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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/057

Gen­der Pay Gap im öf­fent­li­chen Dienst

Nach ei­ner ak­tu­el­len Stu­die fal­len die Ge­halts­un­ter­schie­de zwi­schen Män­nern und Frau­en im öf­fent­li­chen Dienst deut­lich ge­rin­ger aus als in der Pri­vat­wirt­schaft
Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, Frauenquote, Gender Pay Gap

05.03.2018. (dpa/wie) - Männ­li­che und weib­li­che Be­schäf­tig­te bei Län­dern und Kom­mu­nen wer­den in der Bun­des­re­pu­blik an­nä­hernd gleich be­zahlt. Das geht aus ei­ner Stu­die zur Ver­dienst­lü­cke zwi­schen Män­nern und Frau­en im öf­fent­li­chen Dienst des Ham­bur­gi­schen Welt­wirt­schafts­in­sti­tuts (HW­WI) her­vor.

Dem­nach be­trug der so­ge­nann­te Gen­der Pay Gap im Jahr 2014 im öf­fent­li­chen Dienst 5,6 Pro­zent. Der Ge­halts­un­ter­schied fal­le in der Pri­vat­wirt­schaft et­wa vier mal so hoch aus. Im März des ver­gan­ge­nen Jah­res be­rech­ne­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt für ganz Deutsch­land ei­nen Wert von 21 Pro­zent (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/075 Gen­der Pay Gap wird klei­ner).

Be­rei­nigt um mess­ba­re Un­ter­schie­de, wie et­wa Teil­zeit­quo­ten oder bran­chen­ab­hän­gi­ge As­pek­te, blei­be ei­ne Ge­halts­dif­fe­renz von 1,9 Pro­zent. Die­se sei nicht zwin­gend auf Dis­kri­mi­nie­rung von Frau­en zu­rück­zu­füh­ren, son­dern mit den vor­han­de­nen Da­ten nicht er­klär­bar. Die Da­ten des Sta­tis­ti­schen Bun­des­amts für 2016 er­ga­ben ei­nen be­rei­nig­ten Gen­der Pay Gap von sechs Pro­zent.

Das Job-Por­tal Ad­zu­na hat­te im Som­mer letz­ten Jah­res ei­ne Auf­schlüs­se­lung der Ge­halts­un­ter­schie­de un­ter den Top-Ver­die­nern nach Städ­ten vor­ge­nom­men (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/199 Nürn­berg hat den nied­rigs­ten Gen­der Pay Gap). Da­bei wur­den in Nürn­berg mit 12,2 Pro­zent die nied­rigs­ten Ge­halts­un­ter­schie­de zwi­schen Män­nern und Frau­en ver­zeich­net. Am schlech­tes­ten ge­stellt wa­ren Frau­en laut der Stu­die in Han­no­ver (53,3 Pro­zent).

Im öf­fent­li­chen Dienst sei ein we­sent­li­cher Grund für die Ge­halts­lü­cke, dass Frau­en sel­te­ner in Lei­tungs­po­si­tio­nen ver­tre­ten wä­ren als Män­ner. Das gel­te ins­be­son­de­re für den Sek­tor Er­zie­hung und Un­ter­richt. "Es stellt sich die Fra­ge, ob Frau­en die glei­chen Chan­cen auf ei­ne Lei­tungs­po­si­ti­on ha­ben oder be­nach­tei­ligt wer­den", sag­te Chris­ti­na Boll, die Au­to­rin der Stu­die.

An­hand der Da­ten sei dies nicht zu be­ant­wor­ten. An­de­re Stu­di­en gä­ben al­ler­dings An­halts­punk­te, dass die stan­dar­di­sier­ten Leis­tungs­be­ur­tei­lun­gen oder aber ab­wei­chen­de Prä­fe­ren­zen zwi­schen Män­nern und Frau­en mög­li­che Zu­gangs­hemm­nis­se sein könn­ten. Zu­dem wä­re das Bil­dungs­ni­veau von Män­nern im Durch­schnitt hö­her und die Teil­zeit­quo­te deut­lich nied­ri­ger.


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Letzte Überarbeitung: 22. November 2018

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