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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/003

Ers­te Warn­streiks in der Me­tall­in­dus­trie

Wäh­rend die IG Me­tall den Druck auf die Ar­beit­ge­ber er­hö­hen will, hal­ten die­se die For­de­run­gen der Ge­werk­schaft für rechts­wid­rig.
Demonstration, Streik, Arbeitskampf

04.01.2018. (dpa/wie) - Seit Mit­te No­vem­ber lau­fen die Ta­rif­ver­hand­lun­gen für die bun­des­weit 3,9 Mil­lio­nen Be­schäf­tig­ten der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/289 Auf­takt in der Me­tall-Ta­rif­run­de).

In al­len Ta­rif­be­zir­ken wur­den bis­her zwei Ver­hand­lungs­run­den ab­sol­viert. Ei­ne Ei­ni­gung kam al­ler­dings in kei­ner Re­gi­on zu­stan­de. Die IG Me­tall for­dert sechs Pro­zent mehr Geld und ei­nen An­spruch auf be­fris­te­te Ar­beits­zeit­ver­rin­ge­rung mit ei­nem Lohn­aus­gleich für be­stimm­te Per­so­nen­grup­pen. Die Ar­beit­ge­ber bo­ten in der zwei­ten Ver­hand­lungs­run­de zwei Pro­zent Lohn­stei­ge­rung und ei­ne Ein­mal­zah­lung in Hö­he von 200 Eu­ro an.

Der Haupt­ge­schäfts­füh­rer von Ge­samt­me­tall, Oli­ver Zan­der, kri­ti­sier­te noch­mals die Ta­rif­for­de­run­gen der Ge­werk­schaft hin­sicht­lich des Lohn­aus­gleichs und er­klär­te, die Um­set­zung "wür­de be­deu­ten, dass die Be­schäf­tig­ten, die un­ter die­sen Be­din­gun­gen in Teil­zeit wech­seln, pro St­un­de mehr ver­die­nen als die Be­schäf­tig­ten, die sich schon vor­her be­zie­hungs­wei­se dau­er­haft für Teil­zeit­mo­del­le ent­schei­den ha­ben, und auch mehr als die­je­ni­gen, die in Voll­zeit wei­ter­ar­bei­ten. Das ist un­ge­recht, dis­kri­mi­nie­rend und rechts­wid­rig."

Zu­dem ha­ben die Ar­beit­ge­ber ein Rechts­gut­ach­ten be­stellt, wel­ches die vor­ge­schla­ge­nen Re­ge­lun­gen als rechts­wid­rig ein­stuft. Dem­ent­spre­chend sei­en Streiks zur Durch­set­zung ei­ner il­le­ga­len Ta­rif­for­de­run­gen "ins­ge­samt un­zu­läs­sig", heißt es in dem Gut­ach­ten.

Die IG Me­tall zeigt sich da­von un­be­ein­druckt. Man kön­ne die Aus­gleichs­zah­lun­gen ger­ne auf die be­reits vor­han­de­nen Teil­zeit­kräf­te aus­deh­nen, so die Ge­werk­schaft. Da die Frie­dens­pflicht in der Me­tall- und Elek­tro­bran­che mit dem 31.12.2017 ab­ge­lau­fen ist, plant die IG Me­tall ab dem 08.01.2018 in al­len Re­gio­nen be­fris­te­te Warn­streiks.

Be­reits am Diens­tag gab es ers­te Ar­beits­nie­der­le­gun­gen in Han­no­ver und Salz­git­ter mit ins­ge­samt et­wa 350 Teil­neh­mern. Am Don­ners­tag wer­den mehr als 1.000 Be­schäf­tig­te zu ei­ner Kund­ge­bung beim Au­to­her­stel­ler Por­sche er­war­tet. Ge­samt­be­triebs­rats­chef Uwe Hück, der kürz­lich mit sei­ner For­de­rung nach ei­ner Sper­rung von dienst­li­chen E-Mails nach Fei­er­abend Schlag­zei­len mach­te (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/311 Dienst­li­che E-Mails nach Fei­er­abend), will über den Stand der Ta­rif­ge­sprä­che in­for­mie­ren und den Druck auf die Ar­beit­ge­ber er­hö­hen.

Zan­der warn­te die Ge­werk­schaft und die Ar­beit­neh­mer, dass sie im Fal­le von Streiks "zur Zah­lung von Scha­den­er­satz für die ver­ur­sach­ten Schä­den ver­ur­teilt" wer­den könn­ten. Kon­kre­te recht­li­che Schrit­te wur­den je­doch nicht an­ge­kün­digt.

Die nächs­te Ta­rif­run­de star­tet am 11.01.2018 in Ba­den-Würt­tem­berg.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2018

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