HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

ARBEITSRECHT AKTUELL // 17/208

Fle­xi­bles Ar­bei­ten liegt welt­weit im Trend

In Deutsch­land wün­schen sich vie­le Ar­beit­neh­mer Ho­me­of­fice und Gleit­zeit - in an­de­ren Län­dern ist der Drang nach fle­xi­bler Ar­beits­ge­stal­tung je­doch viel grö­ßer.
International, Welt, Globus

04.08.2017. (dpa/wie) - Im­mer mehr Ar­beit­neh­mer rü­cken ih­re per­sön­li­chen In­ter­es­sen hin­sicht­lich Fa­mi­lie und Frei­zeit bei der Ab­wä­gung der be­ruf­li­chen Zu­kunft in den Vor­der­grund. Ei­ne ho­he Ver­gü­tung ist nicht mehr län­ger das Haupt­kri­te­ri­um bei der Job­aus­wahl. Vie­le hal­ten Selbst­be­stim­mung und Fle­xi­bi­li­tät für die wich­ti­ge­re Wäh­rung.

Dar­aus er­gibt sich vor al­lem Kri­tik an der alt­ein­ge­ses­se­nen Un­ter­neh­mens­kul­tur, die eher die An­we­sen­heit der Be­schäf­tig­ten als de­ren Leis­tung ho­no­riert. Auch die Bun­des­mi­nis­te­rin für Ar­beit und So­zia­les, An­drea Nah­les, ver­such­te be­reits Re­gel­än­de­run­gen in die­se Rich­tung an­zu­sto­ßen, je­doch bis­her oh­ne Er­folg (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/158 Vor­erst kei­ne neu­en Frei­räu­me bei der Ar­beits­zeit).

Was den Er­werbs­tä­ti­gen in ver­schie­de­nen Re­gio­nen der Welt tat­säch­lich bei der Be­rufs­wahl am wich­tigs­ten ist, hat die Stu­die "Glo­bal Can­di­da­te Pre­fe­ren­ces" des Per­so­nal­dienst­leis­ters Man­power­Group So­lu­ti­ons her­aus­ge­fun­den. Da­bei wur­den 14.000 Ar­beit­neh­mer im Al­ter von 18 bis 65 Jah­ren aus 19 Län­dern be­fragt, wel­che Fak­to­ren für sie bei der Job­su­che ent­schei­dend sind.

Im Er­geb­nis ist zu Er­ken­nen, dass die Deut­schen bei dem Wunsch nach Ar­beits­zeit­fle­xi­bi­li­tät im Ver­gleich zu an­de­ren Län­dern sehr zu­rück­hal­ten sind. Le­dig­lich je­der Fünf­te ord­ne­te die­sen As­pekt als ei­nes der drei wich­tigs­ten Mo­ti­va­ti­ons­kri­te­ri­en ein. Im Ver­gleich da­zu ach­tet bei­spiels­wei­se in Nor­we­gen und Spa­ni­en fast die Hälf­te der Be­frag­ten auf fle­xi­ble Ar­beits­zeit­re­ge­lun­gen bei der Job­wahl. Auch in den USA oder Aus­tra­li­en sind es über 40 Pro­zent.

Be­son­ders auf­fäl­lig sind die Stei­ge­run­gen ein­zel­ner Län­der im Ver­gleich zum Jahr 2015. In Chi­na ist der An­teil der Er­werbs­tä­ti­gen, die fle­xi­ble Ar­beits­zeit­mo­del­le für sehr wich­tig er­ach­tet ha­ben in­ner­halb ei­nes Jah­res um 30 Pro­zent ge­stie­gen. In den USA gab es ei­nen An­stieg von 29 Pro­zent.

Da­bei wird Fle­xi­bi­li­tät in den ver­schie­de­nen Re­gio­nen auch un­ter­schied­lich in­ter­pre­tiert. In In­di­en be­vor­zug­ten die Be­frag­ten zum Bei­spiel orts­un­ab­hän­gi­ges Ar­bei­ten, wäh­rend die Ame­ri­ka­ner vor al­lem un­be­grenz­ten be­zahl­ten Ur­laub wol­len. Die Chi­ne­sen wün­schen sich län­ge­re Aus­zei­ten vom Be­ruf und in Ja­pan ist man schon zu­frie­den, wenn man mehr Wahl­frei­hei­ten bei den Ar­beits­schich­ten hät­te. Den Deut­schen geht es am ehes­ten um Ho­me­of­fice (39 Pro­zent) und Gleit­zeit (26 Pro­zent).

Laut der Stu­die wa­ren die Er­geb­nis­se so­wohl hin­sicht­lich des Al­ters als auch den Ge­schlechts mehr oder we­ni­ger gleich ver­teilt. "Der Wunsch nach mehr Ar­beits­zeit­fle­xi­bi­li­tät ist un­ab­hän­gig vom Al­ter und Ge­schlecht der Mit­ar­bei­ter", sagt Her­warth Bru­ne, Vor­sit­zen­der der Ge­schäfts­füh­rung der Man­power­Group Deutsch­land. "Je­de Ge­ne­ra­ti­on, egal ob Ba­by­boo­mer oder Mill­en­ni­al, hat aus un­ter­schied­li­chen Grün­den den Be­darf nach mehr Fle­xi­bi­li­tät."

Für die Per­so­nal­ge­win­nung der Un­ter­neh­men sind ent­spre­chen­de An­ge­bo­te laut Bru­ne von gro­ßem Vor­teil: "Im Wett­be­werb um die bes­ten Fach­kräf­te ist das auch wich­tig. Die Mög­lich­keit, sei­ne Ar­beits­zeit frei ein­tei­len zu kön­nen, ist bei Be­wer­bern mit ver­gleich­ba­ren Job­an­ge­bo­ten häu­fig das Züng­lein an der Waa­ge, sich für den ei­nen oder den an­de­ren Ar­beit­ge­ber zu ent­schei­den."


Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 29. September 2017

Bewertung:

Auf Facebook teilen Auf Google+ teilen Ihren XING-Kontakten zeigen Beitrag twittern

 

Sie möchten regelmäßig ausführliche, praxisnahe und verständliche Artikel zum Arbeitsrecht, Informationen zu Gesetzesänderungen und zu aktuellen Gerichtsurteilen erhalten? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter!
NEWSLETTER
Anrede Vorname
Email Nachname
  Abmelden

HINWEIS: Sämtliche Texte dieser Internetpräsenz mit Ausnahme der Gesetzestexte und Gerichtsentscheidungen sind urheberrechtlich geschützt. Urheber im Sinne des Gesetzes über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Martin Hensche, Lützowstraße 32, 10785 Berlin.

Wörtliche oder sinngemäße Zitate sind nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung des Urhebers bzw. bei ausdrücklichem Hinweis auf die fremde Urheberschaft (Quellenangabe iSv. § 63 UrhG) rechtlich zulässig. Verstöße hiergegen werden gerichtlich verfolgt.

© 1997 - 2017:
Rechtsanwalt Dr. Martin Hensche, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Lützowstraße 32, 10785 Berlin
Telefon: 030 - 26 39 62 0
Telefax: 030 - 26 39 62 499
E-mail: hensche@hensche.de