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Zim­mer­mann: Al­ters­ar­mut wei­ter auf dem Vor­marsch

Mit dem Slo­gan «Arm trotz Ar­beit» war­ben Ge­werk­schaf­ter lan­ge für den Min­dest­lohn: Man­cher wird als Rent­ner arm sein, ob­wohl er ein lan­ges Ar­beits­le­ben in ei­nem rei­chen Land hin­ter sich hat.
Alter Mann mit Hund im Wald Wie vie­le Rent­ner sind auf die Grund­si­che­rung im Al­ter an­ge­wie­sen?

13.10.2015. (dpa) - Im­mer mehr Rent­ner in Sach­sen sind auf die so­ge­nann­te Grund­si­che­rung im Al­ter an­ge­wie­sen.

Sie ist ei­ne spe­zi­el­le Form der So­zi­al­hil­fe.

Von 2013 zu 2014 stieg die Zahl der Be­zie­her von 10 966 auf 11 089 an. 2003 hat­te es nur 6132 Be­trof­fe­ne ge­ge­ben.

"Auch in Sach­sen ist die Al­ters­ar­mut wei­ter auf dem Vor­marsch. Es ist bit­ter, dass Men­schen in ih­rem Ru­he­stand nicht von ih­rer Ren­te le­ben kön­nen und zum So­zi­al­fall wer­den", er­klär­te die Lin­ke-Po­li­ti­ke­rin Sa­bi­ne Zim­mer­mann. Frau­en sei­en we­sent­lich häu­fi­ger be­trof­fen als Män­ner. Für die Zu­kunft sei ein wei­te­rer An­stieg zu er­war­ten.

Dass der Os­ten Deutsch­lands von Al­ters­ar­mut be­son­ders be­trof­fen ist, hat ei­nen plau­si­blen Grund. Häu­fi­ger Job­ver­lust nach der Wen­de hat die Er­werbs­bio­gra­fi­en von Men­schen hier im­mer wie­der un­ter­bro­chen und gro­ße Lö­cher in ih­re Ren­ten­an­sprü­che ge­ris­sen. Zim­mer­mann hält es für drin­gend er­for­der­lich, dass die Bun­des­re­gie­rung das Pro­blem nun ein­zu­däm­men ver­sucht: "Um dies zu er­rei­chen, muss un­ter an­de­rem das Ren­ten­ni­veau wie­der an­ge­ho­ben wer­den, auf min­des­tens 53 Pro­zent", for­dert sie. Zu­dem müss­ten die Kür­zungs­fak­to­ren und die Ren­te ab 67 ab­ge­schafft wer­den.

"Um ei­nen Min­dest­stan­dard in der ge­setz­li­chen Ren­te zu ga­ran­tie­ren for­dern wir die Ein­füh­rung ei­ner So­li­da­ri­schen Min­dest­ren­te", sag­te die Spre­che­rin für Ar­beits­markt­po­li­tik in der Lin­ke- Bun­des­tags­frak­ti­on. Die Lin­ken hal­ten da­bei ei­nen Be­trag von 1050 Eu­ro net­to für an­ge­mes­sen: "Aber auch dem aus­ufern­den Nied­rig­lohn­sek­tor muss ein Rie­gel vor­ge­scho­ben wer­den. Der Min­dest­lohn ist nicht aus­rei­chend, da­mit Ar­beit und auch die Ren­ten wie­der exis­tenz­si­chernd wer­den." Da­für ge­be es zu vie­le Aus­nah­men; mit 8,50 Eu­ro sei der Min­dest­lohn ein­fach zu ge­ring.

Die Grund­si­che­rung im Al­ter wur­de 2003 als ei­ne be­darfs­ori­en­tier­te So­zi­al­leis­tung ein­ge­führt. Sie soll­te da­zu bei­tra­gen, die so­ge­nann­te ver­schäm­te Al­ters­ar­mut ein­zu­gren­zen: Oft mach­ten äl­te­re Men­schen So­zi­al­hil­fe­an­sprü­che nicht gel­tend, ob­wohl sie ein An­recht dar­auf hat­ten. Wer 65 Jah­re alt und ent­spre­chend be­dürf­tig ist, kann die Grund­si­che­rung im Al­ter beim So­zi­al­amt be­an­tra­gen.

Laut Sta­tis­tik lag 2014 der durch­schnitt­li­che Brut­to­be­darf in Sach­sen bei 681 Eu­ro. Von die­sem wird die ei­ge­ne Ren­te ab­ge­zo­gen. Dar­aus ent­steht der An­spruch auf Grund­si­che­rung. Sie ist al­so ei­ne Art Auf­füll­be­trag bis zum Er­rei­chen des Be­darfs. Im Schnitt lag der An­spruch von Emp­fän­gern in Sach­sen im Vor­jahr bei 249 Eu­ro.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 15. August 2016

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