HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/265

Ar­beits­lo­sig­keit auf nied­rigs­tem Stand seit Wie­der­ver­ei­ni­gung

Stellenanzeige in der Zeitung, Stellenmarkt, Arbeitsmarkt

31.10.2018. (dpa/fle) - Erst­mals seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung ist die Ar­beits­lo­sen­quo­te in Deutsch­land un­ter die Fünf-Pro­zent-Mar­ke ge­sun­ken.

Ur­sa­che für das Re­kord­tief ist ein kräf­ti­ger Herbst­auf­schwung und die all­ge­mein gu­te Kon­junk­tur, wie die Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) am Diens­tag in Nürn­berg mit­teil­te.

Mit 4,9 Pro­zent sank die Ar­beits­lo­sen­quo­te dem­nach in Deutsch­land im Ok­to­ber auf ein neu­es Re­kord­tief.

Dar­auf kön­ne Deutsch­land stolz sein, er­klär­te Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD). Das spor­ne an, sag­te BA-Chef Det­lef Schee­le: "Es zeigt, dass man Mar­ken er­rei­chen kann, von de­nen wir vor drei Jah­ren nicht ge­träumt ha­ben." Voll­be­schäf­ti­gung sei mit ei­ner Quo­te von un­ter fünf Pro­zent aber noch nicht ge­ge­ben.

Die Zahl der Job­su­cher fiel mit 2,204 Mil­lio­nen auch auf den nied­rigs­ten Ok­to­ber-Wert seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung. Im Ver­gleich zum Vor­mo­nat war es ein Rück­gang um 53.000, im Ver­gleich zum Vor­jahr nahm die Zahl der Ar­beits­lo­sen um 185.000 ab.

Ex­per­ten spre­chen bei Quo­ten von zwei bis drei Pro­zent von Voll­be­schäf­ti­gung. In Tei­len Bay­erns und Ba­den-Würt­tem­bergs lie­gen die Ar­beits­lo­sen­quo­ten be­reits in die­sem Be­reich. Bun­des­weit reicht die Span­ne von 1,2 bis 12,5 Pro­zent. Die re­gio­na­len Un­ter­schie­de an­zu­glei­chen wer­de Zeit brau­chen, sag­te Schee­le.

Re­kord­wer­te gibt es auch beim Wachs­tum der so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­ti­gen Be­schäf­ti­gung. Die­se stieg im Ok­to­ber über die Zahl von 33 Mil­lio­nen Per­so­nen.

Die An­zahl der Be­schäf­tig­ten nahm laut Hoch­rech­nun­gen der Bun­des­agen­tur von Ju­li auf Au­gust sai­son­be­rei­nigt um 56.000 zu. Da­mit hat­ten 33,11 Mil­lio­nen Men­schen in Deutsch­land ei­nen re­gu­lä­ren Job. Das sind 715.000 mehr als noch ein Jahr zu­vor.

Die Ge­samt­zahl der Er­werbs­tä­ti­gen stieg nach ak­tu­el­len Da­ten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­am­tes im Sep­tem­ber mit mehr als 45 Mil­lio­nen eben­falls auf ein Re­kord­hoch.

"Man kann von ei­nem Be­schäf­ti­gungs­re­kord spre­chen", sag­te Schee­le. Von in­ter­na­tio­na­len Un­si­cher­hei­ten wie Han­dels­kon­flik­ten oder dem na­hen­den Aus­stieg Groß­bri­tan­ni­ens aus der Eu­ro­päi­schen Uni­on (Brex­it) sei am hie­si­gen Ar­beits­markt ge­gen­wär­tig nichts zu spü­ren. Die Un­ter­neh­men sei­en zwar ver­un­si­chert, das schla­ge aber bis­her nicht durch.

Auch oh­ne die üb­li­che Herbst­be­le­bung wä­re die Ar­beits­lo­sig­keit laut BA im Ok­to­ber wei­ter ge­sun­ken. Die um jah­res­zeit­li­che Ein­flüs­se an­ge­pass­te Zahl der Job­su­cher (sai­son­be­rei­nigt) sank auf 2,292 Mil­lio­nen. Dem­nach wa­ren zu­letzt rund 11.000 Män­ner und Frau­en we­ni­ger oh­ne Ar­beit als im Sep­tem­ber. Die Zahl sank in et­wa gleich stark im Wes­ten wie im Os­ten.

Rech­net man al­ler­dings noch die­je­ni­gen Job­su­cher hin­zu, die Aus- und Fort­bil­dun­gen ab­sol­vie­ren, in Trai­nings­maß­nah­men oder in Ein-Eu­ro-Jobs für den Be­rufs­all­tag fit ge­macht wer­den sol­len, liegt die Zahl bei 3,142 Mil­lio­nen. Die­se Form der Ar­beits­lo­sig­keit, die sog. "Un­ter­be­schäf­ti­gung", sank sai­son­be­rei­nigt im Ver­gleich zum Vor­mo­nat um 9.000.

Bei der Bun­des­agen­tur wa­ren im Ok­to­ber zu­gleich et­wa 824.000 of­fe­ne Stel­len ge­mel­det. Das sind 44.000 mehr als vor ei­nem Jahr.

Für die nächs­ten Mo­na­te zeig­te sich der BA-Chef wei­ter op­ti­mis­tisch. Die Ar­beits­lo­sen­zahl wird aber vor­aus­sicht­lich auch im kom­men­den Jah­ren über zwei Mil­lio­nen lie­gen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 12. November 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de