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13/154a Zeit­ar­beits­fir­men un­ter Druck - Vor­stand für glei­che Be­zah­lung

Die Zeit­ar­beits­bran­che sei bes­ser als ihr Ruf, glaubt der Chef des Er­fur­ter Per­so­nal­dienst­leis­ters Ge­AT AG: Er ver­weist auf Ta­rif­ver­trä­ge und Be­triebs­rä­te, räumt aber ein, dass es noch im­mer schwar­ze Scha­fe in der Bran­che gibt
Wanduhr Wie schlecht sind Zeit­ar­beits­fir­men wirk­lich?

31.05.2013. (dpa) - Kon­junk­tu­rel­le Un­si­cher­hei­ten und die Fest­ein­stel­lung von Fach­kräf­ten set­zen die Zeit­ar­beits­bran­che un­ter Druck.

Die Ge­sell­schaft für Ar­beit­neh­mer­über­las­sung Thü­rin­gen AG (Ge­AT) ver­buch­te im ver­gan­ge­nen Jahr ei­nen Um­satz­rück­gang von zwölf Pro­zent auf 31,2 Mil­lio­nen Eu­ro, wie der Vor­stand am Don­ners­tag in Er­furt mit­teil­te.

Das Er­geb­nis der Ge­AT, die der­zeit rund 1250 Ar­beit­neh­mer be­schäf­tigt, hat sich auf 567 000 Eu­ro fast hal­biert.

"Die Bran­che hat bun­des­weit in den letz­ten Mo­na­ten ei­ne Ach­ter­bahn­fahrt hin­ter sich", sag­te Ge­AT Vor­stands­chef Hel­mut Mey­er. Er rech­net in die­sem Jahr aber wie­der mit ei­nem Auf­wärts­trend.

Sein Un­ter­neh­men set­ze zu­dem auf ei­ne neue Nie­der­las­sung in Po­len und in Zu­kunft vor­aus­sicht­lich in Bu­da­pest, wo Fach­kräf­te auch für Thü­rin­gen ge­won­nen wer­den sol­len. Die ers­ten Ver­mitt­lun­gen aus Po­len ge­be es be­reits, auch im Auf­trag an­de­rer Un­ter­neh­men.

Mey­er, der der Ta­rif­kom­mis­si­on des In­ter­es­sen­ver­ban­des der Deut­schen Zeit­ar­beits­un­ter­neh­men (iGZ) an­ge­hört, sprach sich im An­schluss an be­stimm­te Ein­ar­bei­tungs­zei­ten für ei­ne glei­che Be­zah­lung von Zeit­ar­bei­tern und Stamm­be­leg­schaf­ten der Un­ter­neh­men aus. Da et­wa 64 Pro­zent der Zeit­ar­bei­ter aus der Ar­beits­lo­sig­keit kä­men, ge­be es ei­nen be­stimm­ten Wei­ter­bil­dungs- und Ein­ar­bei­tungs­be­darf. "Equal pay (glei­che Be­zah­lung) ja, aber un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen", sag­te er.

Der Min­dest­lohn für Zeit­ar­bei­ter in den ein­fachs­ten Tä­tig­kei­ten lie­ge der­zeit in Ost­deutsch­land bei 7,50 Eu­ro pro St­un­de. Der Bran­chen­ver­band iGZ ha­be sich mit dem DGB auf ein Ta­rif­werk ver­stän­digt. Da­nach soll die un­ters­te Lohn­gren­ze im kom­men­den Jahr 8,50 Eu­ro in den neu­en Län­dern be­tra­gen. Für acht Bran­chen, dar­un­ter Me­tall/Elek­tro oder Holz/Kunst­stoff sei­en zu­dem je nach Ein­satz­dau­er Zu­schlä­ge auf das Grun­dent­gelt vor­ge­se­hen.

Der Er­fur­ter Per­so­nal­dienst­leis­ter, der 14 Nie­der­las­sun­gen von Ei­se­nach über Son­ne­berg bis Ge­ra un­ter­hält, be­zif­fer­te die Zahl der Über­nah­men von Ge­AT-Zeit­ar­bei­tern in fes­te Jobs im ver­gan­ge­nen Jahr auf rund 700. Das sei et­wa die Hälf­te der Be­schäf­tig­ten, sag­te Mey­er. Da das The­ma Fach­kräf­te­man­gel im­mer mehr in den Blick­punkt kom­me, ha­be es vor al­lem En­de 2012 vie­le Fest­ein­stel­lun­gen ge­ge­ben.

Der Ge­schäfts­füh­rer des Thü­rin­ger Mit­tel­stands­ver­ban­des, Gün­ther Rich­ter, sag­te: "Die Brü­cke Zeit­ar­beit zur Fest­an­stel­lung funk­tio­niert." Er sieht wei­ter Be­darf am Ein­satz von Zeit­ar­bei­tern, oh­ne die die mit­tel­stän­di­schen Fir­men in Thü­rin­gen kaum fle­xi­bel auf Markt­ent­wick­lun­gen re­agie­ren könn­ten.

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Letzte Überarbeitung: 12. März 2014

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