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Ar­beits­lo­sen­zahl im Ok­to­ber ge­sun­ken

Die Zahl der Ar­beits­lo­sen ist im Ok­to­ber wei­ter ge­sun­ken, ins­ge­samt ist je­doch nur noch ein leich­ter Rück­gang zu ver­zeich­nen
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30.10.2019. (dpa/fle) - Die Zei­ten der Be­schäf­ti­gungs­re­kor­de nei­gen sich dem En­de zu - der Wirt­schafts­ab­schwung macht sich auf dem Ar­beits­markt be­merk­bar.

Die Zahl der Ar­beits­lo­sen ist im Ok­to­ber we­ni­ger stark zu­rück­ge­gan­gen als mit der Herbst­be­le­bung üb­lich und blieb erst­mals seit Jah­ren in et­wa auf dem Vor­jah­res­ni­veau.

Den­noch rech­net die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) in den nächs­ten drei Mo­na­ten wei­ter­hin mit ei­nem Rück­gang der Ar­beits­lo­sig­keit.

2,204 Mil­lio­nen Men­schen wa­ren im Ok­to­ber in Deutsch­land oh­ne Job. Das wa­ren 30.000 we­ni­ger als im Sep­tem­ber und na­he­zu ge­nau­so vie­le wie vor ei­nem Jahr. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te sank um 0,1 Pro­zent­punk­te auf 4,8 Pro­zent. "Die­se An­nä­he­rung an die Vor­jah­res­zah­len se­hen wir seit ge­rau­mer Zeit", sag­te BA-Chef Det­lef Schee­le bei der Vor­stel­lung der Ar­beits­markt­sta­tis­tik am Mitt­woch in Nürn­berg. Doch nun liegt die Ar­beits­lo­sen­zahl erst­mals seit Ja­nu­ar 2014 nicht mehr un­ter dem Vor­jah­res­wert.

Rech­net man die sai­so­na­len Schwan­kun­gen her­aus, wa­ren im Ok­to­ber 6.000 Men­schen so­gar mehr ar­beits­los als im Sep­tem­ber. Das zei­ge, dass der Be­schäf­ti­gungs­zu­wachs in der Pfle­ge und dem Ge­sund­heits­we­sen den Rück­gang im ver­ar­bei­ten­den Ge­wer­be nicht mehr aus­glei­chen kön­ne, sag­te Schee­le. Be­trof­fen sei vor al­lem Süd­deutsch­land, das stark von der ex­port­ori­en­tier­ten In­dus­trie ge­prägt sei. Zur­zeit be­fin­den sich nach An­ga­ben der BA 54.000 Men­schen in Kurz­ar­beit.

Da­mit und mit Hil­fe von Qua­li­fi­zie­run­gen kön­ne man über den kon­junk­tu­rel­len Ab­schwung hin­weg­kom­men, sag­te Schee­le. "Wir ge­hen da­von aus, dass es kei­ne kon­junk­tu­rel­le Kri­se, son­dern ei­ne Del­le ist." Doch füh­ren­de Volks­wir­te be­fürch­ten, dass die Flau­te in der In­dus­trie auch auf an­de­re Wirt­schafts­zwei­ge über­greift und der pri­va­te Kon­sum zu­neh­mend ins Wan­ken ge­rät. So hat­te das Nürn­ber­ger Markt­for­schungs­un­ter­neh­men GfK für No­vem­ber den nied­rigs­ten Wert beim Kon­sum­kli­ma seit Herbst 2016 er­mit­telt.

Auch der Aus­bil­dungs­markt trotzt der kon­junk­tu­rel­len Ein­trü­bung. Im ver­gan­ge­nen Aus­bil­dungs­jahr gab es mehr Aus­bil­dungs­stel­len als Be­wer­ber. So wa­ren von Ok­to­ber 2018 bis Sep­tem­ber 2019 bei den Ar­beits­agen­tu­ren 572.000 Stel­len ge­mel­det und da­mit 6.600 mehr als im Vor­jah­res­zeit­raum. Die Ver­mitt­lung der Ar­beits­agen­tu­ren nah­men aber nur 511.000 jun­ge Men­schen in An­spruch, 23.800 we­ni­ger als im Vor­jahr.

Da­bei gab es re­gio­nal gro­ße Un­ter­schie­de. Mehr Stel­len als Be­wer­ber re­gis­trier­ten die Ar­beits­agen­tu­ren in Süd­deutsch­land, im Saar­land, Thü­rin­gen, Meck­len­burg-Vor­pom­mern und Ham­burg. In Ber­lin, in Tei­len Hes­sens und Nord­rhein-West­fa­lens fehl­te es da­ge­gen an Lehr­stel­len. Dort ka­men bis zu 170 Be­wer­ber auf 100 Stel­len. Wäh­rend jun­ge Leu­te mit Ab­itur oder Re­al­schul­ab­schluss gu­te Aus­sich­ten hat­ten, fan­den die mit Haupt­schul­ab­schluss schwie­ri­ger ei­ne Lehr­stel­le.

Am be­lieb­tes­ten wa­ren Aus­bil­dun­gen un­ter an­de­rem in der Tisch­le­rei, im Kfz-Ver­kauf, der Kfz-Tech­nik und im Bü­ro­ma­nage­ment. Die Le­bens­mit­tel­bran­che, die Gas­tro­no­mie und der Hoch­bau pla­gen da­ge­gen Nach­wuchs­pro­ble­me. So ka­men auf 100 Aus­bil­dungs­stel­len in Tisch­le­rei­en 211 Be­wer­ber, in der Le­bens­mit­tel­bran­che wa­ren es ge­ra­de mal 20.

Aus die­sen Grün­den wa­ren am 30. Sep­tem­ber noch 53.100 Aus­bil­dungs­plät­ze un­be­setzt, wäh­rend 24.500 Be­wer­ber noch ei­ne Lehr­stel­le such­ten. Schee­le for­dert des­halb mehr Kom­pro­miss­be­reit­schaft von bei­den Sei­ten. An­ge­hen­de Lehr­lin­ge müss­ten auch wei­ter ent­fern­te Stel­len an­neh­men und sich von ih­rem Traum­job ver­ab­schie­den. Die Be­trie­be müss­ten sich auch für Men­schen öff­nen, die nicht die op­ti­ma­len Kan­di­da­ten sei­en.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 30. Oktober 2019

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