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Fast je­der Zwei­te er­lei­det psy­chi­sche Stö­rung

Psy­cho-Pil­len für Kin­der, Stress im Job bei den El­tern und zum Aus­ku­rie­ren kei­ne Zeit: Im­mer mehr Men­schen kön­nen die Hatz im All­tag nicht mehr er­tra­gen und wer­den psy­chisch krank. Pil­len und Geld kön­nen das nicht hei­len, warnt die Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin in NRW
Pillen - Medikamente War­um steigt die Zahl der psy­chi­schen Er­kan­kun­gen?

29.08.2013. (dpa) - Fast je­der zwei­te er­wach­se­ne Bun­des­bür­ger wird min­des­tens ein­mal in sei­nem Le­ben psy­chisch krank - Ten­denz stei­gend.

Die alar­mie­ren­de Ent­wick­lung zeich­ne sich auch in Nord­rhein-West­fa­len ab, be­rich­te­te Ge­sund­heits­mi­nis­te­rin Bar­ba­ra Stef­fens (Grü­ne) am Mitt­woch in Düs­sel­dorf.

In­ner­halb von zehn Jah­ren sei hier die Zahl der Be­schäf­tig­ten, die we­gen ei­ner psy­chi­schen Er­kran­kung vor­zei­tig in Ren­te ge­hen müs­sen, um 70 Pro­zent ge­stie­gen.

Der So­zi­al­ver­band VdK wies auf das Ar­muts­ri­si­ko hin, dss mit Ar­beits­un­fä­hig­keit und ge­min­der­ter Ren­te ver­bun­den sei, und ver­lang­te fi­nan­zi­el­le Hil­fen. Al­le me­di­zi­nisch not­wen­di­gen Maß­nah­men zur Re­ha­bi­li­ta­ti­on müss­ten ge­währt wer­den, for­der­te der Lan­des­ver­band in ei­ner Mit­tei­lung. Au­ßer­dem müss­ten die Ab­schlä­ge auf die Er­werbs­min­de­rungs­ren­te ab­ge­schafft wer­den.

Stef­fens ver­lang­te hin­ge­gen ei­ne brei­te ge­sell­schaft­li­che De­bat­te über die Ur­sa­chen zu­neh­men­der psy­chi­scher Er­kran­kun­gen. Al­lein mit Geld und Ärz­ten sei das Phä­no­men nicht zu hei­len. Quer durch al­le Al­ters­grup­pen hät­ten Leis­tungs­druck und Über­for­de­rung zu­ge­nom­men. "Selbst kran­ke Kin­der kön­nen sich häu­fig nicht mehr aus­ku­rie­ren, weil ih­re El­tern im Be­rufs­le­ben funk­tio­nie­ren müs­sen", warn­te Stef­fens.

Bun­des­weit neh­me die Ver­ord­nung von Psy­cho­phar­ma­ka an Kin­der und Ju­gend­li­che zu. Im­mer häu­fi­ger müss­ten Kin­der we­gen psy­chi­scher Lei­den so­gar ins Kran­ken­haus ein­ge­wie­sen wer­den. Im nächs­ten Jahr will das NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­um ei­ne ei­ge­ne Stu­die zur psy­chi­schen Ge­sund­heit von Kin­dern und Ju­gend­li­chen vor­le­gen.

10 Pro­zent al­ler Jun­gen und 3,5 Pro­zent al­ler Mäd­chen in Deutsch­land er­hal­ten bis zu ih­rem 19. Le­bens­jahr ei­ne Ver­ord­nung für Rita­lin. Das Me­di­ka­ment kann Kon­zen­tra­ti­ons­stö­run­gen und Hy­per­ak­ti­vi­tät mil­dern, wird aber auch miss­bräuch­lich zur Leis­tungs­stei­ge­rung bei Ge­sun­den ein­ge­setzt. Wer als Kind schon Psy­cho-Pil­len er­hal­te, grei­fe auch spä­ter schnel­ler zu Me­di­ka­men­ten, um Pro­ble­me zu lö­sen, warn­te Stef­fens.

Sie will auch Zwangs­maß­nah­men auf den Prüf­stand stel­len und in ei­ner Stu­die die Ster­be­ra­ten in der Psych­ia­trie un­ter­su­chen las­sen. Da­bei steht die Fra­ge im Vor­der­grund, ob ei­ne Zwangs­me­di­ka­ti­on die Le­bens­dau­er des Pa­ti­en­ten ver­rin­gert.

Klar sei aber auch, dass auf Zwangs­maß­nah­men nicht ver­zich­tet wer­den kön­ne, wenn An­de­re ge­fähr­det wer­den, be­ton­te die Mi­nis­te­rin. In NRW sind jähr­lich rund 21 500 Be­trof­fe­ne zwangs­wei­se un­ter­ge­bracht.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

 

Letzte Überarbeitung: 15. Juli 2014

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