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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/233

Ge­werk­schaft kri­ti­siert zu lan­ge Ar­beits­zei­ten

Die Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten (NGG) hat die man­geln­den Kon­trol­len hin­sicht­lich der Ein­hal­tung des Ar­beits­zeit­ge­set­zes mo­niert
Wanduhr

19.09.2018. (dpa/wie) - Mi­chae­la Ro­sen­ber­ger, Vor­sit­zen­de der Ge­werk­schaft Nah­rung-Ge­nuss-Gast­stät­ten (NGG), hat am Mitt­woch in Ber­lin über die oft zu lan­gen Ar­beits­zei­ten in der Gas­tro­no­mie und Ho­tel­le­rie kri­ti­siert.

Zu­dem wür­den Dienst­plä­ne viel zu spät auf­ge­stellt und ver­las­se­ne könn­ten sich die Be­schäf­tig­ten dar­auf auch nicht. Zu­dem kön­ne sie das Pa­ra­de­bei­spiel von der Hoch­zeits­fei­er sei­tens der Ar­beit­ge­ber nicht mehr hö­ren, die län­ger dau­ert als er­war­tet und für die kein Kell­ner mehr da ist. Dies kön­ne mit ver­nünf­ti­ger Or­ga­ni­sa­ti­on be­wäl­tigt wer­den, so Ro­sen­ber­ger. In der Bran­che sei dies al­ler­dings nicht ge­ra­de der Stan­dard.

Des­halb müss­ten die Be­trie­be stär­ker in Be­zug auf die Ein­hal­tung des Ar­beits­schutz­ge­set­zes kon­trol­liert wer­den. Die An­zahl der Kon­trol­len sei al­ler­dings in 2017 im Ver­gleich zum Jahr da­vor um 21 Pro­zent ge­sun­ken und so­gar um 41 Pro­zent im Ver­gleich zum Jahr 2010. Ins­ge­samt ha­be es im ver­gan­ge­nen Jahr bun­des­weit und bran­chen­über­grei­fend 15.000 Ar­beits­zeit-Kon­trol­len ge­ge­ben. Durch­schnitt­lich wur­de von den 3,5 Mil­lio­nen be­trie­ben al­so nur je­der 230. über­prüft. In Ber­lin sei es so­gar nur ei­nes aus 430 Un­ter­neh­men ge­we­sen.

Bei den Be­trie­ben, die kon­trol­liert wur­den, ha­be es laut ei­ner Ant­wort der Bun­des­re­gie­rung auf ei­ne par­la­men­ta­ri­sche An­fra­ge der Lin­ken-Frak­ti­on bei zwei Drit­teln ent­spre­chen­de Ver­ge­hen ge­ge­ben.

Die Ab­tei­lungs­lei­te­rin in der Bun­des­an­stalt für Ar­beits­schutz und Ar­beits­me­di­zin, Ani­ta Tisch, weißt dar­auf hin, dass lan­ge Ar­beits­zei­ten zu ei­nem er­höh­ten Ri­si­ko von Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen, Dia­be­tes von Typ 2 und deut­lich er­kenn­ba­ren Schlaf­stö­run­gen führ­ten. Jen­seits der ach­ten Ar­beits­stun­de stei­ge au­ßer­dem das Un­fall­ri­si­ko stark.

Ei­ne Fle­xi­bi­li­sie­rung des Ar­beits­zeit­ge­set­zes, wie es der Ko­ali­ti­ons­ver­trag vor­sieht, lehnt Ro­sen­ber­ger strikt ab. Sie be­fürch­tet, dass sonst in Gas­tro­no­mie­be­trie­ben oh­ne Ta­rif­bin­dung bald Zwölf-St­un­den-Ar­beits­ta­ge üb­lich wer­den.


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Letzte Überarbeitung: 19. September 2018

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