HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/009

El­tern­geld Plus wird im­mer be­lieb­ter

Aus ei­nem Re­gie­rungs­be­richt geht her­vor, dass sich die Zahl der El­tern­geld-Plus-Be­zie­her seit der Ein­füh­rung im Jahr 2015 ver­dop­pelt hat
Mutter, Vater und Kind, Familie, Elternzeit, Elterngeld

10.01.2018. (dpa/wie) - Seit Ju­li 2015 ha­ben frisch ge­ba­cke­ne El­tern die Mög­lich­keit, sich für das so­ge­nann­te El­tern­geld Plus zu ent­schei­den (§ 4 Abs.3 BEEG). Da­durch kön­nen sie an­stel­le ei­nes nor­ma­len El­tern­geld­mo­nats („Ba­sis­el­tern­geld“) zwei Mo­na­te El­tern­geld Plus be­an­tra­gen (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 14/390 Ver­bes­se­run­gen beim El­tern­geld).

Das El­tern­geld Plus be­trägt pro Mo­nat je­doch ma­xi­mal die Hälf­te des nor­ma­len El­tern­gel­des, das man er­hal­ten wür­de, wenn man gar nicht ar­bei­ten wür­de (mo­nat­lich min­des­tens 150 Eu­ro und ma­xi­mal 900 Eu­ro). Vor­tei­le bie­ten sich, wenn die El­tern wäh­rend des Be­zugs von El­tern­geld Plus in Teil­zeit ar­bei­ten, da sie fi­nan­zi­ell so be­han­deln wer­den, als wür­den sie gar nicht ar­bei­ten. Das heißt, der Hin­zu­ver­dienst hat kei­ne Aus­wir­kun­gen auf die Hö­he des El­tern­gel­des Plus.

Laut ei­nem Be­richt des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Fa­mi­lie, Se­nio­ren, Frau­en und Ju­gend (BM­FSFJ), der heu­te im Bun­des­ka­bi­nett be­schlos­sen wer­den soll, hat sich der An­teil der El­tern­geld-Plus-Be­zie­her seit der Ein­füh­rung ver­dop­pelt, wie Zei­tun­gen der Fun­ke-Me­di­en­grup­pe be­rich­ten. Dem­nach ent­schie­den sich im drit­ten Quar­tal 2015 im Schnitt 13,8 Pro­zent der Müt­ter und Vä­ter, die El­tern­geld be­an­trag­ten, für die Plus-Va­ri­an­te. Im glei­chen Zeit­raum in 2017 wa­ren es be­reits 28 Pro­zent.

Den größ­ten An­klang fand das El­tern­geld Plus in Thü­rin­gen. Hier be­trug der An­teil so­gar 38,5 Pro­zent. Na­di­ne Schön, Stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der CDU/CSU-Frak­ti­on im Deut­schen Bun­des­tag, zeig­te sich an­ge­sichts der Zah­len zu­frie­den: "Der Be­richt zeigt, dass die neu­en Fa­mi­li­en­leis­tun­gen wir­ken und wir den El­tern bei der Ver­wirk­li­chung ih­rer Le­bens­ent­wür­fe noch bes­ser ent­ge­gen­kom­men konn­ten. Wir woll­ten El­tern mehr Zeit und Fle­xi­bi­li­tät bei der Ge­stal­tung ih­res Fa­mi­li­en­le­bens ge­ben. Das ist uns ge­lun­gen."

Grund­sätz­lich be­trägt die ma­xi­ma­le Dau­er des El­tern­geld-Plus-Be­zugs 24 Mo­na­te, wenn nur ein El­tern­teil ei­ne Ba­by­pau­se ein­legt bzw. 28 Mo­na­te wenn Mut­ter und Va­ter in El­tern­zeit ge­hen. Ar­bei­ten bei­de El­tern­tei­le zu­sam­men vier Mo­na­te hin­ter­ein­an­der in Teil­zeit, und zwar min­des­tens 25 und höchs­tens 30 St­un­den pro Wo­che, so er­hält je­der El­tern­teil vier wei­te­re Mo­nats­be­trä­ge El­tern­geld Plus als „Part­ner­schafts­bo­nus“.

Dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND) zu­fol­ge ha­ben im bun­des­wei­ten Schnitt 5,6 Pro­zent der El­tern­geld-Plus-Be­zie­her die­sen Bo­nus in An­spruch ge­nom­men.

Die ge­schäfts­füh­ren­de Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Ka­ta­ri­na Bar­ley (SPD) sag­te den Fun­ke-Zei­tun­gen: "Das El­tern­geld Plus hat da­zu ge­führt, dass Frau­en wie­der stär­ker in den Be­ruf ein­stei­gen kön­nen und dass sich Vä­ter mehr Zeit für ih­re Kin­der neh­men."


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 28. Juni 2018

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email* Nachname
  Abmelden   *Pflichtangabe

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2018:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de