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20/050a Ers­te Müll­frau­en in Han­no­ver

Un­ter dem Mot­to "Tritt­brett­fah­re­rin ge­sucht" hat Han­no­vers Ent­sor­gungs­be­trieb weib­li­che Müll­frau­en ge­sucht - mit Er­folg
Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Müllabfuhr

11.03.2020. (dpa/fle) - Sind sind Pio­nie­rin­nen: Zum Team der rund 750 Müll­wer­ker in Han­no­ver ge­hö­ren seit Jah­res­be­ginn erst­mals vier Frau­en.

Ste­fa­nie Ce­lik­dal (35) und Ste­pha­nie Höche (31) wer­fen Sä­cke in den Müll­wa­gen und kip­pen Ton­nen so­wie Con­tai­ner.

Zehn bis zwölf Ki­lo­me­ter le­gen sie pro Vor­mit­tag zu Fuß zu­rück. Ih­re männ­li­chen Kol­le­gen hät­ten sie su­per auf­ge­nom­men, be­rich­te­ten die bei­den am Mitt­woch. "Am An­fang hat­te ich Mus­kel­ka­ter, aber mitt­ler­wei­le sind so­gar die Rü­cken­schmer­zen weg, die ich im al­ten Job an­dau­ernd hat­te", sag­te Ce­lik­dal. Die Ar­beit auf dem Tritt­brett sei auch ein Bauch-Bei­ne-Po-Trai­ning - nur oh­ne zu be­zah­len.

Vie­le Leu­te auf der Stra­ße mach­ten ih­nen Kom­pli­men­te, er­zähl­te Höche. "Das fängt an bei Kin­der­gar­ten­kin­dern, die sich wun­dern, und dann aber be­geis­tert sind." Der Zweck­ver­band Ab­fall­wirt­schaft Re­gi­on Han­no­ver (aha) hat­te 2019 ei­ne Wer­be­kam­pa­gne ge­star­tet und ein Speed­da­ting or­ga­ni­siert, um Müll­wer­ke­rin­nen zu fin­den. Ste­pha­nie Höche, ge­lern­te Ein­zel­han­dels­kauf­frau, be­warb sich auf Rat ih­res Man­nes. Der ha­be als Gla­ser das Ent­sor­gungs­un­ter­neh­men bei Auf­trä­gen er­lebt und toll ge­fun­den. "Ich bin gern drau­ßen und kein Bü­ro­mensch", sag­te die Frau mit den li­la ge­färb­ten Haa­ren.

In Ber­lin oder Ham­burg gibt es be­reits Müll­wer­ke­rin­nen in ge­rin­ger Zahl, an­de­re kom­mu­na­le Ent­sor­ger su­chen noch nach weib­li­cher Ver­stär­kung. Bei ei­nem Netz­werktref­fen un­ter dem Mot­to "Frau­en in Oran­ge" mit 16 Kom­mu­nen kam nach aha-An­ga­ben be­son­ders gut an, dass in Han­no­ver ei­ne Da­men­kol­lek­ti­on der Schutz­klei­dung ent­wi­ckelt wur­de - mit mehr St­rech-An­teil und ei­nem et­was an­de­ren Schnitt.

Ste­fa­nie Ce­lik­dal, wie ih­re Kol­le­gin Mut­ter von zwei Kin­dern, ist Er­zie­he­rin und hat vor­her in ei­ner Knei­pe ge­ar­bei­tet. Die Be­zah­lung sei nun viel bes­ser, be­rich­tet sie. Müll­wer­ker be­kom­men als Ein­stiegs­ge­halt rund 2.500 EUR brut­to - hin­zu kom­men Son­der­zah­lun­gen und ein fi­nan­zi­el­ler Aus­gleich für Über­stun­den.

Gibt es denn gar kei­ne ne­ga­ti­ven As­pek­te am neu­en Job, viel­leicht das frü­he Auf­ste­hen? "Das bin ich als Mut­ter ge­wohnt", sag­te Ce­lik­dal. In den ers­ten Wo­chen hät­ten die Kol­le­gen den Frau­en manch­mal zu viel ab­neh­men wol­len: "An­fangs muss­ten wir uns un­se­re Sä­cke er­kämp­fen. Aber ich hab dann ge­sagt, wir krie­gen das glei­che Geld, dann kön­nen wir auch ge­nau­so vie­le Sä­cke wie Ihr neh­men."

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 19. April 2020

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