HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/258

Bun­des­län­der be­grün­den Stahl-Al­li­anz

Ers­ter deut­scher Stahl­gip­fel un­ter dem Mot­to "Stahl stär­ken. Zu­kunft si­chern" soll Stand­or­te und Jobs si­chern
Stahlkocher, Stahlindustrie

23.10.2018 (dpa/fle) - Beim ers­ten Na­tio­na­len Stahl­gip­fel in Saar­brü­cken ist am Mon­tag ei­ne "Al­li­anz der Stahl­län­der" be­sie­gelt wor­den.

Ver­tre­ter der Lan­des­re­gie­run­gen des Saar­lan­des, Nord­rhein-West­fa­len, Bran­den­burg und Nie­der­sach­sen so­wie der Stadt­staa­ten Bre­men und Ham­burg un­ter­zeich­ne­ten die Char­ta am frü­hen Abend.

Ziel sei es, "die Kräf­te zu bün­deln, um ei­nen star­ken Stahl­stand­ort in Deutsch­land aber auch dar­über hin­aus­ge­hend in Eu­ro­pa für die Zu­kunft er­hal­ten zu kön­nen", sag­te die saar­län­di­sche Wirt­schafts­mi­nis­te­rin An­ke Rehlin­ger (SPD). Ih­rer An­sicht nach ha­be die Ver­gan­gen­heit ge­zeigt, "dass wir ei­nen ab­ge­stimm­te­ren und ei­nen stra­te­gi­sche­ren An­satz brau­chen, als wir ihn bis­lang hat­ten."

Un­ter dem Mot­to "Stahl stär­ken. Zu­kunft si­chern" hat­te die Vor­sit­zen­de der Wirt­schafts­mi­nis­ter­kon­fe­renz zu­sam­men mit der Wirt­schafts­ver­ei­ni­gung Stahl, der IG Me­tall und dem Ver­band der Saar­hüt­ten zu dem Fachtref­fen ein­ge­la­den, an dem rund 2.500 Gäs­te der Bran­che teil­nah­men. Die ho­he Be­tei­li­gung zeig­te nach An­sicht Rehlin­gers, wel­chen be­deu­ten­den Stel­len­wert die Stahl­in­dus­trie im Land ha­be, aber zu­gleich auch, wie groß die Sor­gen der Be­schäf­tig­ten sei­en, die ak­tu­el­len Her­aus­for­de­run­gen zu meis­tern.

Die Al­li­anz er­öff­ne die Mög­lich­keit, "dass wir uns ge­mein­sam für bes­se­re Rah­men­be­din­gun­gen, fai­ren Wett­be­werb und In­no­va­tio­nen ein­set­zen", sag­te NRW-Wirt­schafts­mi­nis­ter An­dre­as Pink­wart (FDP) im Vor­feld dem "Han­dels­blatt". Nord­rhein-West­fa­len gilt als wich­tigs­tes deut­sches Stahl­land. Et­wa je­der zwei­te der bun­des­weit rund 85.000 Stahl­ko­cher ist hier be­schäf­tigt.

Im Mit­tel­punkt des ge­mein­sa­men Kamp­fes der Stahl­län­der ste­hen For­de­run­gen nach fai­ren Be­din­gun­gen für den EU-Emis­si­ons­han­del so­wie In­no­va­ti­on und For­schung. Zu­dem er­war­tet die Al­li­anz mehr EU-För­der­gel­der für die Ent­wick­lung kli­ma­scho­nen­der Pro­duk­ti­ons­tech­no­lo­gi­en in der Stahl­in­dus­trie. In der Char­ta wird un­ter an­de­rem dar­auf ver­wie­sen, dass der Werk­stoff Stahl für ei­ne emis­si­ons­är­me­re Welt un­ver­zicht­bar sei. Die In­dus­trie- und Stahl­po­li­tik müs­se auch im künf­ti­gen For­schungs­rah­men­pro­gramm der EU zum Zug kom­men. Da­bei sol­len vor al­lem die För­de­rung neu­er Pro­duk­ti­ons­tech­ni­ken und Pro­zes­sin­no­va­tio­nen so­wie der Was­ser­stoff­s­tahl­er­zeu­gung mit bes­se­rer CO2-Bi­lanz si­cher­ge­stellt wer­den.

Hans Jür­gen Kerk­hoff, Prä­si­dent der Wirt­schafts­ver­ei­ni­gung Stahl, be­zeich­ne­te Stahl als Ba­sis für wich­ti­ge in­ter­na­tio­nal ori­en­tier­te Wert­schöp­fungs­netz­wer­ke. "Stahl spürt wie ein Seis­mo­graph förm­lich, wie glo­ba­le Ent­wick­lun­gen eben auch re­gio­na­le Per­spek­ti­ven be­stim­men", sag­te er. Des­halb sei es gut, dass die­se Al­li­anz ge­mein­sam ver­su­che, In­dus­trie und In­dus­tri­ein­ter­es­sen in Brüs­sel und Ber­lin "wir­kungs­vol­ler, mit star­ker Stim­me zum Aus­druck zu brin­gen".

Auch die IG Me­tall be­grü­ße nach Wor­ten ih­res Vor­sit­zen­den Jörg Hof­mann die­se Al­li­anz au­ßer­or­dent­lich. Sie sei ein wich­ti­ger Schritt für Per­spek­ti­ve in die­ser Bran­che mit ih­ren 85.000 Be­schäf­tig­ten, die dra­ma­ti­schen Ver­än­de­run­gen ge­gen­über über­ste­he. Sie könn­ten nur ge­meis­tert wer­den mit In­no­va­tio­nen und Un­ter­stüt­zung der Po­li­tik. Hof­mann zeig­te sich über­zeugt, dass die Ver­ab­schie­dung der Al­li­anz der Stahl­län­der nicht nur ein sym­bo­li­scher Akt sei, "son­dern das kräf­ti­ge Wol­len al­ler Be­tei­lig­ten, an die­sem Pro­zess auch ge­mein­sam zu ar­bei­ten".

Bun­des­au­ßen­mi­nis­ter Hei­ko Maas (SPD) wies dar­auf hin, dass nach ei­ner neu­en Ana­ly­se des Welt­wirt­schafts­fo­rums kein Land so in­no­va­tiv sei wie Deutsch­land. Dies ma­che Hoff­nung auch für die Stahl­in­dus­trie: "Stahl ge­hört nichts ins Mu­se­um, Stahl ist Zu­kunft", sag­te er.

Welt­weit rech­net die Bran­che für das lau­fen­de Jahr noch mit ei­nem kräf­ti­gen An­stieg der Stahl­nach­fra­ge um 3,9 Pro­zent auf knapp 1,7 Mil­li­ar­den Ton­nen. Vor dem Hin­ter­grund der stei­gen­den Ri­si­ken et­wa durch Han­dels­kon­flik­te geht sie je­doch für 2019 nur von ei­nem leich­ten Plus von 1,4 Pro­zent aus. Gleich­zei­tig ma­chen den Her­stel­lern Über­ka­pa­zi­tä­ten zu schaf­fen, die sich nach Schät­zun­gen der Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) auf mehr als 500 Mil­lio­nen Ton­nen be­lau­fen. Vor al­lem chi­ne­si­sche Her­stel­ler wer­fen viel bil­li­gen Stahl auf den Welt­markt.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 23. Oktober 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de