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Das Hand­werk flo­riert wei­ter

Das Hand­werk flo­riert trotz Kon­junk­tur­ab­küh­lung. Da­mit das so bleibt, stellt die Hand­werks­lob­by kla­re For­de­run­gen an die Po­li­tik
Tischer Handwerk, Schreiner Werkzeug

07.11.2019. (dpa/fle) - Der Boom im Hand­werk hält an. Kun­den müs­sen des­we­gen lan­ge auf ei­nen Hand­wer­ker war­ten.

Al­ler­dings rech­net die Bran­che für das kom­men­de Jahr mit ei­ner schwä­che­ren Hand­werks­kon­junk­tur.

Im Ver­gleich zu an­de­ren Wirt­schafts­zwei­gen wer­den aber im­mer noch gu­te Ge­schäf­te er­war­tet. Das sind Kern­er­geb­nis­se des am Don­ners­tag vor­ge­leg­ten ak­tu­el­len Kon­junk­tur­be­richts.

Für das Ge­samt­jahr 2019 geht der Zen­tral­ver­band des Deut­schen Hand­werks (ZDH) von ei­nem Um­satz­plus im Hand­werk von et­wa 4 Pro­zent aus. Die Zahl der Be­schäf­tig­ten steigt laut Pro­gno­se um 40.000. Das Hand­werk wür­de ger­ne mehr ein­stel­len - für vie­le Be­trie­be aber sei die Su­che nach Fach­kräf­ten und Aus­zu­bil­den­den "äu­ßerst schwie­rig und häu­fig er­folg­los".

Die ak­tu­el­le Ge­schäfts­la­ge sei wei­ter auf ei­nem Spit­zen­ni­veau, heißt es. 62 Pro­zent der Be­trie­be mel­de­ten gu­te Ge­schäf­te, nur 7 Pro­zent schlech­te. Vie­le Fir­men hät­ten ho­he Auf­trags­be­stän­de und ei­ne ho­he Ka­pa­zi­täts­aus­las­tung. Das hat Fol­gen für die Kun­den: Im Ge­samt­hand­werk daue­re es im Durch­schnitt 9,1 Wo­chen, bis ein Auf­trag er­füllt wer­den kann. In Bau- und Aus­bau­hand­wer­ken müss­ten Kun­den so­gar 13,4 be­zie­hungs­wei­se fast 10,6 Wo­chen war­ten.

Der Aus­blick des Hand­werks für 2020 fällt je­doch ver­hal­te­ner aus. ZDH-Ge­ne­ral­se­kre­tär Hol­ger Schwan­ne­cke sprach von gro­ßen Un­si­cher­hei­ten. Die In­dus­trie­kon­junk­tur hän­ge ent­schei­dend vom Au­ßen­han­del ab. Die­ser wer­de je­doch wei­ter von Han­dels­strei­tig­kei­ten und dem Sch­lin­ger­kurs beim Brex­it be­las­tet. "Soll­ten wei­te­re Be­las­tungs­fak­to­ren hin­zu­kom­men, wür­de dann auch die Bin­nen­kon­junk­tur be­ein­träch­tigt und das Hand­werk nicht un­be­rührt las­sen."

Schwan­ne­cke sag­te, zwar er­wei­se sich das Hand­werk in ei­ner ge­samt­wirt­schaft­lich schwie­ri­gen Pha­se ein­mal mehr als sta­bi­li­sie­ren­der Wirt­schafts­be­reich - ins­ge­samt hat sich die Kon­junk­tur in Deutsch­land deut­lich ab­ge­kühlt, weil vor al­lem die ex­port­star­ke In­dus­trie von ei­ner schwä­che­ren Welt­wirt­schaft be­las­tet wird. Auch im Hand­werk be­ste­he aber kein Au­to­ma­tis­mus, dass die Kon­junk­tur ein­fach so gut wei­ter­lau­fe, so Schwan­ne­cke. Wenn das Hand­werk "Sta­bi­li­täts­an­ker" blei­ben sol­le, müs­se Po­li­tik für wett­be­werbs­fä­hi­ge Be­din­gun­gen sor­gen. "Die Bun­des­re­gie­rung hat es in der Hand, ob sie die Hand­werks­be­trie­be schwächt oder stärkt."

Kon­kret for­der­te der Hand­werks­ver­band steu­er­li­che Ent­las­tun­gen für Un­ter­neh­men, we­ni­ger Bü­ro­kra­tie und ei­ne be­zahl­ba­re En­er­gie­po­li­tik. "Was wir statt­des­sen se­hen, sind zu­sätz­li­che So­zi­al­ab­ga­ben, steu­er­li­che Er­schwer­nis­se, mehr ar­beits­recht­li­che Vor­schrif­ten, stei­gen­de En­er­gie­kos­ten", sag­te Schwan­ne­cke. "Das muss auf­hö­ren." Das Ge­bot der St­un­de lau­tet Ent­las­tung un­se­rer Be­trie­be und ih­rer Be­schäf­tig­ten. Nö­ti­ge In­ves­ti­tio­nen dürf­ten nicht wei­ter ver­scho­ben wer­den. Der Ver­band for­der­te da­ne­ben ei­nen flä­chen­de­cken­den Breit­band­aus­bau und ein Ge­samt­kon­zept in der En­er­gie- und Kli­ma­po­li­tik.

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Letzte Überarbeitung: 7. November 2019

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