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Teu­re Wün­sche und Geld­sor­gen: Im­mer mehr ar­bei­ten in der Frei­zeit

Ins Ki­no ge­hen, Sport trei­ben oder Freun­de tref­fen: So ver­brin­gen die meis­ten ih­re Frei­zeit. Doch im­mer mehr Men­schen in Deutsch­land krem­peln statt­des­sen die Är­mel hoch. Vie­le treibt da­bei aber nicht der Wunsch nach schi­cken neu­en Sa­chen an
Putzeimer mit Putzzeug War­um nut­zen im­mer mehr Men­schen ihr Frei­zeit zum Ar­bei­ten?

25.08.2014. (dpa) - Ob Kell­nern für den an­ste­hen­den Ur­laub oder Re­ga­le ein­räu­men für den zu­sätz­li­chen Hun­der­ter in der Ta­sche: Im­mer mehr Bun­des­bür­ger nut­zen laut ei­ner Stu­die ih­re freie Zeit zum Da­zu­ver­die­nen.

Bei ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Be­fra­gung für den "Deut­schen Frei­zeit-Mo­ni­tor 2014" gab je­der zehn­te Be­frag­te an, min­des­tens ein­mal pro Wo­che in sei­ner Frei­zeit zu­sätz­lich Geld zu ver­die­nen.

Und 20 Pro­zent ver­die­nen sich dem­nach min­des­tens ein­mal im Mo­nat et­was da­zu.

Da­mit sei Ar­beit in der Frei­zeit häu­fi­ger als Ki­no­be­su­che, Sport trei­ben im Fit­ness­stu­dio oder Es­sen ge­hen, sag­te Stu­di­en-Lei­ter Ul­rich Rein­hardt von der Stif­tung für Zu­kunfts­fra­gen. Vor al­lem Ju­gend­li­che und jun­ge Er­wach­se­ne bis 34 Jah­ren krem­peln in ih­rer Frei­zeit die Är­mel hoch. Die An­stel­lungs­form reicht da­bei von Schwarz­ar­beit bis zum Mi­ni­job.

"Vor al­lem im Sü­den ist mir auf­ge­fal­len, dass vie­le am Wo­chen­en­de in der Frei­zeit ei­ner Ne­ben­tä­tig­keit nach­ge­hen", sag­te auch Ar­beits­psy­cho­lo­ge Tim Ha­ge­mann. "Das ist in­ter­es­sant, weil vie­le gut ver­die­nen." Wün­sche und Er­war­tun­gen an ma­te­ri­el­le Din­ge sei­en ge­stie­gen. "Es ist be­mer­kens­wert, wie viel Le­bens­zeit da ge­op­fert wird." Doch Ar­beits­ein­satz statt Er­ho­lungs­zeit kön­ne auf die Ge­sund­heit schla­gen.

Bei vie­len Da­zu­ver­die­nern steckt aber nicht nur der Wunsch nach dem neu­es­ten Fern­se­her oder teu­ren Snea­kers hin­ter der Ar­beit in ih­rer frei­en Zeit. Ne­ben lu­kra­ti­ven Ne­ben­job-An­ge­bo­ten trei­ben vie­le Men­schen Geld­sor­gen und die Al­ters­ab­si­che­rung als "gro­ße Un­be­kann­te" um, wie Ha­ge­mann sag­te.

Es stei­ge die Zahl der Men­schen, die in ih­rer Frei­zeit zu­sätz­lich ar­bei­ten müss­ten, mein­te auch Ul­rich Rein­hardt. "Es ist die Not­wen­dig­keit, die Kos­ten des All­tags bes­ser be­wäl­ti­gen zu kön­nen." 2007 hät­ten sie­ben Pro­zent der Ge­ring­ver­die­ner we­nigs­tens ein­mal pro Wo­che zu­sätz­lich Geld ver­dient, 2014 wa­ren es schon zwölf Pro­zent. Und 2007 ga­ben 13 von 100 Be­frag­ten an, min­des­tens ein­mal pro Mo­nat in ih­rer Frei­zeit für zu­sätz­li­ches Geld zu ar­bei­ten. 2014 war es schon fast je­der vier­te Be­frag­te. "Ich bin si­cher, dass der Wert wei­ter stei­gen wird", sag­te Rein­hardt.

Die Prä­si­den­tin des So­zi­al­ver­bands VdK Deutsch­land, Ul­ri­ke Ma­scher, sieht die Ent­wick­lung kri­tisch. "Die stark ge­stie­ge­ne Zahl an Ge­ring­ver­die­nern, die mit Ne­ben­jobs ver­su­chen, sich fi­nan­zi­ell über Was­ser zu hal­ten, ist für mich ein deut­li­cher Hin­weis auf die wach­sen­de Ein­kom­mens­ar­mut."

Gleich­zei­tig wä­ren vie­le Bes­ser­ver­die­ner laut Be­fra­gung be­reit, für mehr Frei­zeit we­ni­ger Geld in Kauf zu neh­men. Das ga­ben 34 Pro­zent von ih­nen in der Be­fra­gung für den Frei­zeit-Mo­ni­tor an. "Frei­zeit wird ge­fühlt im­mer we­ni­ger", sag­te Rein­hardt. Die Er­geb­nis­se be­ru­hen auf ei­ner Be­fra­gung von 4000 Bun­des­bür­gern ab 14 Jah­ren.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 4. März 2015

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