HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/191

Dis­kus­sio­nen um Rück­kehr zur Wehr­pflicht

Seit ei­ni­gen Ta­gen gibt es ei­ne De­bat­te um die Wie­der­ein­füh­rung der Wehr­pflicht bzw. der Ein­füh­rung ei­nes all­ge­mei­nen Pflicht­diens­tes
Bundestag Berlin, Reichstag, Bundestagsabgeordnete, Diäten

06.08.2018. (dpa/wie) - Für die Bun­des­re­gie­rung steht die Re­ak­ti­vie­rung der in 2011 aus­ge­setz­ten Wehr­pflicht nicht zur De­bat­te. Das gab Vi­ze-Re­gie­rungs­spre­che­rin Ul­ri­ke Dem­mer am Mon­tag be­kannt.

Vor ei­ni­gen Ta­gen ent­stand die Dis­kus­si­on über die Ein­füh­rung ei­ner all­ge­mei­nen Dienst­pflicht. Jun­ge Män­ner und Frau­en sol­len für ei­nen be­stimm­ten Zeit­raum ei­nen mi­li­tä­ri­schen oder so­zia­len Pflicht­dienst ab­leis­ten, so die Idee der CDU. Auf­ge­kom­men war die De­bat­te, nach­dem CDU-Ge­ne­ral­se­kre­tä­rin An­ne­gret Kramp-Kar­ren­bau­er von Be­dau­ern der Par­tei­ba­sis über die Ab­schaf­fung der Wehr­pflicht be­rich­te­te. Gleich­zei­tig gä­be es den Wunsch ei­ner er­satz­wei­sen Dienst­pflicht, so Kramp-Kar­ren­bau­er.

Hin­sicht­lich der Wehr­pflicht hat sich die Bun­des­re­gie­rung klar po­si­tio­niert. Was das Er­satz­mo­dell an­geht, so han­de­le es sich um ei­ne "par­tei­po­li­ti­sche De­bat­te, die ganz am An­fang steht", er­klär­te Dem­mer. Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rin Ur­su­la von der Ley­en (CDU) dis­tan­zier­te sich eben­falls von ei­ner Rück­kehr zur Wehr­pflicht, ließ aber über ih­ren Spre­cher ver­lau­ten, dass die De­bat­te um die Dienst­pflicht sehr hilf­reich und gut sei.

Kramp-Kar­ren­bau­er will die Idee nun in die Dis­kus­si­on für das neue CDU-Grund­satz­pro­gramm ein­brin­gen. Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn (CDU) for­dert ei­ne ent­spre­chen­de Ent­schei­dung be­reits auf dem CDU-Bun­des­par­tei­tag im De­zem­ber, wie er der "Pas­sau­er Neu­en Pres­se" mit­teil­te.

Der nord­rhein-west­fä­li­sche So­zi­al­mi­nis­ter Karl-Jo­sef Lau­mann (CDU) sprach sich der­weil ge­gen ei­ne Ver­pflich­tung zur Ab­leis­tung ei­nes Diens­te aus. "Ich möch­te spä­ter nicht von je­man­dem ge­pflegt wer­den, den der Staat da­zu ge­zwun­gen hat", sag­te er der "Rhei­ni­schen Post" am Mon­tag. Der FDP-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Chris­ti­an Lind­ner sprach der Idee ei­ner Dienst­pflicht so­gar jeg­li­che Re­le­vanz ab: "Sie wird nicht kom­men und nie­mand braucht sie. Es han­delt sich um ein Som­mer­loch-The­ma."

Ne­ben in­halt­li­cher Skep­sis gibt es un­ter Po­li­ti­kern und Ex­per­ten auch Be­den­ken hin­sicht­lich der ver­fas­sungs­recht­li­chen Zu­läs­sig­keit. Laut ei­ner Spre­che­rin des Bun­des­in­nen­mi­nis­te­ri­ums sei es frag­lich, ob ei­ne Dienst­pflicht mit dem Grund­ge­setz und dem Eu­ro­pa­recht ver­ein­bar sei. Auch aus dem Fa­mi­li­en­mi­nis­te­ri­um heißt es, dass die recht­li­chen Hür­den sehr hoch wä­ren. Die AFD sprach sich un­ter­des­sen für die Wie­der­ein­füh­rung der Wehr­pflicht aus.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 6. August 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de