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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/298

Bun­des­wei­te Warn­streiks bei der Bahn

Kein Durch­bruch im Ta­rif­streit bei der Bun­des­bahn. Das der­zei­ti­ge An­ge­bot ist aus Ge­werk­schafts­sicht noch zu mick­rig
Deutsche Bahn, Zugverkehr

10.12.2018. (dpa/fle) - Die neue Wo­che be­ginnt für Tau­sen­de Pend­ler und Fern­rei­sen­de un­ge­müt­lich: Bei der Deut­schen Bahn wol­len Be­schäf­tig­te mit ei­nem bun­des­wei­ten Warn­streik am Mon­tag die Ar­beit nie­der­le­gen.

Die Ei­sen­bahn- und Ver­kehrs­ge­werk­schaft (EVG) rief für die Zeit von 5.00 bis 9.00 Uhr zum Aus­stand auf.

Es dro­hen Zu­g­aus­fäl­le und Ver­spä­tun­gen im Re­gio­nal- und Fern­ver­kehr so­wie bei den S-Bah­nen. Die Bahn er­war­tet, dass der Zug­ver­kehr im gan­zen Land "stark be­ein­träch­tigt" wer­den dürf­te. Auch in den St­un­den nach dem Warn­streik-En­de sei noch mit Stö­run­gen zu rech­nen.

Die EVG nann­te kei­nen re­gio­na­len Schwer­punkt für den Aus­stand. Es wer­de bun­des­weit "in al­len Be­rei­chen" ge­streikt, sag­te EVG-Spre­cher Uwe Reitz. "Wir hof­fen, dass der Bahn­vor­stand die Si­gna­le ver­stan­den hat, sonst sind wei­te­re Warn­streiks nicht aus­ge­schlos­sen", füg­te er hin­zu. Die EVG wer­de erst wei­ter­ver­han­deln, wenn die Bahn ein neu­es, ver­bes­ser­tes Ta­rif­an­ge­bot vor­le­ge.

Am Sams­tag wa­ren die Ta­rif­par­tei­en oh­ne Er­geb­nis aus­ein­an­der­ge­gan­gen. Die EVG nann­te ein aus ih­rer Sicht zu ge­rin­ges Lohn­an­ge­bot des Kon­zerns als An­lass für die Warn­streiks. Die Bahn sprach hin­ge­gen von ei­ner "völ­lig über­flüs­si­gen Es­ka­la­ti­on".

Zum Ta­rif­an­ge­bot ge­hör­ten nach Bahn-An­ga­ben ei­ne Ent­gelt-Er­hö­hung von ins­ge­samt 5,1 Pro­zent in zwei Stu­fen und ei­ne Ein­mal­zah­lung von 500 EUR. An­stel­le der zwei­ten Stu­fe soll­te den Mit­ar­bei­tern er­neut die Mög­lich­keit er­öff­net wer­den, mehr Frei­zeit zu wäh­len. Dies soll­te nach Dar­stel­lung der EVG aber erst ab An­fang 2021 mög­lich sein.

Von Frei­tag auf Sams­tag hat­te die Bahn die gan­ze Nacht hin­durch mit der EVG so­wie se­pa­rat mit der Ge­werk­schaft Deut­scher Lo­ko­mo­tiv­füh­rer (GDL) ver­han­delt. Bei­de Ge­werk­schaf­ten hat­ten ur­sprüng­lich 7,5 Pro­zent mehr Geld ge­for­dert.

Mit der GDL ver­tag­te sich die Bahn auf die­sen Diens­tag. Die GDL zeig­te sich mit dem Ver­lauf der Ver­hand­lun­gen bis­her "grund­sätz­lich zu­frie­den". "Die er­ziel­ten Teil­er­geb­nis­se recht­fer­ti­gen die Fort­set­zung der Ver­hand­lun­gen", er­klär­te ihr Chef Claus We­sels­ky. So ha­be man Fort­schrit­te bei der Ge­stal­tung der Schicht­plä­ne er­zielt und sich auf die Hö­he der Fei­er­tags- so­wie Nacht­zu­la­gen ver­stän­digt.

Der GDL sei bis zum Sams­tag­mit­tag aber noch kein kon­kre­tes An­ge­bot zum Ent­gelt vor­ge­legt wor­den, kri­ti­sier­te We­sels­ky. Soll­te die Bahn die Er­war­tun­gen ent­täu­schen, wer­de auch von­sei­ten der GDL "un­mit­tel­bar" re­agiert. Vor Weih­nach­ten wür­den die Lok­füh­rer aber nicht strei­ken: "Wenn, dann rap­pelt die Kis­te im neu­en Jahr."

Die EVG ver­tritt et­wa 160.000 Ar­beit­neh­mer der Deut­schen Bahn im In­land. Die klei­ne­re GDL ver­han­delt für rund 36.000 Be­schäf­tig­te, vor al­lem für Lok­füh­rer, Zug­be­glei­ter und Bord­gas­tro­no­men. Bahn-Vor­stand Sei­ler hat­te das Ziel aus­ge­ge­ben, mög­lichst mit bei­den Ge­werk­schaf­ten "für glei­che Be­rufs­grup­pen auch zu ver­gleich­ba­ren Er­geb­nis­sen zu kom­men".

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Letzte Überarbeitung: 7. Januar 2019

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