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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/060

Ar­beits­zeit lässt sich im­mer schwe­rer er­fas­sen

Laut ei­ner Stu­die des IZA be­schäf­ti­gen sich im­mer mehr Men­schen auf­grund der Di­gi­ta­li­sie­rung auch au­ßer­halb der Ar­beits­zeit mit dienst­li­chen Din­gen
Wanduhr

07.03.2018. (dpa/wie) - Vier von zehn Ar­beit­neh­mern ver­brin­gen in ih­rer Frei­zeit durch­schnitt­lich mehr als zwei St­un­den pro Wo­che mit dienst­li­chen Tä­tig­kei­ten. Das geht aus ei­ner re­prä­sen­ta­ti­ven Stu­die des In­sti­tuts zur Zu­kunft der Ar­beit (IZA) her­vor.

Für die Er­he­bung "Ar­bei­ten in Deutsch­land" wur­den 1.809 Be­schäf­tig­te im Al­ter zwi­schen 25 und 54 Jah­ren be­fragt. Au­ßer­dem ar­bei­te­te das In­sti­tut mit dem Kar­rie­re­netz­werk Xing zu­sam­men, von dem wei­te­re 1.967 Mit­glie­der be­fragt wur­den.

Un­ter den Xing-Mit­glie­dern ga­ben so­gar mehr als die Hälf­te (58,1 Pro­zent) an, mehr als zwei St­un­den die Wo­che nach Fei­er­abend oder am Wo­chen­en­de zu ar­bei­ten. Wis­sens­ar­beit und so­zia­le In­ter­ak­ti­on fin­de zu­neh­mend au­ßer­halb ei­nes fes­ten Ar­beits­plat­zes statt, er­klär­te Hil­mar Schnei­der, Lei­ter des IZA. "Die Mess­bar­keit von Ar­beits­zeit ge­rät da­mit zur Il­lu­si­on."

Ge­ne­rell be­schäf­ti­gen sich laut der Be­fra­gung 62,8 Pro­zent in ih­rer Frei­zeit mit dienst­li­chen Din­gen, wie et­wa E-Mails be­ar­bei­ten oder Fach­li­te­ra­tur und In­for­ma­ti­ons­ma­te­ri­al durch­se­hen. Im Xing-Netz­werk wa­ren es so­gar 87,6 Pro­zent. Grund da­für sei u.a. die Di­gi­ta­li­sie­rung.

Der Ar­beit­neh­mer­schutz ver­lie­re durch die im­mer grö­ßer wer­den­de Ähn­lich­keit von ab­hän­gi­ger und selbst­stän­di­ger Ar­beit an Wirk­sam­keit, so Schnei­der. Des­halb sei ei­ne grund­sätz­li­che De­bat­te über die De­fi­ni­ti­on von Ar­beit not­wen­dig. Ein Ver­bot von dienst­li­chen E-Mails au­ßer­halb der Bü­ro­zei­ten, wie es Por­sche-Be­triebs­rats­chef Uwe Hück En­de letz­ten Jah­res for­der­te (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/311 Dienst­li­che E-Mails nach Fei­er­abend), sei je­doch nicht die Lö­sung.

Zu­dem ge­he das Ar­beits­zeit­ge­setz da­von aus, dass sich Ar­beits­zeit ein­deu­tig mes­sen las­se, was al­ler­dings zu­neh­mend schwe­rer ge­lin­ge. Ar­beit­neh­mer wür­den da­durch nicht mehr wir­kungs­voll vor Über­las­tung ge­schützt, mahn­te Schnei­der.


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Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2018

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