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ARBEITSRECHT AKTUELL // 18/079

Ho­he Ab­fin­dun­gen bei Opel für wei­te­ren Stel­len­ab­bau

Auf­grund der Sa­nie­rungs­maß­nah­men will der Au­to­bau­er Opel wei­te­re Mit­ar­bei­ter los­wer­den und die an­ste­hen­de Ta­rif­er­hö­hung vor­läu­fig auf­schie­ben
Autohersteller Opel, Sanierungsprogramm, Kurzarbeit

28.03.2018. (dpa/wie) - Be­reits En­de des letz­ten Jah­res ver­han­del­ten das Au­to­mo­bil­un­ter­neh­men Opel und die Ar­beit­neh­mer­ver­tre­ter über die Um­set­zung ei­nes Sa­nie­rungs­plans (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 17/304 Ge­sprä­che über Kurz­ar­beit bei Opel).

Der Mut­ter­kon­zern PSA, der den kri­seln­den Au­to­bau­er im Au­gust 2017 über­nom­men hat­te, ver­ord­ne­te ein strik­tes Spar­pro­gramm, um Opel wie­der ef­fi­zi­en­ter zu ma­chen. Dies soll je­doch oh­ne be­triebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen und Stand­ort­schlie­ßun­gen um­ge­setzt wer­den. Im Jahr 2020 soll das Un­ter­neh­men ei­nen ope­ra­ti­ven Ge­winn von zwei Pro­zent des Um­sat­zes er­wirt­schaf­ten, so die Vor­ga­be.

Be­reits ein­ge­führt wur­de ein er­wei­ter­ter Vor­ru­he­stand und Al­ters­teil­zeit so­wie Kurz­ar­beit. Nun will man mit Hil­fe von Ab­fin­dun­gen ver­su­chen, grö­ße­re Tei­le der Be­leg­schaft los­zu­wer­den, die bis­lang nicht für die auf­ge­zähl­ten Maß­nah­men in Fra­ge ka­men.

Nach An­ga­ben der "Wirt­schafts­wo­che" sol­le es sich um bis zu 275.000 Eu­ro brut­to pro Mit­ar­bei­ter han­deln. Die­se Zahl woll­te das Un­ter­neh­men je­doch nicht be­stä­tig­ten. Zu­dem sol­le die Hö­he der Ab­fin­dung die­se Ober­gren­ze un­ter be­stimm­ten Be­din­gun­gen so­gar über­schrei­ten, wenn Be­schäf­ti­ge et­wa meh­re­re Kin­der ha­ben oder sich be­son­ders schnell ent­schei­den.

Bei un­ent­behr­li­chen Mit­ar­bei­tern soll sich Opel die Mög­lich­keit ge­si­chert ha­ben, dem Ab­fin­dungs­wunsch zu wi­der­spre­chen. Nach ei­ge­nen An­ga­ben hat da­bei auch der Be­triebs­rat ein vor­läu­fi­ges Ve­to-Recht. Dies sei das "Prin­zip der dop­pel­ten Frei­wil­lig­keit".

Die bis­he­ri­gen Pro­gram­me Vor­ru­he­stand und Al­ters­teil­zeit sei­en sehr gut an­ge­nom­men wor­den, wie ein Opel-Spre­cher mit­teil­te. "Die er­folg­rei­che Um­set­zung des neu­en Pro­gramms ist ei­ne at­trak­ti­ve Mög­lich­keit für je­ne Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter, die ih­re Zu­kunft au­ßer­halb von Opel ge­stal­ten wol­len", schrieb Opel-Chef Mi­cha­el Loh­schel­ler an die Be­schäf­tig­ten.

Ei­nem wei­te­ren Be­richt der "Wirt­schafts­wo­che" zu­fol­ge, sucht Opel der­zeit nach We­gen, die im Me­tall-Flä­chen­ta­rif ver­ein­bar­te Ge­halts­er­hö­hung von 4,3 Pro­zent (wir be­rich­te­ten in Ar­beits­recht ak­tu­ell: 18/033 Pi­lot­ab­schluss in der Me­tall­in­dus­trie) auf­zu­schie­ben. Dies wur­de von Ge­werk­schafts­krei­sen be­stä­tigt. Be­reits mit der April­a­b­rech­nung müss­te das Lohn­plus aus­ge­zahlt wer­den. Die im Ta­rif­ver­trag fest­ge­leg­te Ein­mal­zah­lung von 100 Eu­ro sol­len die Be­schäf­tig­ten al­ler­dings be­kom­men.


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Letzte Überarbeitung: 7. Juni 2018

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