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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/024

Fach­ar­bei­ter oder Füh­rungs­kraft oh­ne ent­spre­chen­de Aus­bil­dung

Vie­le Ar­beit­neh­mer schaf­fen es durch Lern­be­reit­schaft und Be­rufs­er­fah­rung in ei­ne Fach­kraft- oder Füh­rungs­po­si­ti­on, oh­ne den da­für vor­ge­se­he­nen Ab­schluss vor­wei­sen zu kön­nen
Einstiegsgehalt für Absolventen, Studium, Akademiker

26.01.2018. (dpa/wie) - Wer Kar­rie­re ma­chen und ei­nen ver­ant­wor­tungs­vol­len oder lei­ten­den Job ha­be will, soll­te in der Theo­rie ein Hoch­schul­ab­schluss oder ei­nen Meis­ter­brief in der Hand ha­ben. In der Pra­xis sieht das al­ler­dings an­ders aus, wie ei­ne Stu­die der Ruhr-Uni­ver­si­tät Bo­chum im Auf­trag der Ber­tels­mann-Stif­tung zeigt.

Dem­nach ar­bei­tet in Deutsch­land je­der fünf­te Ar­beit­neh­mer in ei­ner Fach­kraft-, Spe­zia­lis­ten- oder Ex­per­ten-Po­si­ti­on, oh­ne da­für for­mal qua­li­fi­ziert zu sein. Die­se Men­schen hät­ten ih­ren Auf­stieg laut der Aus­wer­tung gro­ßer Lern­be­reit­schaft und be­triebs­in­ter­nen Wei­ter­bil­dun­gen so­wie lan­ger Be­rufs­er­fah­rung zu ver­dan­ken.

Be­son­ders Fach­ar­bei­ter­stel­len wer­den zum Groß­teil von "Un­ter­qua­li­fi­zier­ten" be­setzt. Über die Hälf­te (54 Pro­zent) der Ar­beit­neh­mer oh­ne Ab­schluss wür­den auf ei­ner Fach­kraft­stel­le ar­bei­ten, so die For­scher. Schlech­te­re Chan­cen ge­be es da­ge­gen für Ab­sol­ven­ten ei­ner Be­rufs­aus­bil­dung. Aus die­ser Grup­pe wür­den dem­nach nur elf Pro­zent ei­ne Spe­zi­al­po­si­ti­on be­klei­den, für die ei­gent­lich ei­ne Meis­ter- oder Tech­ni­ker­aus­bil­dung oder aber ein Ba­che­l­or­ab­schluss er­for­der­lich wä­re.

Auch un­ter den Füh­rungs­kräf­ten wür­den die meis­ten nicht die ad­äqua­te Qua­li­fi­ka­ti­on mit­brin­gen, so die Wis­sen­schaft­ler. Nur 40 Pro­zent könn­ten ei­ne ent­spre­chen­de Aus­bil­dung vor­wei­sen. Zu­dem sei et­wa ein Drit­tel (33,5 Pro­zent) der Aka­de­mi­ker­stel­len von Ar­beit­neh­mern oh­ne Hoch­schul­ab­schluss be­setzt.

Be­merk­bar mach­ten sich die Un­ter­schie­de hin­sicht­lich der Qua­li­fi­ka­tio­nen bei der Be­zah­lung. Laut der Stu­die ver­dien­ten Fach­kräf­te oh­ne ent­spre­chen­den Ab­schluss in der Re­gel we­ni­ger als ver­gleich­ba­re Kol­le­gen mit ih­rer Po­si­ti­on ent­spre­chen­den Aus­bil­dun­gen. Zu­dem sei es auch schwie­ri­ger, den Ar­beit­ge­ber als for­mal Un­ter­qua­li­fi­zier­ter zu wech­seln, da die Un­ter­neh­men bei Be­wer­bun­gen oft­mals auf ent­spre­chen­de Zer­ti­fi­ka­te ach­ten wür­den.

Die Wis­sen­schaft­ler plä­die­ren des­halb für ei­ne "An­er­ken­nungs­kul­tur" in der deut­schen Wirt­schaft, um Be­rufs­er­fah­run­gen bei der Per­so­nal­aus­wahl stär­ker zu ge­wich­ten und ins­be­son­de­re dem Fach­kräf­te­man­gel ent­ge­gen­zu­tre­ten. Au­ßer­dem soll­te es laut der For­scher mög­lich sein, die er­wor­be­nen Kennt­nis­se mit­tels Aus­bil­dungs­bau­stei­nen zu ei­nem voll­wer­ti­gen Ab­schluss aus­zu­bau­en.


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2018

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