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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/171

Zahl der Müt­ter in El­tern­zeit hat sich ver­dop­pelt

Laut ei­ner Stu­die neh­men im­mer mehr Müt­ter El­tern­zeit in An­spruch. Al­ler­dings keh­ren sie auch frü­her wie­der in den Job zu­rück.
Elternzeit, Elterngeld, Eltern mit Kind

26.06.2017. (dpa/wie) - Zwi­schen den Jah­ren 2006 und 2014 stieg der An­teil der Müt­ter, die nach der Ge­burt ih­res Kin­des in El­tern­zeit ge­hen um 33 Pro­zent an. Das geht aus ei­ner Stu­die des In­sti­tuts der deut­schen Wirt­schaft (IW Köln) her­vor.

Dem­nach nah­men sich 2014 knapp 60 Pro­zent der Müt­ter ei­ne Aus­zeit vom Be­ruf, um sich um ihr Kind zu küm­mern. Acht Jah­re zu­vor wa­ren es noch rund 27 Pro­zent.

Die Zahl der Müt­ter, die nach ei­nem Jahr ins Ar­beits­le­ben zu­rück­kehr­ten, stieg je­doch im Ver­gleich zum Jahr 2006. Laut der Stu­die wa­ren 43 Pro­zent der Müt­ter in 2014 zwi­schen dem ers­ten und dem zwei­ten Ge­burts­tag ih­rer Kin­der be­rufs­tä­tig. 2006 wa­ren es nur 35 Pro­zent.

So­wohl Ar­beit­ge­ber als auch Ge­werk­schaf­ten se­hen die­se Ent­wick­lung po­si­tiv. Den­noch sei es pro­ble­ma­ti­scher ge­wor­den, für die kür­zer wer­den­de Dau­er der El­tern­zeit ge­eig­ne­te Ver­tre­ter zu fin­den, so der Ar­beit­ge­ber­ver­band BDA. "Ge­ra­de für klei­ne­re Fir­men kön­nen sich so per­so­nel­le Eng­päs­se er­ge­ben", er­klär­te ein Spre­cher.

Ein an­de­res Pro­blem sieht der Deut­sche Ge­werk­schafts­bund (DGB) in der Rück­kehr der Müt­ter in Teil- oder Voll­zeit­stel­len. So ge­be es oft­mals Pro­ble­me, da die Ar­beit­ge­ber die Wie­der­ein­glie­de­rung zu ver­zö­gern ver­such­ten. Es sei al­ler­dings an den Ar­beit­ge­bern, "Fle­xi­bi­li­tät im Sin­ne der Be­schäf­tig­ten" zu schaf­fen.

Ein Zu­sam­men­hang könn­te zwi­schen der ge­stie­ge­nen In­an­spruch­nah­me der El­tern­zeit und der Ein­füh­rung des El­tern­gel­des im Jahr 2007 be­ste­hen. Laut IW ge­he aus der Stu­die al­ler­dings nicht ab­schlie­ßend her­vor, ob die staat­li­che För­de­rung den Grund für den Zu­wachs an Müt­tern in El­tern­zeit dar­stellt.

Aus der Er­he­bung geht eben­falls her­vor, dass rund 30 Pro­zent der Müt­ter mit Kin­dern bis vier Jah­re kei­ner Er­werbs­tä­tig­keit nach­ge­hen. Der BDA-Spre­cher sieht die At­trak­ti­vi­tät des Al­lein­ver­die­ner-Fa­mi­li­en­mo­dells durch die bei­trags­freie Mit­ver­si­che­rung von Part­nern in der Kran­ken­kas­se und das Ehe­gat­ten-Split­ting da­für ver­ant­wort­lich. Die Zahl der ar­beits­lo­sen Müt­ter sei "ein­deu­tig zu hoch".


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Letzte Überarbeitung: 16. Oktober 2018

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