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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/092

DGB legt Mi­ni­job-Re­port für Ham­burg vor

In der Han­se­stadt hat sich die Zahl der Mi­ni­job­ber laut dem Deut­schen Ge­werk­schafts­bund in den letz­ten 15 Jah­ren um fast 50 Pro­zent er­höht
Mitarbeiter und Mitarbeiterin im Supermarkt, Einzelhandel

13.04.2018. (dpa/wie) - Ei­ne ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti­gung (sog. Mi­ni­job) ist bis zu ei­ner mo­nat­li­chen Ver­gü­tung in Hö­he von 450 Eu­ro von den So­zi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen und Steu­ern be­freit. Al­ler­dings un­ter­lie­gen seit dem 01.01.2013 auch Mi­ni­job­ber grund­sätz­lich der vol­len Bei­trags­pflicht in der ge­setz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung.

Die­se sorgt je­doch nur für den Er­werb mi­ni­ma­ler Ren­ten­an­sprü­che, wes­halb die meis­ten ge­ring­fü­gig ent­lohn­ten Be­schäf­tig­ten von der Mög­lich­keit der Be­frei­ung von der Ren­ten­ver­si­che­rungs­pflicht ge­brauch ma­chen.

Die Vor­sit­zen­de des Deut­schen Ge­werk­schafts­bun­des (DGB) in Ham­burg, Kat­ja Kar­ger, kri­ti­sier­te im Zu­ge der Ver­öf­fent­li­chung des Mi­ni­job-Re­ports für die Han­se­stadt die der­zei­ti­gen Re­ge­lun­gen zur ge­ring­fü­gi­gen Be­schäf­ti­gung. Die­se wür­den in die Al­ters­ar­mut füh­ren.

Da­her for­der­te sie ei­ne ge­setz­li­che Neu­re­ge­lung, die ab dem ers­ten Eu­ro den vol­len So­zi­al­ver­si­che­rungs­schutz bie­ten sol­le. Auch das Steu­er­recht müss­te in die­sem Be­reich kor­ri­giert wer­den.

Dem DGB-Be­richt zu­fol­ge ist die Zahl der Mi­ni­job­ber in Ham­burg seit 2003 um knapp 48 Pro­zent auf rund 177.000 Men­schen in 2017 an­ge­stie­gen. Für rund 60 Pro­zent da­von be­deu­tet das ge­ring­fü­gi­ge Ar­beits­ver­hält­nis das ein­zi­ge Ein­kom­men. Das rei­che nicht zur ei­gen­stän­di­gen Exis­tenz­si­che­rung, mahn­te Kar­ger.

Auch der Zweck der Mi­ni­jobs, Lang­zeit­ar­beits­lo­se und Rück­keh­rer den Weg auf den Ar­beits­markt zu er­leich­tern, wer­de ver­fehlt. "Mi­ni­jobs sind Sack­gas­sen und kei­ne Brü­cken: Meist ar­bei­ten die so Be­schäf­tig­ten im­mer wie­der in Mi­ni­jobs", so Kar­ger.

Nach wie vor sind größ­ten­teils Frau­en ge­ring­fü­gig be­schäf­tigt, heißt es in dem Be­richt. Die Män­ner wür­den je­doch "auf­ho­len". Auch der An­teil von Aka­de­mi­kern in Mi­ni­jobs ist dem DGB zu­fol­ge von vier Pro­zent in 2003 auf zehn Pro­zent in 2017 ge­stie­gen.


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Letzte Überarbeitung: 16. April 2018

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