten­bach den Fun­ke-Zei­tun­gen. Die Bun­des­be­auf­trag­te für In­te­gra­ti­on, Ay­dan Özo­guz (SPD), sag­te: "Wir wis­sen, dass am En­de ein fes­ter Ar­beits­platz ei­ner der wich­tigs­ten An­sät­ze ist, um hier hei­misch zu wer­den und Ak­zep­tanz zu fin­den."

Nach Aus­kunft von BA-Chef Frank-Jür­gen Wei­se sieht die ge­mein­sa­me Qua­li­fi­zie­rungs­in­itia­ti­ve vor, dass die Bun­des­agen­tur zu­nächst Qua­li­fi­ka­tio­nen und Sprach­kennt­nis­se mit In­ter­views und Pro­be­ar­bei­ten sich­tet, um ei­ne Vor­aus­wahl tref­fen zu kön­nen. Das Mi­nis­te­ri­um be­rei­tet Be­wer­ber in über­be­trieb­li­chen Aus­bil­dungs­stät­ten vor, spä­ter über­nimmt dann das Hand­werk. Das Pro­gramm zielt auf Asyl­be­rech­tig­te und an­er­kann­te Flücht­lin­ge, aber auch auf Ge­dul­de­te.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 17. Oktober 2016

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