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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/202

Ar­beit­ge­ber: Ho­he So­zi­al­ab­ga­ben ge­fähr­den Ar­beits­plät­ze

Die Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de for­dern ei­ne Ober­gren­ze für So­zi­al­aus­ga­ben, um ei­nen "mas­si­ven" Ar­beits­platz­ver­lust zu ver­hin­dern.
Chipkarten von Krankenversicherungen

28.07.2017. (dpa/wie) - Den An­ga­ben des "Han­dels­blatts" zu­fol­ge wur­den im ver­gan­ge­nen Jahr 918 Mil­li­ar­den Eu­ro für So­zi­al­leis­tun­gen aus­ge­ge­ben. Das sind 3,7 Pro­zent mehr als noch in 2015.

Die Aus­ga­ben könn­ten laut der Zei­tung am En­de der nächs­ten Le­gis­la­tur­pe­ri­ode bei 1,1 Bil­lio­nen Eu­ro lie­gen. Das Pro­gnos-In­sti­tut hat be­rech­net, dass mit ei­nem An­stieg der ge­sam­ten So­zi­al­leis­tun­gen um ei­nen Pro­zent­punkt rund 90.000 Ar­beits­plät­ze ver­lo­ren ge­hen. Nach der sel­ben Stu­die wür­den die Bei­trags­sät­ze in den zen­tra­len Zwei­gen der So­zi­al­ver­si­che­rung oh­ne ge­setz­li­che Ein­grif­fe von heu­te knapp 40 Pro­zent bis 2040 auf 48,8 Pro­zent stei­gen. Durch ge­setz­li­che Ein­grif­fe, wie bei­spiels­wei­se bei der Ren­te, könn­ten es im sel­ben Zeit­raum bis zu 55,5 Pro­zent wer­den.

Laut dem Haupt­ge­schäfts­füh­rer der Bun­des­ver­ei­ni­gung der Deut­schen Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de (BDA), Stef­fen Kam­pe­ter, ha­ben fast al­le Par­tei­en das Ziel, in der kom­men­den Le­gis­la­tur­pe­ri­ode die So­zi­al­leis­tun­gen teils deut­lich aus­zu­wei­ten. Dies wür­de zu ei­nem mas­si­ven Job­ver­lust füh­ren, warn­te Kam­pe­ter, der einst CDU-Staats­se­kre­tär im Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um war, am Mitt­woch in Ber­lin.

Er plä­diert des­halb für ei­ne Ober­gren­ze von 40 Pro­zent des Brut­to­mo­nats­lohns hin­sicht­lich des Ge­samt­bei­trags­sat­zes für Kran­ken-, Pfle­ge-, Ren­ten- und Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung.

Die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung gab ih­rer­seits an, dass die Ren­ten- und Kran­ken­kas­sen­bei­trä­ge auf ab­seh­ba­re Zeit sta­bil blei­ben wür­den. Das lä­ge auch an der wach­sen­den Zahl von zu­ge­wan­der­ten Bei­trags­zah­lern, ins­be­son­de­re aus EU-Län­dern. Dem­nach sei die Zahl die­ser Grup­pe zwi­schen 2008 und 2015 um 53 Pro­zent ge­stie­gen.

Pe­ter Weiß, Ren­ten­ex­per­te der CDU, sag­te in Hin­blick auf die­se Zah­len, er wür­de sich wün­schen, "dass das in der ak­tu­el­len De­bat­te über Flücht­lin­ge und Zu­wan­de­rung mehr in den Vor­der­grund ge­rückt wird."

Har­te Kri­tik an den Aus­sa­gen von Kam­pe­ter gab es vom Lin­ken-Chef Bernd Ri­ex­in­ger: "Al­le Jah­re wie­der jam­mern die Ar­beit­ge­ber über an­geb­lich zu ho­he So­zi­al­ab­ga­ben." Ei­ne Ober­gren­ze wür­de durch den de­mo­gra­fi­schen Wan­del, dem me­di­zi­ni­schen Fort­schritt und kon­junk­tu­rel­len Ri­si­ken zu­las­ten der Ar­beit­neh­mer ge­hen, so Ri­ex­in­ger.


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Letzte Überarbeitung: 15. Dezember 2017

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