HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/307

Das Ruhr­ge­biet nimmt Ab­schied vom St­ein­koh­le­berg­bau

His­to­ri­sche Ze­chen­schlie­ßung in Bot­trop: St­ein­mei­er be­kommt das letz­te in Deutsch­land ge­för­der­te Stück Koh­le über­reicht
Zwei Stiefel mit darauf gesetztem Arbeitshelm

18.12.2018. (dpa/fle) - Ein letz­tes Glück­auf für die Koh­le. Am 21.12.2018 wird die St­ein­koh­len­för­de­rung in Deutsch­land end­gül­tig ein­ge­stellt.

Bun­des­prä­si­dent Frank-Wal­ter St­ein­mei­er soll bei der Schluss­ver­an­stal­tung auf der Ze­che Pros­per-Ha­ni­el in Bot­trop sym­bo­lisch das letz­te ge­för­der­te Stück Koh­le er­hal­ten.

Rund 200 Jah­re In­dus­trie­ge­schich­te ge­hen da­mit zu En­de.

Es ist ein Aus­stieg mit lan­ger Vor­be­rei­tung, ho­hen Sub­ven­tio­nen und oh­ne Ent­las­sun­gen. Das En­de der St­ein­koh­le­för­de­rung war 2007 zwi­schen Bun­des­re­gie­rung, den Koh­le­län­dern Nord­rhein-West­fa­len und Saar­land so­wie der Berg­bau­ge­werk­schaft ver­ein­bart wor­den. Rund 33.000 Berg­leu­te und an­de­re Mit­ar­bei­ter wa­ren da­mals noch auf den Ze­chen be­schäf­tigt. Jetzt sind es noch rund 3.500. Groß­zü­gi­ge Vor­ru­he­stands­re­ge­lun­gen sorg­ten da­für, dass nie­mand "ins Berg­freie" ge­fal­len ist, wie es in der Berg­ar­bei­ter­spra­che heißt.

Der deut­sche Berg­bau war zu die­sem Zeit­punkt schon lan­ge nicht mehr wett­be­werbs­fä­hig. Gut ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro Koh­le­sub­ven­tio­nen pro Jahr fie­len zu­letzt an, um die Preis­dif­fe­renz zum Welt­markt aus­zu­glei­chen. Al­lein von 1996 bis heu­te sind aus den Haus­hal­ten des Bun­des und des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len rund 61 Mil­li­ar­den Eu­ro als Ab­satz- und Still­le­gungs­bei­hil­fen ge­flos­sen.

Zu der Ab­schluss­ver­an­stal­tung un­ter dem För­der­turm von Pros­per-Ha­ni­el will auch EU-Kom­mis­si­ons­prä­si­dent Jean-Clau­de Juncker kom­men. Denn die Koh­le stand auch am An­fang der eu­ro­päi­schen Ei­ni­gung: Die 1951 ge­schlos­se­ne Mon­tan­uni­on war die ers­te der "Eu­ro­päi­schen Ge­mein­schaf­ten".

Na­tur­schüt­zer kön­nen je­doch bes­ten­falls von ei­nem Teil­er­folg spre­chen, denn mit der Schlie­ßung der letz­ten Ze­che ist der Ein­satz der St­ein­koh­le in Deutsch­land nicht zu En­de. Bei der Strom­er­zeu­gung und in den Stahl­wer­ken wird sie künf­tig kom­plett durch Im­port­koh­le er­setzt. "Wenn die letz­te deut­sche Ze­che schließt, dann ist dies ei­ne in­dus­trie­po­li­ti­sche Zä­sur. Ein um­welt­po­li­ti­scher Er­folg wird dar­aus erst, wenn die zer­stö­re­ri­sche Koh­le­ver­stro­mung ins­ge­samt en­det", sag­te der En­er­gie­ex­per­te der Um­welt­or­ga­ni­sa­ti­on Green­peace, To­bi­as Münch­mey­er.

Nach An­sicht des Vor­sit­zen­den der In­dus­trie­ge­werk­schaft Berg­bau, Che­mie, En­er­gie (IG BCE), Mi­cha­el Vas­si­lia­dis, wird Deutsch­land die Koh­le noch lan­ge für die Strom­er­zeu­gung brau­chen. Die Koh­le müs­se aber jetzt über Tau­sen­de Ki­lo­me­ter aus Län­dern her­an­ge­holt wer­den, de­ren Ar­beits- und Si­cher­heits­stan­dards mit den deut­schen nicht ein­mal an­satz­wei­se mit­hal­ten könn­ten.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 5. März 2019

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2019:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de