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Auf­trä­ge der deut­schen Ma­ri­ne sol­len Wol­gas­ter Werft un­ter­stüt­zen

Der Stopp von Rüs­tungs­ex­por­ten nach Sau­di-Ara­bi­en ist ein Schlag für die Wol­gas­ter Werft. Der Land­tag von Schwe­rin sieht die Bun­des­re­gie­rung in der Pflicht
Schiffsbau, Schiffswerft, Reederei

23.11.2018. (dpa/fle) - Der Land­tag in Schwe­rin sieht bei der Be­schäf­ti­gungs­si­che­rung auf der vom Ex­port­stopp nach Sau­di-Ara­bi­en be­trof­fe­nen Wol­gas­ter Pee­ne-Weft den Bund maß­geb­lich in der Pflicht.

Mit gro­ßer Mehr­heit for­der­te das Par­la­ment am Don­ners­tag die Bun­des­re­gie­rung auf, den Über­was­ser-Ma­ri­ne­schiff­bau zur Schlüs­sel­tech­no­lo­gie zu er­klä­ren.

Da­mit könn­ten Auf­trä­ge der Bun­des­wehr an Werf­ten in Deutsch­land oh­ne ei­ne eu­ro­pa­wei­te Aus­schrei­bung ver­ge­ben wer­den, heißt es in ei­nem von SPD und CDU ein­ge­brach­ten Dring­lich­keits­an­trag.

Auf der zur Bre­mer Lürs­sen-Grup­pe ge­hö­ren­den Werft in Wol­gast wur­den bis­lang vor al­lem Pa­trouil­len­boo­te für Sau­di-Ara­bi­en ge­baut. Weil die Bun­des­re­gie­rung nach dem ge­walt­sa­men Tod des re­gime­kri­ti­schen sau­di­schen Jour­na­lis­ten Kas­hog­gi ei­nen Lie­fer­stopp für Sau­di-Ara­bi­en ver­häng­te, wur­de ein Teil der gut 300 Be­schäf­tig­ten in Kurz­ar­beit ge­schickt. Vie­le Schiff­bau­er an der Pee­ne ban­gen um ih­re Ar­beits­plät­ze, die Stadt be­fürch­tet mas­si­ve Ver­lus­te bei den Steu­er­ein­nah­men. Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Ma­nue­la Schwe­sig (SPD) will laut Staats­kanz­lei En­de kom­men­der Wo­che die Werft in Wol­gast be­su­chen.

Wirt­schafts­mi­nis­ter Har­ry Gla­we (CDU) be­rich­te­te von sei­nen Ge­sprä­chen mit der Werft-Spit­ze. Da­bei sei­en Über­gangs­lö­sun­gen er­ör­tert wor­den. "Wir wol­len die Auf­trags­lü­cke schlie­ßen, da­mit die Mit­ar­bei­ter ge­hal­ten wer­den kön­nen", sag­te er. So sei das Land be­reit, Fort­bil­dungs­maß­nah­men zu fi­nan­zie­ren. Da­mit wür­den auch die Ein­kom­mens­ein­bu­ßen der be­trof­fe­nen Schiff­bau­er ver­klei­nert.

Gla­we geht nach ei­ge­nen An­ga­ben da­von aus, dass die Pha­se der Kurz­ar­beit nach drei bis vier Mo­na­ten be­en­det sein wird. Im Ja­nu­ar sol­le mit den Vor­be­rei­tun­gen zum Bau ei­ner gro­ßen Yacht be­gon­nen wer­den, die Kiel­le­gung sei für das Früh­jahr ge­plant. Der Mi­nis­ter äu­ßer­te die Er­war­tung, dass Lürs­sen auch vom Bau ei­nes neu­en Kampf­schif­fes für die Ma­ri­ne pro­fi­tie­ren wird. Die Auf­trags­ver­ga­be sol­le An­fang 2019 er­fol­gen.

Kri­tisch äu­ßer­te sich Gla­we zum Ver­hal­ten des Bun­des seit Ver­hän­gung des Aus­fuhr­stopps, von dem die Wol­gas­ter Werft in be­son­de­rer Wei­se be­trof­fen sei. "Die Schwe­ri­ner Ko­ali­ti­on ist von An­fang an ak­tiv. Von den Bun­des­po­li­ti­kern hat sich noch kei­ner ge­äu­ßert", kon­sta­tier­te er.

Hef­ti­ge De­bat­ten lös­te die For­de­rung der Links­frak­ti­on nach ei­nem En­de des Mi­li­tär­schiff­baus in Wol­gast aus. Die Schiff­bau­er an der Pee­ne hät­ten sich auf die­sen Be­reich spe­zia­li­siert. "Der Kon­ver­si­ons­plan wür­de die Werft ernst­haft in Schwie­rig­keit brin­gen", sag­te Vor­pom­mern-Staats­se­kre­tär Pa­trick Dah­le­mann (SPD).

Der Lin­ke-Ab­ge­ord­ne­te Pe­ter Rit­ter trat dem Vor­wurf, die Werft mit der For­de­rung nach zi­vi­ler Pro­duk­ti­on in ih­rer Exis­tenz zu ge­fähr­den, ent­schie­den ent­ge­gen. "Im Schiff­bau wer­den 1.500 Fach­leu­te ge­sucht", sag­te Rit­ter un­ter Hin­weis auf Per­so­nal­lü­cken beim Bau von Kreuz­fahrt­schif­fen auf den MV-Werf­ten in Wis­mar, Ros­tock und Stral­sund. Durch die Ein­bin­dung der Wol­gas­ter Werft kön­ne auch dort lang­fris­tig die Be­schäf­ti­gung ge­si­chert wer­den.

Die Lürs­sen-Grup­pe hat­te von Sau­di-Ara­bi­en ei­nen Groß­auf­trag für mehr als 30 Pa­trouil­len­boo­ten er­hal­ten, die sie in Wol­gast bau­en lässt. Sechs die­ser Küs­ten­boo­te wur­den laut Gla­we be­reits aus­ge­lie­fert, zwei lie­gen fer­tig auf der Werft und vier wei­te­re sol­len in den kom­men­den Wo­chen fer­tig­ge­stellt wer­den.

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Letzte Überarbeitung: 25. November 2018

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