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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/018

Ge­werk­schafts­bund for­dert hö­he­ren Min­dest­lohn

Der rhein­land-pfäl­zi­sche DGB-Chef er­hofft sich von den kom­men­den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen ei­ne deut­li­che Er­hö­hung des Min­dest­lohns auf ei­nen zwei­stel­li­gen Be­trag
Mindestlohn Geldmünzen 8,84 Euro

19.01.2018. (dpa/wie) - Seit nun­mehr drei Jah­ren gibt es den ge­setz­li­chen Min­dest­lohn in Deutsch­land. Die­ser wur­de im Jahr 2017 von 8,50 Eu­ro auf 8,84 Eu­ro er­höht. Dem rhein­land-pfäl­zi­schen DGB-Lan­des­chef Diet­mar Mu­scheid ist das je­doch nicht ge­nug. Er for­dert ei­ne zwei­stel­li­ge Lohn­un­ter­gren­ze.

"Man muss von sei­ner Ar­beit le­ben kön­nen. Von ei­nem Min­dest­lohn in der jet­zi­gen Hö­he kann man nicht le­ben", sag­te Mu­scheid der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Mainz. Pro­ble­ma­tisch ist für ihn, dass sich die Er­hö­hung des Min­dest­lohns an der durch­schnitt­li­chen Ta­ri­fent­wick­lung ori­en­tiert. Statt­des­sen sei aber ei­ne deut­li­che An­he­bung nö­tig, so Mu­scheid.

Hoff­nun­gen setzt der DGB-Lan­des­chef in die kom­men­den Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen und in die SPD. Die­se sol­le sich für ei­ne Er­hö­hung ein­set­zen. Ham­burgs Ers­ter Bür­ger­meis­ter Olaf Scholz (SPD) ha­be be­reits im letz­ten Jahr ei­ne An­he­bung des Min­dest­lohns auf 12 Eu­ro vor­ge­schla­gen. Auch die Be­fürch­tun­gen, die vor der Ein­füh­rung ge­äu­ßert wur­den, sei­en nicht ein­ge­trof­fen.

Die Un­ter­neh­men in der Re­gi­on nah­men die For­de­run­gen ge­las­sen auf. "Es gibt ei­nen ge­setz­lich de­fi­nier­ten Me­cha­nis­mus, wie der Min­dest­lohn er­höht wird, das rich­tet sich nach den Ta­rif­er­hö­hun­gen, und zwar nach­lau­fend be­trach­tet", er­klär­te der Prä­si­dent der Lan­des­ver­ei­ni­gung Un­ter­neh­mer­ver­bän­de (LVU), Ger­hard Braun, der dpa. Die Hö­he des Min­dest­lohns wird von ei­ner Kom­mis­si­on aus Ar­beit­neh­mer- und Ar­beit­ge­ber­ver­tre­tern über­prüft und ori­en­tiert sich an der ta­rif­li­chen Lohn­ent­wick­lung.

Des­halb sei der Vor­schlag ei­ner deut­li­chen An­he­bung des Min­dest­lohn laut Braun ir­re­le­vant, da dies nicht im Er­mes­sen der Kom­mis­si­on lie­ge. Zu­dem ha­be der Min­dest­lohn für die In­dus­trie so gut wie kei­ne Be­deu­tung, son­dern spielt eher in den Dienst­leis­tungs­bran­chen ei­ne Rol­le.

Auch die Lan­des­ar­beits­mi­nis­te­rin Sa­bi­ne Bät­zing-Lich­tent­hä­ler (SPD) sprach sich für das ak­tu­el­le Sys­tem aus: "Da­mit der Min­dest­lohn auch in Zu­kunft wir­ken kann, darf er nicht von der Lohn­ent­wick­lung ab­ge­kop­pelt wer­den." Ge­ne­rell sei der Min­dest­lohn "ei­ne wich­ti­ge Er­run­gen­schaft für mehr gu­te Ar­beit", so die Mi­nis­te­rin.


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Letzte Überarbeitung: 23. Februar 2018

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