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Zei­ten­wen­de im Luft­han­sa-Auf­sichts­rat - Haupt­ver­samm­lung in Köln

Die Zah­len sind schlecht, der er­fah­re­ne Chef­auf­se­her We­ber geht - und nun will die Luft­han­sa den Ak­tio­nä­ren auch noch die Di­vi­den­de strei­chen: Auf der Haupt­ver­samm­lung dürf­te Vor­stands­chef Franz Ge­gen­wind ins Ge­sicht we­hen. Doch auch der Vor­stand plant Ver­zicht
Fluggast und Pilot auf dem Rollfeld Wie wird das Spar­pro­gramm der Deut­schen Luft­han­sa aus­se­hen?

06.05.2013. (dpa) - Aus dem dras­ti­schen Spar­pro­gramm der Deut­schen Luft­han­sa kom­men kurz vor der mit Span­nung er­war­te­ten Haupt­ver­samm­lung des Kon­zerns im­mer mehr De­tails an Licht.

Der Vor­stand will da­her wie be­reits an­ge­kün­digt auch bei sich selbst an­set­zen: Ne­ben den Eig­nern und der Be­leg­schaft könn­te auch das Ma­nage­ment auf Tei­le sei­ner Be­zü­ge ver­zich­ten.

"Der Vor­stand macht sich Ge­dan­ken, wel­chen Bei­trag er leis­ten kann", sag­te ei­ne Luft­han­sa-Spre­che­rin am Sams­tag und be­stä­tig­te da­mit ei­nen Be­richt des Ma­ga­zins "Fo­cus".

Kon­kre­te An­ga­ben zum Um­fang ei­nes Bei­trags mach­te sie nicht.

Bei dem Ak­tio­närs­tref­fen am Diens­tag (7.5.) in Köln ste­hen wich­ti­ge Per­so­nal­ent­schei­dun­gen und die schlech­te Er­trags­la­ge des Un­ter­neh­mens im Mit­tel­punkt. Für Krach dürf­te der Vor­schlag des Vor­stands sor­gen, den Ak­tio­nä­ren für 2012 die Di­vi­den­de zu strei­chen.

46 Jah­re nach sei­nem Ein­tritt in das da­mals noch staat­li­che Un­ter­neh­men ver­lässt der lang­jäh­ri­ge Vor­stands­chef (1991-2003) und Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­de (2003-2013) Jür­gen We­ber den größ­ten Luft­ver­kehrs­kon­zern Eu­ro­pas. Als Nach­fol­ger des 71-Jäh­ri­gen ist der Ös­ter­rei­cher Wolf­gang May­r­hu­ber (66) vor­ge­schla­gen, der We­ber schon an der Un­ter­neh­mens­spit­ze nach­ge­folgt war. Der frü­he­re Vor­stands­chef (2003-2010) hat nach den Grund­sät­zen ei­ner gu­ten Un­ter­neh­mens­füh­rung ei­ne zwei­jäh­ri­ge "Ab­küh­lungs­zeit" hin­ter sich.

In We­bers letz­tem Amts­jahr als Chef­auf­se­her ha­ben nicht nur die Flug­be­glei­ter ih­ren ers­ten re­gu­lä­ren Streik ver­an­stal­tet, auch die Dienst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di ging für die In­ter­es­sen des Bo­den­per­so­nals mit un­ge­wohn­ter Här­te vor. 1700 Flug­aus­fäl­le an ei­nem Tag wie am 22. April - so ei­nen Warn­streik hat­te auch die Luft­han­sa noch nicht er­lebt, auch wenn am 1. Mai schließ­lich ein Kom­pro­miss er­zielt wur­de. Laut ei­nem Be­richt des "Spie­gel" stimm­te die Ge­werk­schaft da­bei der Grün­dung drei neu­er Ab­le­ger-Fir­men - un­ter an­de­rem für Ver­wal­tungs­auf­ga­ben - mit mög­li­cher­wei­se schlech­te­ren Ar­beits­be­din­gun­gen zu.

Auf die Be­schäf­tig­ten der Luft­han­sa-Ca­te­ring-Toch­ter Sky Chefs dürf­ten Ein­bu­ßen bei Ge­halt und Ur­laub so­wie län­ge­re Ar­beits­zei­ten zu­kom­men. Das se­he ein Eck­punk­te­pa­pier vor, das das Ma­nage­ment von LSG Sky Chefs mit der Ge­werk­schaft Ver­di be­reits En­de Fe­bru­ar be­schlos­sen ha­be, sag­te ei­ne Spre­che­rin der Ca­te­ring-Toch­ter am Frei­tag in Neu-Isen­burg. Sie be­stä­tig­te da­mit ei­nen Be­richt der "Frank­fur­ter Rund­schau" (Sams­tag).

Der ak­tu­el­le Vor­stands­chef Chris­toph Franz wird den An­teils­eig­nern auf der Haupt­ver­samm­lung das 2012 ge­star­te­te Spar­pro­gramm "Sco­re" er­läu­tern, mit dem das Un­ter­neh­men wie­der Auf­trieb be­kom­men will. Die Eig­ner sol­len laut Vor­schlag des Vor­stan­des für das Ge­schäfts­jahr 2012 auf ei­ne Di­vi­den­de ver­zich­ten, ob­wohl ein Ge­winn von 990 Mil­lio­nen Eu­ro an­ge­fal­len war.

Die­ser stamm­te aber na­he­zu aus­schließ­lich aus Son­der­ef­fek­ten, wäh­rend das ope­ra­ti­ve Er­geb­nis deut­lich zu­rück­ging. 2011 hat­te Luft­han­sa trotz ei­nes Ver­lus­tes von 13 Mil­lio­nen Eu­ro noch ei­ne Di­vi­den­de von 25 Cent pro Ak­tie ge­zahlt. Letzt­mals wa­ren die Ak­tio­nä­re im Jahr 2009 leer aus­ge­gan­gen.

Mit "Sco­re" will das Un­ter­neh­men sein Er­geb­nis bis 2015 um 1,5 Mil­li­ar­den Eu­ro im Jahr stei­gern. Da­für soll auch beim Per­so­nal kräf­tig ge­spart wer­den: Min­des­tens 3500 von der­zeit 117 000 Stel­len will die Luft­han­sa ab­bau­en, 2500 da­von in Deutsch­land.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 24. Juli 2014

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