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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/084

Ein Vier­tel der Azu­bis bricht Leh­re ab

Aus ei­nem Ent­wurf des neu­en Be­rufs­bil­dungs­be­richts der Re­gie­rung geht her­vor, dass in 2016 fast 150.000 Aus­bil­dungs­ver­trä­ge vor­zei­tig ge­löst wur­den
duale Ausbildung, Meister bildet Azubis aus

05.04.2018. (dpa/wie) - Die Zahl der Aus­zu­bil­den­den, die ih­re Leh­re vor­zei­tig ab­bre­chen, war in 2016 auf dem höchs­ten Stand seit An­fang der 90er Jah­re. Das geht aus ei­nem Ent­wurf des neu­en Be­rufs­bil­dungs­be­richts vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Bil­dung und For­schung (BMBF) her­vor.

Dem­nach lag die Quo­te der Aus­bil­dungs­ab­bre­cher in 2016 bei 25,8 Pro­zent. Das ent­spricht 146.376 vor­zei­tig ge­lös­ten Aus­bil­dungs­ver­trä­gen. Un­ter Be­ru­fung auf Stu­di­en wer­den in dem Be­richt Kon­flik­te mit Aus­bil­dern, man­geln­de Aus­bil­dungs­qua­li­tät, un­güns­ti­ge Ar­beits­be­din­gun­gen oder fal­sche Be­rufs­vor­stel­lun­gen als mög­li­che Grün­de ge­nannt.

Im Be­reich Schutz und Si­cher­heit sind laut dem Be­richt 50,7 Pro­zent der an­ge­hen­den Fach­kräf­te vor dem Ab­schluss aus­ge­stie­gen. Vor al­lem in der Ho­tel- und Gas­tro­no­mie­bran­che schei­nen die Azu­bis un­zu­frie­den zu sein. So wur­den bei Re­stau­rant­fach­leu­ten (50,6 Pro­zent), Kö­chen (48,6 Pro­zent), Fach­kräf­ten im Gast­ge­wer­be (43,3 Pro­zent) und Ho­tel­fach­leu­ten (40,8 Pro­zent) be­son­ders ho­he Ab­bruch­quo­ten ver­zeich­net.

Auch an­ge­hen­de Um­zugs­hel­fer (49,8 Pro­zent), Ge­bäu­de­rei­ni­ger (49,7 Pro­zent), Fri­seu­re (49,6 Pro­zent), Ge­rüst­bau­er (47,9 Pro­zent) und Be­rufs­kraft­fah­rer (46,2 Pro­zent) lö­sen häu­fig ih­re Aus­bil­dungs­ver­trä­ge vor­zei­tig auf.

Laut dem Deut­schen Ge­werk­schafts­bund (DGB) sind auch die Aus­bil­dungs­ge­häl­ter an den Ab­brü­chen schuld. "Vie­le stei­gen vor­her aus, da sie mit der kar­gen Ver­gü­tung nicht über die Run­den kom­men", kri­ti­sier­te DGB-Vi­ze El­ke Han­nack. Des­halb sol­le die Re­gie­rung die im Ko­ali­ti­ons­ver­trag ge­plan­te Min­dest­ver­gü­tung für Azu­bis schnell um­set­zen.

Ar­beit­ge­ber­prä­si­dent In­go Kra­mer be­ton­te je­doch: "Über die Hälf­te der Ver­trags­lö­sun­gen sind kei­ne end­gül­ti­gen Aus­bil­dungs­ab­brü­che, son­dern ge­hen mit ei­nem Wech­sel des Aus­bil­dungs­be­trie­bes oder des Aus­bil­dungs­be­rufs ein­her." Zu­dem ge­be es kei­nen Zu­sam­men­hang zwi­schen Aus­bil­dungs­ver­gü­tung und Ver­trags­lö­sungs­quo­te. "Die durch­schnitt­li­che ta­rif­li­che Aus­bil­dungs­ver­gü­tung bei Kö­chen und Re­stau­rant­fach­kräf­ten, die über­durch­schnitt­lich ho­he Lö­sungs­quo­ten auf­wei­sen, liegt in West­deutsch­land bei 784 Eu­ro mo­nat­lich, in Ost­deutsch­land bei 669 Eu­ro und da­mit je­weils im mitt­le­ren Be­reich", so Kra­mer.

Das BMBF woll­te vor der ge­plan­ten Be­fas­sung des Ka­bi­netts mit dem Be­richt in der kom­men­den Wo­che kei­ne Stel­lung­nah­me zu den In­hal­ten ab­ge­ben.


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Letzte Überarbeitung: 19. April 2018

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