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Kie­ler Wirt­schafts­sym­po­si­um stellt Wer­te in den Mit­tel­punkt

Für­sor­ge und Nächs­ten­lie­be ein The­ma für Öko­no­men? Durch­aus: Beim Welt­wirt­schaft­li­chen Sym­po­si­um in Kiel sind glo­ba­le Wer­te das zen­tra­le The­ma: Es führt ganz ver­schie­de­ne Pro­ble­me wie Fi­nanz­markt- Sta­bi­li­tät, Kli­ma­wan­del und Flücht­lings­kri­se zu­sam­men.
Ansturm auf RAin So­zia­le Wer­te sind auch für Un­ter­neh­men wich­tig

10.10.2015. (dpa) - Oh­ne die Be­ach­tung uni­ver­sel­ler Wer­te kann nach Über­zeu­gung des Öko­no­men Den­nis Sno­wer auch die Wirt­schaft nicht dau­er­haft er­folg­reich sein. «Spä­tes­tens mit der Fi­nanz­kri­se 2008 soll­ten wir ver­stan­den ha­ben, dass es nicht aus­reicht, nur Geld zu ver­die­nen und das zu tun, was le­gal ist», sag­te der Prä­si­dent des Kie­ler In­sti­tuts für Welt­wirt­schaft (IfW) der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. «Lang­fris­tig er­folg­rei­che Un­ter­neh­men stre­ben na­tür­lich nach Ge­winn, aber die ethisch-mo­ra­li­schen und so­zia­len Grund­la­gen müs­sen da sein, da­mit man ih­nen auch ver­traut.» Das zei­ge jetzt auch die VW-Kri­se.

Bei sei­nem dies­jäh­ri­gen Welt­wirt­schaft­li­chen Sym­po­si­um vom 11.-13. Ok­to­ber mit füh­ren­den Wis­sen­schaft­lern, Po­li­ti­kern, Un­ter­neh­mern und auch Re­li­gi­ons­ver­tre­tern rückt das IfW ge­ne­rell das The­ma Wer­te ins Zen­trum. «Wenn Wirt­schaft gut läuft in öf­fent­li­chem In­ter­es­se, dann nicht, weil je­der nur Geld ver­dient und die Kon­su­men­ten nur ih­ren Nut­zen ma­xi­mie­ren wol­len, son­dern weil man sich an Wer­te hält und so­zia­le In­te­gra­ti­on funk­tio­niert», sag­te Sno­wer.

Aus sei­ner Sicht exis­tiert be­reits zum Groß­teil ein uni­ver­sel­les Wer­te­sys­tem. «Wer­te wie Nächs­ten­lie­be, Fair­ness, Loya­li­tät oder Für­sor­ge für be­nach­tei­lig­te Men­schen ha­ben al­le Ge­sell­schaf­ten», sag­te Sno­wer. Dass es den­noch so schwer ist, sich auf Kli­ma­zie­le zu ei­ni­gen, aus der Fi­nanz­kri­se her­aus­zu­kom­men oder in Eu­ro­pa ei­ne ge­mein­sa­me Li­nie in der Flücht­lings­fra­ge zu fin­den, lie­ge dar­an, dass die Wer­te nicht iden­tisch an­ge­wen­det wer­den. Lö­sungs­vor­schlä­ge für die­se Fra­gen sind zen­tra­les An­lie­gen des Sym­po­si­ums.

«Mit der Glo­ba­li­sie­rung un­se­rer ge­mein­sa­men Pro­ble­me sind wir neu her­aus­ge­for­dert, ge­mein­sa­me Ge­schich­ten zu fin­den, um ei­ne gu­te Zu­kunft zu er­mög­li­chen», meint Sno­wer. Das Flücht­lings­pro­blem in Eu­ro­pa sei ei­ne fan­tas­ti­sche Mög­lich­keit, Men­schen ein­zu­bin­den in ei­ne ge­mein­sa­me Ge­schich­te, sag­te Sno­wer. «Se­hen wir die Flücht­lin­ge als Frem­de, die uns scha­den und un­se­re Ge­sell­schaft zer­set­zen kön­nen oder als Teil un­se­rer grö­ße­ren Fa­mi­li­en­ge­mein­schaft?» Hier brau­che Eu­ro­pa auch ei­ne Wer­te­dis­kus­si­on.

Al­le Län­der müss­ten klar sa­gen, wie sie zur Ver­pflich­tung aus der UN-Flücht­lings­kon­ven­ti­on ste­hen, Ver­folg­ten Asyl zu ge­ben. «Die­se Fra­ge muss in al­ler Schär­fe ge­stellt wer­den», sag­te Sno­wer. Bei Län­dern, die sich wei­gern, müs­se man fra­gen, ob sie wirk­lich Teil von Eu­ro­pa sein kön­nen. Nicht durch­dacht sei die Über­le­gung, Flücht­lin­ge nach ei­ner Quo­te auf die Län­der zu ver­tei­len. Die Men­schen wür­den dann trotz­dem dort­hin ge­hen, wo­hin sie wol­len. «Des­halb wä­re es viel sinn­vol­ler, die Kos­ten fair auf­zu­tei­len: Län­der, die vie­le Flücht­lin­ge auf­neh­men, soll­ten von den an­de­ren ent­schä­digt wer­den.»

Die Wirt­schaft sei wich­tig im glo­ba­len Wer­te­sys­tem, sag­te Sno­wer. Wenn Ver­trau­en feh­le, könn­ten auch nicht al­le wirt­schaft­li­chen Mög­lich­kei­ten aus­ge­schöpft wer­den. Die Fi­nanz­kri­se ha­be of­fen­bart, dass die Wer­te nicht im­mer an ers­ter Stel­le ste­hen. «Sie müs­sen es aber, um lang­fris­tig Ver­trau­en zu bil­den.»

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. April 2016

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