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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/247

Hil­fe von Job­cen­tern für be­hin­der­te Ar­beits­lo­se un­zu­rei­chend

Ei­nem in­ter­nen Be­richt der Bun­des­agen­tur für Ar­beit zu­fol­ge be­kom­men Ar­beits­lo­se mit Be­hin­de­rung bei der Su­che nach ei­nem Job zu we­nig Un­ter­stüt­zung. Än­de­run­gen wur­den an­ge­kün­digt.
Diskriminierungsverbote - Behinderung, Schutz vor Diskriminierung von Menschen mit Behinderung

09.10.2018. (dpa/fle) - Ar­beits­lo­se mit dau­er­haf­ten ge­sund­heit­li­chen Pro­ble­men be­kom­men laut ei­nem in­ter­nen Be­richt der Bun­des­agen­tur für Ar­beit (BA) von Job­cen­tern zu we­nig Hil­fe bei der Su­che nach Ar­beit.

Bei der Be­treu­ung der in der Re­gel be­hin­der­ten Men­schen und ih­rer Wie­der­ein­glie­de­rung in den Ar­beits­markt han­del­ten die Job­cen­ter "über­wie­gend nicht ziel­füh­rend", heißt es in dem BA-Pa­pier.

"Die Bun­des­agen­tur für Ar­beit be­stä­tigt die­sen In­nen­re­vi­si­ons­be­richt mit den be­schrie­be­nen Be­fun­den", teil­te ei­ne Spre­che­rin der Be­hör­de am Mon­tag in Nürn­berg mit. Zu­erst hat­ten die Zei­tun­gen der Fun­ke-Me­di­en­grup­pe dar­über be­rich­tet.

Laut dem BA-Pa­pier er­hal­ten die Be­trof­fe­nen oft "nicht die in­di­vi­du­ell er­for­der­li­che Hil­fe". Die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit ih­nen sei "in na­he­zu al­len Fäl­len un­zu­rei­chend", die Ab­stän­de zwi­schen den Ge­sprä­chen zu lang. Bei vie­len Be­schäf­tig­ten der Job­cen­ter sei "das Fach­wis­sen oder das Be­wusst­sein für die be­son­de­ren Be­lan­ge der be­hin­der­ten Kun­den nicht vor­han­den", schrei­ben die in­ter­nen Prü­fer. Leis­tun­gen an die dau­er­haft er­krank­ten Men­schen wür­den teil­wei­se zu Un­recht aus Bun­des­mit­teln fi­nan­ziert.

DGB-Vor­stands­mit­glied An­ne­lie Bun­ten­bach sag­te, ge­ra­de bei lang an­hal­ten­der Ar­beits­lo­sig­keit trä­ten ge­sund­heit­li­che Pro­ble­me auf, die durch be­hin­de­rungs­ge­rech­te För­de­rung aus­ge­gli­chen wer­den könn­ten. Sie for­der­te spe­zi­el­le Re­ha-Ver­mitt­ler in al­len Job­cen­tern, die ge­nug Fach­wis­sen und Zeit ha­ben, sich um die Be­trof­fe­nen zu küm­mern.

Ge­prüft wur­de für den BA-Be­richt in den Job­cen­tern in Ber­lin-Mit­te, Un­na, Mann­heim und Lü­beck. Es kann nach An­sicht der Re­vi­so­ren aber sein, dass es bun­des­weit in an­de­ren Job­cen­tern ähn­lich aus­sieht. Die Staats­se­kre­tä­rin im Bun­des­ar­beits­mi­nis­te­ri­um, Anet­te Kram­me, kün­dig­te an, dass die not­wen­di­gen Schrit­te nun mit der Bun­des­agen­tur er­ör­tert wer­den. Das Mi­nis­te­ri­um stre­be Än­de­run­gen an. Von der BA hieß es: "Maß­nah­men, um die be­schrie­be­ne Si­tua­ti­on zu än­dern, wur­den be­reits er­grif­fen."

Nach DGB-An­ga­ben nah­men im Ju­ni 2018 bei den Job­cen­tern 21.500 Ar­beits­lo­se an Maß­nah­men der be­ruf­li­chen Re­ha­bi­li­ta­ti­on teil - bei ins­ge­samt 1,5 Mil­lio­nen Ar­beits­lo­sen, die von den Job­cen­tern be­treut wur­den. In den Agen­tu­ren für Ar­beit wur­den im glei­chen Mo­nat 29.600 Ar­beits­lo­se in Re­ha-Maß­nah­men ge­för­dert. Ins­ge­samt wer­den 730.000 Men­schen im Be­reich der Ar­beits­lo­sen­ver­si­che­rung be­treut. Sie be­kom­men bis zu zwölf Mo­na­te nach Ein­set­zen der Ar­beits­lo­sig­keit Un­ter­stüt­zung. Be­ruf­li­che Re­ha­bi­li­ta­ti­on be­inhal­tet ei­ne Um­ori­en­tie­rung, wenn nach ei­ner län­ge­ren Krank­heit oder auf­grund ei­ner Be­hin­de­rung ein Be­ruf nicht mehr aus­ge­übt wer­den kann.

Nä­he­re In­for­ma­tio­nen fin­den Sie hier:

Letzte Überarbeitung: 9. Oktober 2018

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