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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/099

Ärz­te­streiks nun auch in Ham­burg

Erst­mals seit 2005 sind Ham­bur­ger Kli­nik­ärz­te in den Warn­streik ge­tre­ten: Nicht je­doch, oh­ne vor­her ei­ne Not­dienst­ver­ein­ba­rung zu tref­fen
Arzt, Belastung

25.04.2019. (dpa/fle) - Pro­test in weiß: Zum ers­ten Mal seit Jah­ren ha­ben Ham­bur­ger Kli­nik­ärz­te mit ei­nem Warn­streik und ei­nem De­mons­tra­ti­ons­zug durch die In­nen­stadt ih­rer For­de­rung nach mehr Geld und bes­se­ren Ar­beits­be­din­gun­gen Nach­druck ver­lie­hen.

Po­li­zei und Ärz­te­ge­werk­schaft Mar­bur­ger Bund spra­chen von et­wa 2.000 Teil­neh­mern.

Mit Tril­ler­pfei­fen und Trans­pa­ren­ten hat­ten die Ärz­te und Ärz­tin­nen bei der Kund­ge­bung, die im Stadt­teil St. Ge­org be­gann und auf dem Gän­se­markt en­de­te, auf ih­re For­de­run­gen auf­merk­sam ge­macht. Auf Pla­ka­ten wur­den vor al­lem har­te Ar­beits­be­din­gun­gen und Be­zah­lung kri­ti­siert: "Mü­de Ärz­te ma­chen Fäh­ler" "Kei­ne Zeit zum Re­den" oder "Wir kos­ten Geld - und ret­ten Le­ben".

Der Auf­ruf der Ärz­te­ge­werk­schaft zu dem ganz­tä­gi­gen Warn­streik rich­te­te sich an die Me­di­zi­ner der sie­ben As­kle­pios-Kli­ni­ken so­wie des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums Ep­pen­dorf (UKE) und des Uni­ver­si­tä­ren Herz­zen­trums.

We­gen des Warn­streiks wa­ren für Mitt­woch kei­ne Ein­grif­fe und Ope­ra­tio­nen ge­plant wor­den. "Wir ha­ben mit al­len be­trof­fe­nen Kli­ni­ken ei­ne Not­dienst­ver­ein­ba­rung ab­ge­schlos­sen. In den Kran­ken­häu­sern wird ei­ne Be­set­zung wie am Wo­chen­en­de vor­ge­hal­ten", sag­te Ka­tha­ri­na von der Heyde, Ge­schäfts­füh­re­rin des Mar­bur­ger Bun­des Ham­burg, der Deut­schen Pres­se-Agen­tur. Zu­dem hät­ten zen­tra­le Not­auf­nah­men selbst­ver­ständ­lich ge­öff­net. "Die Ver­sor­gung me­di­zi­ni­scher Not­fäl­le ist da­mit ge­si­chert."

Das UKE sprach am Nach­mit­tag von ei­nem ru­hi­gen Be­trieb am Mitt­woch. Al­le nicht drin­gen­den Fäl­le sei­en ge­mäß der Not­dienst­ver­ein­ba­rung ver­scho­ben wor­den. Ein As­kle­pios-Spre­cher sag­te, es sei­en ver­ein­zelt Ope­ra­tio­nen ab­ge­sagt wor­den. Es sei aber zu kei­nen grö­ße­ren Be­ein­träch­ti­gun­gen ge­kom­men, es ha­be auch kei­ne brei­te­re Ar­beits­nie­der­le­gung ge­ge­ben.

Seit der zen­tra­len Auf­takt­ver­an­stal­tung am 10.04.2019 in Frank­furt am Main wer­den vom Mar­bur­ger Bund deutsch­land­weit wei­te­re de­zen­tra­le Warn­streiks or­ga­ni­siert. Die Ärz­te­ge­werk­schaft for­dert bun­des­weit fünf Pro­zent mehr Lohn so­wie ei­nen wei­ter­hin ei­gen­stän­di­gen Ta­rif­ver­trag für Ärz­te. Da­mit will die Ge­werk­schaft ver­hin­dern, dass ihr arzt­spe­zi­fi­scher Ta­rif­ver­trag auf­grund des Ta­rif­ein­heits­ge­set­zes durch ei­nen Mehr­heits­ta­rif­ver­trag ver­drängt wird. Zahl­rei­che Kli­nik­ver­bän­de hät­ten be­reits ent­spre­chen­de Re­ge­lun­gen mit dem Mar­bur­ger Bund ver­ein­bart.

Die Ge­werk­schaft for­dert des­halb auch von der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (VKA), die Fol­gen die­ses Ge­set­zes über ei­nen ge­mein­sa­men Ver­trag aus­zu­schlie­ßen. Bei der For­de­rung ge­he es nicht aus­schließ­lich ums Ge­halt. "Vie­len Ärz­ten sind die Ar­beits­be­din­gun­gen viel wich­ti­ger. Es wird al­les im­mer knap­per, die Be­set­zung ist im­mer dün­ner, die Ar­beits­dich­te ist im­mer hö­her, es wer­den Über­stun­den noch und nö­cher ge­leis­tet", so von der Heyde.

Die Ar­beit­ger­sei­te hat­te zu­letzt ei­ne Er­hö­hung von 2,8 Pro­zent von Ju­li 2019 an so­wie um 2,5 Pro­zent von Ju­li 2020 an an­ge­bo­ten. Zu­dem zeig­te sie sich mit Blick auf die Si­che­rung des Ärz­te-ei­ge­nen Ta­rif­ver­tra­ges kom­pro­miss­be­reit. Das nächs­te Tref­fen bei­der Sei­ten ist für den 02.05.2019 ge­plant.

In Ham­burg sind Me­di­zi­ner der neun Häu­ser dem Mar­bur­ger Bund zu­fol­ge zu­letzt 2005 in den Warn­streik ge­tre­ten. "Das ist auch für uns das letz­te Mit­tel. Wir ma­chen das be­stimmt nicht leicht­fer­tig", sag­te von der Heyde da­zu.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 10. Mai 2019

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