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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/098

Durch­bruch bei Ta­rif­ver­hand­lun­gen im öf­fent­li­chen Dienst

Die Ar­beit­ge­ber und Ge­werk­schaf­ten konn­ten sich am gest­ri­gen Mitt­woch auf ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag für die Be­schäf­tig­ten bei Bund und Kom­mu­nen ei­ni­gen
Feuerwehrmann Polizist Arzt

19.04.2018. (dpa/wie) - Seit En­de Fe­bru­ar ha­ben die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter, an­ge­führt von der Ge­werk­schaft Ver.di, und die Ar­beit­ge­ber des öf­fent­li­chen Diens­tes über ei­nen neu­en Ta­rif­ver­trag für die rund 2,3 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten ver­han­delt (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/036 Ge­werk­schaf­ten le­gen For­de­run­gen für den öf­fent­li­chen Dienst fest).

Nach­dem die Ar­beit­ge­ber we­der in der ers­ten, noch in der zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de ein An­ge­bot vor­ge­legt ha­ben (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/087 Öf­fent­li­cher Dienst hinkt bei der Lohn­ent­wick­lung hin­ter­her), konn­ten die Par­tei­en in der drit­ten und ent­schei­den­den Ver­hand­lungs­run­de am gest­ri­gen Mitt­woch ei­ne Ei­ni­gung er­zie­len.

Dem­nach sieht der Ta­rif­ver­trag ei­ne Lauf­zeit von 30 Mo­na­ten mit ei­ner Ge­halts­stei­ge­rung von ins­ge­samt 7,5 Pro­zent vor. Die Er­hö­hung wird da­bei in drei Schrit­ten um­ge­setzt. Rück­wir­kend wer­den die Löh­ne und Ge­häl­ter zum 1. März 2018 um 3,19 Pro­zent er­höht, zum 1. April 2019 um 3,09 Pro­zent und zum 1. März 2020 um wei­te­re 1,06 Pro­zent.

Zu­dem ist für die un­te­ren Ein­kom­mens­grup­pen, wie zum Bei­spiel Müll­wer­ker (der­zeit 2.629 Eu­ro pro Mo­nat) oder Ver­wal­tungs­an­ge­stell­te (der­zeit 2.865 Eu­ro pro Mo­nat), im März ei­ne Ein­mal­zah­lung von 250 Eu­ro fest­ge­legt.

"Es ist das bes­te Er­geb­nis seit vie­len Jah­ren", zeig­te sich Ver­di-Chef Frank Bsirs­ke sehr zu­frie­den. Horst See­ho­fer (CSU), der als neu­er In­nen­mi­nis­ter die Ver­hand­lungs­füh­rung für den Bund über­nom­men hat­te, sprach von spür­ba­ren Ge­halts­ver­bes­se­run­gen und nann­te die Ei­ni­gung ei­ne gro­ße Re­form. Laut See­ho­fer soll das Er­geb­nis auch auf die Be­am­ten über­tra­gen wer­den.

Auch der Ein­stieg in den öf­fent­li­chen Dienst sol­le sich künf­tig mehr loh­nen. So soll es 100 Eu­ro mehr für Aus­zu­bil­den­de ge­ben und das Ge­halt bei Be­schäf­ti­gungs­be­ginn soll um durch­schnitt­lich zehn Pro­zent an­ge­bo­ten wer­den, er­gänz­te Bsirs­ke.

Die größ­ten Kom­pli­ka­tio­nen gab es wäh­rend der Ver­hand­lun­gen hin­sicht­lich der von der Ge­werk­schaft ge­for­der­ten Min­dest­er­hö­hung um 200 Eu­ro, wel­che be­son­ders für die un­te­ren Ein­kom­mens­grup­pen gro­ße Sprün­ge be­deu­tet hät­te. Ins­be­son­de­re die Kom­mu­nen lehn­ten dies je­doch ab, da sie in die­sem Be­reich kei­ne Pro­ble­me ha­ben, Per­so­nal zu be­kom­men, son­dern eher bei den bes­ser be­zahl­ten Fach­kräf­ten.

Bsirs­ke und See­ho­fer be­ton­ten, dass der öf­fent­li­che Dienst durch den neu­en Ta­rif­ver­trag at­trak­ti­ver und wett­be­werbs­fä­hi­ger wer­den, um IT-Spe­zia­lis­ten oder In­ge­nieu­re, aber auch Er­zie­he­rin­nen ge­win­nen zu kön­nen.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 27. August 2018

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