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Deut­sche Pa­ket­bran­che sucht hän­de­rin­gend nach Mit­ar­bei­tern

Lo­gis­tik­fir­men wie GLS, Her­mes oder DPD wer­den nach ei­ge­nen An­ga­ben von Nach­wuchs­sor­gen ge­plagt - aus Ge­werk­schafts­sicht ein haus­ge­mach­tes Pro­blem
Pakete, Logistik, Versand, Online-Shop

19.03.2018. (dpa/wie) - Die Pa­ket­bran­che boomt auf­grund des wach­sen­den On­line-Han­dels und Lo­gis­tik­un­ter­neh­men ha­ben mehr zu tun als je zu­vor. Die Men­ge der jähr­li­chen Pa­ket­sen­dun­gen stieg laut Bun­des­netz­agen­tur von 2010 bis 2016 um rund 50 Pro­zent auf 2,522 Mil­li­ar­den. Ak­tu­el­le­re Zah­len lie­gen nicht vor.

Ne­ben den of­fen­sicht­li­chen fi­nan­zi­el­len Vor­tei­len für die Pa­ket­fir­men gibt es al­ler­dings auch ei­ne Schat­ten­sei­te. Die Bran­che lei­det un­ter Nach­wuchs­man­gel. Den Be­darf an ge­eig­ne­ten Zu­stel­lern zu de­cken sei auf­grund des de­mo­gra­phi­schen Wan­dels und der nied­ri­gen Ar­beits­lo­sen­quo­te im­mer schwe­rer, wie der Bun­des­ver­band Pa­ket & Ex­press­lo­gis­tik auf An­fra­ge mit­teil­te.

Auch das stei­gen­de Bil­dungs­ni­veau ist laut ei­nes Spre­chers des Deut­schen Pa­ket­diens­tes (DPD) ein Grund für die ge­rin­ge­re Zahl an Be­wer­bern: "Kör­per­lich for­dern­de Ar­beit ist für im­mer we­ni­ger Men­schen ei­ne be­ruf­li­che Op­ti­on."

An­ders als vor ein paar Jah­ren ge­be es heut in der Bran­che ei­nen Ar­beit­neh­mer­markt, so ein Spre­cher von GLS. "Man muss sich als Fir­ma prä­sen­tie­ren und vor­stel­len, um die Ar­beit­neh­mer zu be­kom­men."

Der Ver.di-Ex­per­tin Si­grun Rauch zu­fol­ge sind die Un­ter­neh­men an der Si­tua­ti­on zum Teil selbst schuld. "Die Ar­beits­be­las­tung ist hoch und die Be­zah­lung häu­fig zu nied­rig - da ist es kein Wun­der, dass Be­wer­ber nicht Schlan­ge ste­hen", so die Ge­werk­schaf­te­rin. Zu­dem wür­den GLS, DPD und Her­mes auf Su­b­un­ter­neh­mer set­zen, die nach Ver.di-An­ga­ben zu ei­nem Groß­teil nicht ta­rif­ge­bun­den sei­en und häu­fig nur den Min­dest­lohn zah­len wür­den. Mit mehr Ta­rif­bin­dung wür­de die At­trak­ti­vi­tät der Bran­che bei Be­wer­bern zu­neh­men, er­klär­te Rauch.

Für GLS ist die Kri­tik an der In­an­spruch­nah­me von Su­b­un­ter­neh­mern nicht nach­voll­zieh­bar. "Ar­beits­tei­lung ist völ­lig nor­mal in vie­len Be­rei­chen der Wirt­schaft, et­wa bei Au­to­her­stel­lern und ih­ren Zu­lie­fe­rern". Au­ßer­dem sei­en Su­b­un­ter­neh­mer fle­xi­bler und ver­trau­ter mit den Ge­ge­ben­hei­ten vor Ort.

Nach An­ga­ben des An­bie­ter Her­mes wer­den bis 2025 in Deutsch­lands Pa­ket-, Ex­press- und Ku­rier-Bran­che et­wa 100.000 zu­sätz­li­che Zu­stel­ler be­nö­tigt, da sich die Zahl der Pa­ke­te bis da­hin ver­dop­peln wird. "Die Nach­wuchs­sor­gen (...) wer­den sich an­ge­sichts des star­ken Wachs­tums der Bran­che und der Zu­kunfts­pro­gno­sen noch zu­spit­zen", sagt ei­ne Spre­che­rin.


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Letzte Überarbeitung: 19. März 2018

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