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Nächs­te Wo­che Warn­streiks in Ki­tas und im Nah­ver­kehr

Kur­zes Ab­tas­ten, dann war die ers­te Ta­rif­run­de im öf­fent­li­chen Dienst zu En­de: Noch vor der zwei­ten wol­len die Ge­werk­schaf­ten ih­ren For­de­run­gen mit Warn­streiks Nach­druck ver­lei­hen
Feuerwehrmann Polizist Arzt Wer be­tei­ligt sich an den Streiks?

01.04.2016. (dpa) - Im öf­fent­li­chen Dienst von Bund und Kom­mu­nen ste­hen in der kom­men­den Wo­che Warn­streiks be­vor - un­ter an­de­rem in Ki­tas und im Nah­ver­kehr.

Der Be­am­ten­bund dbb kün­dig­te Ak­tio­nen für Diens­tag in Bre­mer­ha­ven an, für Mitt­woch in Ful­da und Er­furt und für Don­ners­tag in Flens­burg und Salz­git­ter.

Die Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) ruft zum En­de der Wo­che zu "be­trieb­li­chen Ak­tio­nen" bis hin zu Warn­streiks auf, vor al­lem in Ki­tas.

Der Ver­di-Bun­des­vor­stand will erst am kom­men­den Mon­tag ent­schei­den, ob und in wel­chem Um­fang die Ge­werk­schaft vor der zwei­ten Run­de der Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die gut zwei Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten zu Ak­tio­nen auf­ruft. Der Lan­des­be­zirk Sach­sen, Sach­sen-An­halt und Thü­rin­gen hat of­fen­bar schon ei­ne Vor­ent­schei­dung für Warn­streiks ge­trof­fen: Er will am Mon­tag nur noch fest­le­gen, wann und wo die­se statt­fin­den sol­len.

Die Ak­tio­nen sind wohl zu­nächst nur als ers­ter Warn­schuss zu ver­ste­hen. Bei der GEW hieß es, sie wür­den bei wei­tem nicht so hef­tig aus­fal­len wie die Ki­tast­reiks des ver­gan­ge­nen Jah­res. Ver­di-Lan­des­be­zirks­lei­ter Oli­ver Greie sag­te auf An­fra­ge in Leip­zig: "Wir wol­len klein an­fan­gen, um den Ar­beit­ge­bern Zeit zum Nach­den­ken und zum Nach­bes­sern vor der zwei­ten Run­de der Ta­rif­ver­hand­lun­gen zu ge­ben."

Die zwei­te Run­de der jet­zi­gen Ta­rif­ver­hand­lun­gen ist für über­nächs­ten Mon­tag (11. April) ver­ein­bart wor­den. Die ers­te Run­de war am 21. März oh­ne An­nä­he­rung zu En­de ge­gan­gen.

Ver­di und der dbb for­dern für die Be­schäf­tig­ten sechs Pro­zent mehr Lohn. Die Ar­beit­ge­ber leh­nen das als zu hoch ab. Ein wei­te­rer strit­ti­ger Punkt ist die be­trieb­li­che Al­ters­ver­sor­gung in den Kom­mu­nen. Städ­te und Ge­mein­den wol­len hier Leis­tungs­ein­schnit­te.

Ver­han­delt wird un­ter an­de­rem für Er­zie­her, Müll­ab­fuhr, Stra­ßen­rei­ni­gung, Kli­ni­ken so­wie Bun­des­po­li­zis­ten. dbb-Chef Klaus Dau­der­städt sag­te der "Neu­en Os­na­brü­cker Zei­tung" (Don­ners­tag), Warn­streiks sei­en vor al­lem in kom­mu­na­len Ein­rich­tun­gen ge­plant, et­wa bei Zu­las­sungs­stel­len, Ki­tas, Ord­nungs­äm­tern so­wie Ver­kehrs­be­trie­ben wie Stra­ßen­bah­nen und Bus­sen.

Nach Dau­der­städt Wor­ten ha­ben die Kom­mu­nen im Schnitt nur noch 15 Pro­zent Be­am­te, für die ein Streik­ver­bot gilt. Da­her ge­be es 85 Pro­zent Ta­rif­be­schäf­tig­te, die in den Ar­beits­kampf ge­hen kön­nen. Und bis zur drit­ten Run­de am 28. April könn­ten sich die Warn­streiks noch ver­schär­fen, wenn die Ar­beit­ge­ber sich nicht be­weg­ten.

Im ver­gan­ge­nen Jahr hat­ten die Ge­werk­schaf­ten für ei­ne Auf­wer­tung und hö­he­re Ein­grup­pie­run­gen von rund 220.000 Er­zie­he­rin­nen, So­zi­al­ar­bei­ter und -päd­ago­gen, Kin­der­pfle­ger und Mit­ar­bei­ter der Be­hin­der­ten­hil­fe ge­streikt. Ver­di ver­band das den An­ga­ben zu­fol­ge mit Lohn­stei­ge­run­gen von ins­ge­samt rund 10 Pro­zent.

Ein Streik der Ki­ta-Er­zie­he­rin­nen hat­te sich im Mai über vier Wo­chen hin­ge­zo­gen und El­tern bei der Be­treu­ung ih­rer Kin­der in Schwie­rig­kei­ten ge­bracht. Ein Sch­lich­ter­spruch war dann im Som­mer von den Ver­di-Mit­glie­dern ab­ge­lehnt wor­den. Es droh­ten im Herbst wei­te­re Streiks, die aber nach Ver­hand­lun­gen ab­ge­wen­det wer­den konn­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 31. August 2016

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