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Zahn­ärz­te und Be­am­te ma­chen Front ge­gen Bür­ger­ver­si­che­rung

Be­am­ten­bund und Kas­sen­zahn­ärzt­li­che Ver­ei­ni­gung be­fürch­ten lang­fris­tig hö­he­re Be­las­tun­gen für Bei­trags­zah­ler: Wel­che Aus­wir­kun­gen hät­te ei­ne Bür­ger­ver­si­che­rung für die Qua­li­tät der me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung?
Chipkarten von Krankenversicherungen Brau­chen die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen ei­ne brei­te­re fi­nan­zi­el­le Ba­sis?

13.09.2013. (dpa) - Zahn­ärz­te und Be­am­ten­bund im Süd­wes­ten ha­ben sich ge­gen die von SPD, Grü­nen und Links­par­tei ge­for­der­te Bür­ger­ver­si­che­rung aus­ge­spro­chen.

Die­se füh­re lang­fris­tig zu hö­he­ren Be­las­tun­gen für die Bei­trags­zah­ler, sag­te Ute Mai­er, Vor­sit­zen­de des Vor­stan­des der Kas­sen­zahn­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gung am Don­ners­tag in Stutt­gart. Beim Ge­sund­heits­fonds ge­hö­re Ba­den-Würt­tem­berg zu den Ge­ber­län­dern. Es wür­den bei ei­nem Sys­tem­wech­sel wei­te­re Mit­tel ab­flie­ßen.

SPD, Grü­ne und Lin­ke wol­len die pri­va­te Kran­ken­ver­si­che­rung (PKV) in der heu­ti­gen Form aus­lau­fen las­sen. CDU, FDP und die Bun­des­ärz­te­kam­mer war­nen, ei­ne sol­che Bür­ger­ver­si­che­rung wür­de die Wahl­frei­heit und den Wett­be­werb be­en­den.

Der Chef des Be­am­ten­bun­des, Vol­ker Stich, sieht lang­fris­tig ei­ne Ver­schlech­te­rung der me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung. Rund zehn Pro­zent der Deut­schen sei­en pri­vat ver­si­chert, hier­von sei­en die Hälf­te Be­am­te und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger. Al­lein die­se zehn Pro­zent wür­den im Schnitt zu rund 30 Pro­zent der Pra­xis­ein­künf­te bei­tra­gen. Bei ei­ner Bür­ger­ver­si­che­rung fie­le die Quer­fi­nan­zie­rung durch Pri­va­te in die ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung weg.

Der Chef der Süd­west-Grü­nen, Chris Kühn wi­der­sprach der Dar­stel­lung von Be­am­ten­bund und den Zahn­ärz­ten. Es wür­den ein­fach Be­haup­tun­gen in den Raum ge­stellt, die durch nichts un­ter­füt­tert sei­en. Das Ge­gen­teil sei der Fall:

"In die Bür­ger­ver­si­che­rung flie­ßen al­le Ein­kom­mens­ar­ten ein - al­so auch Miet­ein­nah­men, Ak­ti­en­ge­win­ne oder Zin­sen."

Das Ge­sund­heits­sys­tem wer­de da­mit fi­nan­zi­ell auf brei­te­re Bei­ne ge­stellt und die Qua­li­tät der me­di­zi­ni­schen Ver­sor­gung lang­fris­tig ge­si­chert, sag­te Kühn.

Im Süd­wes­ten gibt es rund 12.000 Zahn­ärz­te. Der Prä­si­dent der Lan­des­zahn­ärz­te­kam­mer, Udo Len­ke, sag­te, die an­ge­streb­te Sta­bi­li­sie­rung oder Sen­kung des Bei­tra­ges für die Kran­ken­ver­si­che­rung wer­de lang­fris­tig nicht halt­bar sein.

Dass die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen mehr Geld be­nö­ti­gen, ist - je­den­falls ak­tu­ell - nicht ganz nach­voll­zieh­bar. Denn die Über­schüs­se der ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen be­lau­fen sich 2013 auf et­wa 30 Mil­li­ar­den EUR, wenn man die Re­ser­ven des Ge­sund­heits­fonds und der ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­run­gen zu­sam­men­rech­net. Da­her kön­nen sich vie­le Kran­ken­kas­sen der­zeit Bei­trags­er­stat­tun­gen zu­guns­ten der Ver­si­cher­ten leis­ten, die ins­ge­samt in die Mil­li­ar­den ge­hen.

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Letzte Überarbeitung: 17. November 2016

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