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ARBEITSRECHT AKTUELL // 19/003

Bahn und Lok­füh­rer ei­ni­gen sich auf Ta­rif­ver­trag

Die Bahn und die Lok­füh­rer­ge­werk­schaft GDL ei­ni­gen sich auf ei­ne Lohn­er­hö­hung von 6,1 Pro­zent. Ar­beits­kämp­fe sind da­mit bis 2021 nicht mehr zu er­war­ten
Deutsche Bahn, Zugverkehr

04.01.2019. (dpa/fle) - Fahr­gäs­te der Deut­schen Bahn müs­sen bis auf Wei­te­res kei­ne Streiks mehr fürch­ten.

Wie zu­vor mit der Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) (Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/304 Ta­rif­ei­ni­gung bei der Bahn: 6,1 Pro­zent plus) hat der DB-Kon­zern nun auch mit den Lok­füh­rern der GDL ei­nen lang­fris­ti­gen Ta­rif­ver­trag bis En­de Fe­bru­ar 2021 ab­ge­schlos­sen.

Nach der am Frei­tag in Frank­furt am Main von bei­den Sei­ten vor­ge­stell­ten Ver­ein­ba­rung sol­len für die rund 36.000 Be­schäf­tig­ten des Zug­per­so­nals die Löh­ne in zwei Stu­fen um ins­ge­samt 6,1 Pro­zent stei­gen: Die ers­te Ta­rif­stu­fe von 3,5 Pro­zent greift zum 01.07.2019, ei­ne wei­te­re von 2,6 Pro­zent ist ein Jahr spä­ter fäl­lig. Statt die­ser zwei­ten Lohn­er­hö­hung kön­nen die Be­schäf­tig­ten auch zu­sätz­li­che Ur­laubs­ta­ge oder ei­ne kür­ze­re Wo­chen­ar­beits­zeit wäh­len, die dann ab 01.01.2021 gel­ten wür­den. Ein­ma­lig sol­len be­reits im Fe­bru­ar 1.000 EUR aus­ge­zahlt wer­den.

Die Re­ge­lun­gen ent­spre­chen dem Ab­schluss mit der grö­ße­ren EVG vom De­zem­ber. Die GDL hat nach An­ga­ben ih­res Chefs Claus We­sels­ky wei­te­re Zu­la­gen in ei­nem Vo­lu­men von 1,5 Pro­zent so­wie kla­re Re­geln zur Er­reich­bar­keit un­ter dem Mot­to "Schalt mal ab" aus­ge­han­delt. Au­ßer­halb ih­rer Ar­beits- oder Be­reit­schafts­zei­ten müs­sen die Be­schäf­tig­ten künf­tig nicht mehr ih­re Mails che­cken oder per Han­dy er­reich­bar sein, er­läu­ter­te We­sels­ky. "Wir ha­ben ei­ne mes­ser­schar­fe Tren­nung von Ar­beit und Frei­zeit er­reicht", sag­te er. Es be­ste­he ein "un­an­fecht­ba­rer An­spruch auf Nicht-Er­reich­bar­keit". Da die Kom­mu­ni­ka­ti­on in der Ver­gan­gen­heit völ­lig un­ge­ord­net ver­lau­fen sei, rech­ne er aber mit ei­ner län­ge­ren Ein­ge­wöh­nungs­pha­se.

Die GDL wies dar­auf hin, dass es der ers­te Ab­schluss bei der Deut­schen Bahn seit 2002 sei, der oh­ne Sch­lich­tung oder gar Streiks er­reicht wor­den sei. Dar­in drü­cke sich die ho­he Wert­schät­zung für das Per­so­nal aus, für de­ren Be­rufs­bil­der es ei­ne Image­kam­pa­gne ge­ben wer­de. Die Ei­sen­bah­ner stell­ten sich den Her­aus­for­de­run­gen der Di­gi­ta­li­sie­rung, mein­te We­sels­ky. "Für un­se­re Leu­te heißt das nichts an­de­res als wei­ter le­bens­lan­ges Ler­nen. Das ken­nen wir schon seit Jahr­zehn­ten, denn wir ha­ben heu­te noch Lo­ko­mo­tiv­füh­rer, die auf der Dampf­lo­ko­mo­ti­ve ge­lernt ha­ben und heu­te ICE fah­ren."

Bahn-Per­so­nal­vor­stand Mar­tin Sei­ler lob­te das "gro­ße Ge­samt­pa­ket" als "sehr wert­schät­zen­des Si­gnal" für die Mit­ar­bei­ter und auch für die Kun­den. "Wir wer­den uns in den nächs­ten Wo­chen in­ten­siv dar­um küm­mern, noch bes­se­re Bah­nen für Deutsch­land zur Ver­fü­gung zu stel­len."

Sei­ler be­stä­tig­te An­ga­ben der GDL, dass auch die neu ge­grün­de­te Bahn-Toch­ter "Start Deutsch­land GmbH" wie die DB Re­gio und da­mit auf Markt­ni­veau ta­ri­fiert wur­de. Der Wett­be­werb um aus­ge­schrie­be­ne Ver­kehrs­leis­tun­gen sol­le nicht über be­son­ders nied­ri­ge Per­so­nal­kos­ten ge­führt wer­den. Die DB un­ter­stüt­ze die Ge­werk­schaft, ei­nen mög­lichst um­fas­sen­den Bran­chen­ta­rif­ver­trag zu er­rei­chen.

Mit der kon­kur­rie­ren­den EVG hat­te sich die Bahn be­reits im De­zem­ber auf ei­nen Ab­schluss ver­stän­digt. Die Lauf­zeit mit bei­den Ge­werk­schaf­ten be­trägt rück­wir­kend von Ok­to­ber 29 Mo­na­te bis En­de Fe­bru­ar 2021. So lan­ge sind auch die Fahr­gäs­te der Bahn vor Streiks ge­schützt.

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Letzte Überarbeitung: 3. August 2019

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