HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/270

Ar­beits­zeit­ana­ly­se an Schu­len

Ar­bei­ten Leh­rer zu viel? Die­ser Fra­ge ist ei­ne Ex­per­ten­kom­mis­si­on im Auf­trag des Kul­tus­mi­nis­te­ri­um an Nie­der­sach­sens Schu­len nach­ge­gan­gen.
Lehrerin in einer Grundschulklasse mit Schülern, Schule

24.10.2017. (dpa/wie) - Am Don­ners­tag kommt die Ex­per­ten­kom­mis­si­on zur Ar­beits­zeit­ana­ly­se an Schu­len zu­sam­men, um ih­ren Zwi­schen­be­richt zur Ar­beits­zeit von Leh­rern zu ver­ab­schie­den.

Die Kom­mis­si­on wur­de vor ei­nem Jahr vom Nie­der­säch­si­schen Kul­tus­mi­nis­te­ri­um ein­ge­setzt. Hin­ter­grund der Ein­set­zung die­ses Gre­mi­ums war ein Ur­teil des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Lü­ne­burg (Ur­teil vom 09.06.2015, 5 KN 148/14), wel­ches die von der da­ma­li­gen Lan­des­re­gie­rung be­schlos­se­ne Er­hö­hung der Un­ter­richts­ver­pflich­tung für Gym­na­si­al­leh­rer als ver­fas­sungs­wid­rig er­klär­te.

Laut der Lü­ne­bur­ger Rich­ter hat­te es auch kei­ne nach­voll­zieh­ba­re Er­fas­sung der Leh­rer­ar­beits­zei­ten ge­ge­ben.

Laut dem Po­li­tik­jour­nal "Rund­blick" er­gab die Aus­wer­tung ei­ne durch­schnitt­li­che Ar­beits­zeit der Nie­der­säch­si­schen Leh­rer von 46,5 St­un­den pro Wo­che. Das sind 6,5 St­un­den mehr, als das Be­am­ten­ge­setz vor­sieht. Der Vor­sit­zen­de des Ex­per­ten­gre­mi­ums, Ri­chard Höpt­ner, er­klär­te al­ler­dings, dass sich die­se Zahl auf die 39 Un­ter­richts­wo­chen be­zie­he, und die Fe­ri­en nicht ein­be­rech­net wur­den. Wäh­rend der schul­frei­en Zeit wür­den die Leh­rer zwar auch ar­bei­ten, je­doch deut­lich we­ni­ger als wäh­rend der Un­ter­richts­pha­sen, so Höpt­ner.

Am größ­ten ist die Be­las­tung dem Be­richt zu­fol­ge für Teil­zeit­kräf­te und Päd­ago­gen mit Lei­tungs­funk­ti­on.

Zum glei­chen Er­geb­nis kam die Bil­dungs­ge­werk­schaft GEW vor ei­nem Jahr (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 16/242 GEW-Stu­die: Gym­na­si­al­leh­rer ar­bei­ten drei St­un­den pro Wo­che zu­viel). Knapp 2.900 Lehr­kräf­te aus 255 Schu­len hat­ten da­mals für ein Jahr ih­re Ar­beits­zeit pro­to­kol­liert.

Nie­der­sach­sens Gym­na­si­al­leh­rer ka­men da­bei im Durch­schnitt auf drei St­un­den und fünf Mi­nu­ten Mehr­ar­beit pro Wo­che, Grund­schul­leh­rer ar­bei­te­ten ei­ne St­un­de und zwan­zig Mi­nu­ten zu viel. In Be­zug auf die­se Stu­die sag­te Höpt­ner: "Ich wür­de der GEW zu­stim­men, dass es Pro­blem­grup­pen gib."


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 22. November 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de