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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/226

Deut­sche ha­ben un­glei­che Ein­kom­men ak­zep­tiert

Laut ei­ner Um­fra­ge hal­ten Ar­beit­neh­mer nied­ri­ge Löh­ne zwar größ­ten­teils für un­ge­recht, Ge­halts­un­ter­schie­de im All­ge­mei­nen stö­ren vie­le je­doch nicht
Einkommensunterschiede, Gehaltsunterschiede, Lohnlücke zwischen Arm und Reich

12.09.2018. (dpa/wie) - Für 96 Pro­zent der Deut­sche ist es un­ge­recht, wenn et­wa Fri­seu­re oder Pa­ket­bo­ten in Voll­zeit nur 1200 Eu­ro brut­to im Mo­nat ver­die­nen. Das geht aus ei­ner Um­fra­ge des Deut­schen In­sti­tuts für Wirt­schafts­for­schung (DIW) her­vor.

Des­halb emp­feh­len die For­scher noch mehr ge­gen nied­ri­ge Ein­kom­men zu un­ter­neh­men. "Wer sich un­ge­recht be­zahlt fühlt, schraubt sei­ne Leis­tung am Ar­beits­platz zu­rück", sag­te Stu­di­en­au­to­rin Ju­le Adria­ans. Auch das In­ter­es­se an der Po­li­tik sin­ke.

Ver­die­nen In­ge­nieu­re oder Pro­fes­so­ren al­ler­dings mehr als 6.000 Eu­ro, emp­fin­den dies nur 38 Pro­zent als zu hoch und da­mit un­fair. "Es wird breit ak­zep­tiert: Wer mehr ar­bei­tet, soll am En­de auch mehr her­aus­be­kom­men", so Adria­ans. Die meis­ten Teil­neh­mer hät­ten ge­gen Lohn­un­ter­schie­de nichts aus­zu­set­zen. "Wenn je­der das be­kä­me, was er für ge­recht hält, hät­ten wir im­mer noch Ein­kom­mensun­gleich­heit - und zwar auf ähn­li­chem Ni­veau, wie sie tat­säch­lich vor­han­den ist", er­klär­te die For­sche­rin.

Auch das ar­beit­ge­ber­na­he In­sti­tut der deut­schen Wirt­schaft (IW) in Köln geht da­von aus, dass sich 61 Pro­zent der Ar­beit­neh­mer in Deutsch­land ge­recht be­zahlt füh­len. Zu den un­zu­frie­de­nen Be­schäf­tig­ten ge­hö­ren dem­nach ins­be­son­de­re je­ne, im Nied­rig­lohn­sek­tor und im Os­ten Deutsch­lands.

Geht es um Ex­trem­fäl­le, wie et­wa die Ver­gü­tung von Vor­stän­den, die teil­wei­se 71 mal so­viel ver­die­nen, wie die Ar­beit­neh­mer in ih­rem Un­ter­neh­men (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/165 Vor­stän­de ver­die­nen deut­lich mehr als ih­re Mit­ar­bei­ter), kön­ne "das Bre­chen des Leis­tungs­prin­zips" be­ob­ach­tet wer­den, so der Di­rek­tor des So­zio­öko­no­mi­schen Pa­nel (SO­EP), Ste­fan Lie­big. "Das ist das Ge­fähr­li­che: Wenn der Zu­sam­men­hang zwi­schen Leis­tung und Ent­loh­nung au­ßer Kraft ge­setzt wird."


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Letzte Überarbeitung: 12. September 2018

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