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ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/309

Bun­des­tag stimmt für Diä­ten-Re­ge­lung

Die au­to­ma­ti­sche Er­hö­hung der Ver­gü­tung von Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten rich­tet sich wei­ter­hin nach der all­ge­mei­nen Lohn­ent­wick­lung
Bundestag Berlin, Reichstag, Bundestagsabgeordnete, Diäten

15.12.2017. (dpa/wie) - Im Deut­schen Bun­des­tag ha­ben 505 der 665 Ab­ge­ord­ne­ten für ei­ne au­to­ma­ti­sche Er­hö­hung ih­rer Ver­gü­tung mit dem Maß­stab der all­ge­mei­nen Lohn­ent­wick­lung ge­stimmt. 152 Par­la­men­ta­ri­er stimm­ten da­ge­gen und acht ent­hiel­ten sich. Der An­trag kam von den Frak­tio­nen CDU/CSU, SPD und FDP.

Seit der letz­ten Le­gis­la­tur­pe­ri­ode wer­den die Diä­ten der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ten je­weils zur Mit­te des Jah­res auf der Ba­sis der vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt er­rech­ne­ten Lohn­ent­wick­lung an­ge­passt. Erst­mals an­ge­wen­det wur­de die­se au­to­ma­ti­sche Er­hö­hung zum 1. Ju­li 2016. Be­grün­det wur­de sie durch ei­ne im Auf­trag des Bun­des­tags ar­bei­ten­de, un­ab­hän­gi­ge Kom­mis­si­on.

Die Tat­sa­che, dass die Par­la­men­ta­ri­er über die Hö­he ih­rer Be­sol­dung selbst be­stim­men, war in der Be­völ­ke­rung stets um­strit­ten. Mit der Ab­hän­gig­keit der Er­hö­hun­gen von der nor­ma­len Lohn­ent­wick­lung soll­te die­sem Um­stand ent­ge­gen­ge­wirkt wer­den. Auch re­gel­mä­ßi­ge Ver­hand­lun­gen über die Diä­ten­er­hö­hun­gen sind durch die Re­ge­lung über­flüs­sig.

Grund­sätz­lich rich­tet sich die ein­kom­men­steu­er­pflich­ti­ge Ver­gü­tung der Ab­ge­ord­ne­ten nach der Be­sol­dung von Bun­des­rich­tern. Im Jahr 2015 wur­de die­se deut­lich an­ge­passt, al­ler­dings gab es zwi­schen­zeit­lich auch et­li­che Jah­re oh­ne ei­ne Er­hö­hung. Seit dem 1. Ju­li 2017 be­trägt die Ent­schä­di­gung für Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te 9.541,74 Eu­ro.

Den Kri­ti­kern des Au­to­ma­tis­mus ent­geg­ne­te der Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer der SPD-Frak­ti­on, Cars­ten Schnei­der: "Wir kön­nen es da­bei nie­man­den recht ma­chen."

In­ner­halb des Par­la­ments kam star­ker Ge­gen­wind von der AFD-Frak­ti­on. Sie leh­ne die Re­ge­lung ent­schie­den ab. Ste­fan Keu­ter von der AFD schimpf­te wäh­rend der kur­zen Aus­spra­che in Rich­tung der Ab­ge­ord­ne­ten: "Schä­men Sie sich nicht?" Der Par­la­men­ta­ri­sche Ge­schäfts­füh­rer Mar­co Busch­mann be­zeich­ne­te die Aus­sa­gen in­di­rekt als an­ti­par­la­men­ta­ri­sche Pro­pa­gan­da der Po­pu­lis­ten. Brit­ta Ha­ßel­mann von den Grü­nen ern­te­te gro­ßen Ap­plaus im Saal, als sie der AFD in der Sa­che Schein­hei­lig­keit vor­warf.

In­ner­halb von drei Mo­na­ten nach sei­ner Kon­sti­tu­ie­rung muss je­der neu­er Bun­des­tag dar­über ent­schei­den, ob die Re­ge­lung für die kom­men­de Le­gis­la­tur­pe­ri­ode über­nom­men wer­den soll.


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Letzte Überarbeitung: 16. Mai 2018

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