HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/285

Ar­beits­lo­sen­geld-Vor­schuss beim Ein­kau­fen ab­ho­len

Künf­tig sol­len Ar­beits­lo­sen­geld­emp­fän­ger, die kein ei­ge­nes Kon­to ha­ben oder ei­nen Vor­schuss be­nö­ti­gen, Bar­geld an der Su­per­markt­kas­se er­hal­ten.
Einzelhandel, Kassiererin im Supermarkt

13.11.2017. (dpa/wie) - Für Emp­fän­ger von Ar­beits­lo­sen­geld wird es am En­de des Mo­nats manch­mal fi­nan­zi­ell et­was eng. Zu die­sem Zweck gibt es der­zeit die Mög­lich­keit, mit ei­ner spe­zi­el­len Kar­te an Kas­sen­au­to­ma­ten in ei­ni­gen Job­cen­tern und Ar­beits­agen­tu­ren ei­nen ge­neh­mig­ten Be­trag als Vor­schuss ab­zu­he­ben. Auch Men­schen oh­ne ei­ge­nes Kon­to kön­nen die­se Au­to­ma­ten nut­zen, um sich ihr Ar­beits­lo­sen­geld ab­zu­ho­len.

Die­ses Sys­tem ist der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) nun aber zu teu­er. Nach ei­ge­nen An­ga­ben zahlt die Bun­des­agen­tur acht Eu­ro je Trans­ak­ti­on. Bei et­wa 400.000 Bar-Trans­ak­tio­nen im Vor­jahr be­lie­fen sich die Kos­ten auf rund 3,2 Mil­lio­nen Eu­ro.

Um an die­ser Stel­le zu spa­ren, wird es künf­tig mög­lich sein, sich mit ei­nem Bar­code vom Ar­beits­amt an der Su­per­markt­kas­se das Ar­beits­lo­sen­geld aus­zah­len zu las­sen, wie ein Spre­cher der Bun­des­agen­tur für Ar­beit be­stä­tig­te. "Ziel ist die flä­chen­wei­te Ein­füh­rung der neu­en Lö­sung bis En­de 2018." Die Part­ner sei­en Rewe, Pen­ny, Re­al, dm und Ross­mann. Das Ber­li­ner Un­ter­neh­men Cash Pay­ment So­lu­ti­ons über­nimmt die tech­ni­sche Um­set­zung.

Ne­ben dem Kos­ten­as­pekt soll das neue Sys­tem auch wei­te­re Vor­tei­le bie­ten. Man wol­le "un­bü­ro­kra­tisch und schnell hel­fen, weil es nicht in je­dem Job­cen­ter ei­nen sol­chen Au­to­ma­ten gibt und die Au­to­ma­ten durch­aus auch stör­an­fäl­lig wa­ren", er­klär­te der BA-Spre­cher.

Den Zet­tel mit dem Bar­code kön­ne man sich in den Job­cen­tern und Ar­beits­agen­tu­ren ab­ho­len. Die­se könn­ten an der Kas­se ein­ge­scannt wer­den und der an­ge­zeig­te Be­trag kön­ne dann di­rekt aus­ge­zahlt wer­den. "Wenn das ein Be­scheid mit ei­nem Bar­code ist, den man in der Su­per­markt­schlan­ge an der Kas­se vor­zei­gen muss, um Geld aus­be­zahlt zu be­kom­men, ist das ein denk­bar in­dis­kre­tes Ver­fah­ren", kri­ti­sier­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Pa­ri­tä­ti­schen Ge­samt­ver­bands, Ul­rich Schnei­der, das Vor­ha­ben. Er for­dert "ab­so­lu­te Dis­kre­ti­on" um "je­de Stig­ma­ti­sie­rung aus­zu­schlie­ßen".

Laut dem BA-Spre­cher soll der Zet­tel mit dem Bar­code "neu­tral" ge­hal­ten wer­den.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 13. November 2017

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2017:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de