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Con­ti­nen­tal steht vor har­ten Ent­schei­dun­gen

Die Au­to­in­dus­trie steckt in der Krie­se: Con­ti­nen­tal denkt nun dar­über nach, die An­triebs­spar­te kom­plett aus­zu­la­gern
Autoproduktion in Fabrik

10.09.2019. (dpa/fle) - Con­ti­nen­tal wird we­gen der schwa­chen Au­to­kon­junk­tur und nach­las­sen­den Nach­fra­ge nach Ver­bren­ner-Tech­no­lo­gie mit­tel­fris­tig wohl nicht um be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen her­um­kom­men.

Ei­nen sol­chen Schritt kön­ne man "als letz­tes Mit­tel nicht aus­schlie­ßen", sag­te Vor­stands­chef El­mar De­gen­hart am Diens­tag am Ran­de der Au­to­mes­se IAA in Frank­furt.

Ei­ne ge­naue "Ziel­zahl" zu mög­li­cher­wei­se be­trof­fe­nen Wer­ken oder Mit­ar­bei­tern las­se sich der­zeit aber noch nicht nen­nen.

Die kon­junk­tu­rel­le Ent­wick­lung sei kri­tisch. "Wir schlit­tern nicht in die Kri­se hin­ein, son­dern be­fin­den uns mit­ten­drin. Es hilft nicht mehr, die Din­ge schön­zu­re­den", be­ton­te der Ma­na­ger. Prio­ri­tät ha­be nun ei­ne ver­ant­wor­tungs­vol­le Pla­nung, be­ton­te De­gen­hart: "Wir wer­den al­le He­bel zie­hen, um un­se­re Be­leg­schaft zu schüt­zen."

Der Kon­zern aus Han­no­ver strebt ei­nen Teil­bör­sen­gang oder - als "Plan B" - even­tu­ell auch ei­ne kom­plet­te Aus­la­ge­rung sei­ner An­triebs­spar­te an. Sie soll dann Vi­tes­co hei­ßen. Die klas­si­sche Tech­no­lo­gie für Ver­bren­ner ha­be es im­mer schwe­rer, wäh­rend Kom­po­nen­ten et­wa für die Elek­tro­mo­bi­li­tät an Be­deu­tung ge­wön­nen. Da­her ver­su­che man, mehr Kol­le­gen in die Rich­tung wei­ter zu qua­li­fi­zie­ren, er­klär­te De­gen­hart.

"Für Vi­tes­co se­hen wir den Be­reich Elek­tri­fi­zie­rung als Chan­ce", sag­te er. Der Schwer­punkt lie­ge zu­neh­mend auf Elek­tro­nik, Sen­so­rik und Soft­ware, im­mer we­ni­ger auf Me­cha­nik und Hy­drau­lik. Man ha­be die Mög­lich­keit, mehr an Pro­dukt­wert zu ver­kau­fen als auf der Ver­bren­ner­sei­te. Vor­aus­set­zung für ei­nen er­folg­rei­chen Teil­bör­sen­gang sei ein po­si­ti­ves wirt­schaft­li­ches Um­feld 2020: "Vi­tes­co un­ter Wert zu ver­kau­fen, wür­de kei­nen Sinn ma­chen." Ein Kom­plett­ver­kauf müss­te zu­dem von der Haupt­ver­samm­lung im Früh­jahr 2020 ab­ge­seg­net wer­den.

Con­ti wer­de die Ver­selbst­stän­di­gung von Vi­tes­co wei­ter vor­an­trei­ben. "Wir wol­len zu­dem bis En­de des Jah­res Klar­heit ha­ben, wie un­ser Pro­duk­ti­vi­täts-Ver­bes­se­rungs­pro­gramm aus­se­hen wird - auch im In­ter­es­se un­se­rer Mit­ar­bei­ter." Klar sei: "Wenn Wett­be­werbs­pro­ble­me exis­tie­ren, wer­den wir mit Seg­men­ten oder Stand­or­ten kon­se­quen­ter um­ge­hen als in den letz­ten Jah­ren, als wir es uns viel­leicht leis­ten konn­ten, den ei­nen oder an­de­ren mit durch­zu­füt­tern."

Auf der IAA stell­te Con­ti­nen­tal ei­ne neue Kli­ma­stra­te­gie vor. Der Dax-Kon­zern will in sei­nen Wer­ken bis 2040 CO2-neu­tral pro­du­zie­ren. "Die Mo­bi­li­tät der Zu­kunft muss kli­ma­freund­lich, wirt­schaft­lich und so­zi­al sein", er­klär­te De­gen­hart. Ei­ne aus­ge­gli­che­ne CO2-Bi­lanz sei nicht nur öko­lo­gisch, son­dern auch öko­no­misch von Vor­teil. Als Zwi­schen­schritt will Con­ti an sei­nen Stand­or­ten bis En­de kom­men­den Jah­res aus­schließ­lich Strom aus er­neu­er­ba­ren Quel­len ein­set­zen.

Ei­ne CO2-Neu­tra­li­tät der gan­zen Au­to­bran­che sei bis zum Jahr 2050 mög­lich, schätz­te der Con­ti-Chef - da­für müs­se es aber auch mehr Un­ter­stüt­zung aus der Po­li­tik ge­ben. Der­zeit sei­en die En­er­gie­prei­se und Un­ter­neh­mens­steu­ern viel­fach zu hoch.

Der Kon­zern prä­sen­tiert in die­sem Jahr un­ter an­de­rem ein neu­es An­triebs­sys­tem für Elek­tro­au­tos, das Ge­wicht und Kos­ten drü­cken soll. Au­ßer­dem ent­wi­ckel­ten die Han­no­ve­ra­ner ei­nen so­ge­nann­ten Nah­be­reichs­ra­dar­sen­sor - die­ser soll Un­fäl­le ver­mei­den, die et­wa beim Ab­bie­gen ge­sche­hen. In man­chen Städ­ten hat­te sich zu­letzt die Zahl töd­li­cher Kol­li­sio­nen ab­bie­gen­der Lkw mit Rad­fah­rern er­höht.

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Letzte Überarbeitung: 2. November 2019

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