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18/255a Die Po­si­tio­nen im Ta­rif­kon­flikt bei Rya­n­air ver­här­ten sich

Die Ge­werk­schaf­ten drin­gen auf ei­ne Lö­sung für die Be­schäf­tig­ten in Bre­men, die bei der Stand­ort­schlie­ßung ih­re Ar­beits­plät­ze ver­lie­ren könn­ten
Kabinenpersonal im Flugzeug, Flugbegleiter, Stewardess

19.10.2018 (dpa/fle) - Im Ta­rif­kon­flikt mit der iri­schen Flug­ge­sell­schaft Rya­n­air ste­hen die Zei­chen wei­ter auf Kon­fron­ta­ti­on.

Die Ge­werk­schaft Ver­di setz­te am Frei­tag in Ber­lin die am Vor­tag un­ter­bro­che­nen Ta­rif­ge­sprä­che für die rund 1.000 Flug­be­glei­ter in Deutsch­land fort.

Sie mach­te aber eben­so wie die Pi­lo­ten­ge­werk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit (VC) ei­ne Lö­sung von Re­ge­lun­gen für den Stand­ort Bre­men ab­hän­gig. Die­sen will Rya­n­air zum 5. No­vem­ber schlie­ßen. Das be­deu­tet den Weg­fall von 90 Ar­beits­plät­zen.

Nach ei­nem Tref­fen mit Rya­n­air-Be­schäf­tig­ten am Frank­fur­ter Flug­ha­fen kün­dig­te Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Hu­ber­tus Heil (SPD) ei­ne Initia­ti­ve zur Än­de­rung des Be­triebs­ver­fas­sungs­ge­set­zes (Be­trVG) an, das bis­lang für das flie­gen­de Per­so­nal ei­ne Ar­beit­neh­mer­ver­tre­tung nur vor­sieht, wenn zu­vor ein Ta­rif­ver­trag ab­ge­schlos­sen wur­de. Ent­spre­chen­de Ver­su­che wa­ren bei Rya­n­air ge­schei­tert. Die­se Lü­cke sol­le ge­schlos­sen wer­den, sag­te der SPD-Po­li­ti­ker in Frank­furt.

Der Mi­nis­ter hielt Rya­n­air vor, mit ih­rem Be­schäf­ti­gungs­mo­dell die Hoff­nun­gen jun­ger Men­schen aus ganz Eu­ro­pa zu miss­brau­chen. Der Kon­flikt bei Rya­n­air sei mehr als ei­ne Ta­rif­aus­ein­an­der­set­zung, aus der sich die Po­li­tik her­aus­hal­ten wür­de. "Wer sich so be­nimmt, legt sich mit der ge­sam­ten Re­gie­rung ei­nes wich­ti­gen Mit­glieds­staa­tes an", sag­te Heil.

Ver­di und die VC for­dern in den Ta­rif­ver­hand­lun­gen deut­lich hö­he­re Ge­häl­ter, aber auch bes­se­re Ar­beits­be­din­gun­gen nach den Stan­dards des je­wei­li­gen Lan­des, in dem die Mit­ar­bei­ter an­ge­stellt sind.

Für Bre­men ver­lan­gen bei­de Ge­werk­schaf­ten min­des­tens ei­ne So­zi­al­plan, bes­ser noch ei­ne Fort­füh­rung des Stand­or­tes. Sonst wer­de es kei­ne Fort­schrit­te bei den Ver­hand­lun­gen ge­ben. Nach dem Tref­fen in Frank­furt warf Ver­di-Chef Frank Bsirkse dem Un­ter­neh­men "nack­te Re­pres­si­on" vor. Bei den Ar­beits­be­din­gun­gen be­geg­ne ei­nem das 19. Jahr­hun­dert.

Die Ver­ei­ni­gung Cock­pit er­war­te noch am Frei­tag ein ver­bes­ser­tes Ta­rif­an­ge­bot von Rya­n­air, sagt VC-Prä­si­dent Mar­tin Lo­cher. Die Schlie­ßung der Ba­sis in Bre­men ste­he zwei­fels­frei im Zu­sam­men­hang mit den vor­her­ge­gan­ge­nen Streiks. "Die Kol­le­gen sol­len sich in­ner­halb von zwei Wo­chen ent­schei­den, ob sie künf­tig aus Ma­rok­ko, Por­tu­gal, Ita­li­en oder Po­len flie­gen sol­len. Das wer­den wir nicht hin­neh­men."

Zu­letzt hat­ten Flug­be­glei­ter und Pi­lo­ten von Rya­n­air in Deutsch­land am 12. und am 28. Sep­tem­ber je ei­nen Tag lang ge­mein­sam ge­streikt. Zahl­rei­che Flü­ge in Deutsch­land fie­len aus.

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Letzte Überarbeitung: 12. November 2018

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