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ARBEITSRECHT AKTUELL // 20/038

Ho­he Lohn­un­ter­schie­de bei Fach­kräf­ten

Von un­ter 2.000 bis mehr als 4.000 EUR: Fach­kräf­te wer­den in Deutsch­land sehr un­ter­schied­lich be­zahlt
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24.02.2020. (dpa/fle) - Das Ein­kom­men von Fach­kräf­ten in Deutsch­land ist sehr un­ter­schied­lich - und in Be­ru­fen mit Fach­kräf­te­man­gel ver­die­nen die Be­schäf­tig­ten oft nur un­ter­durch­schnitt­lich.

So liegt das Ein­kom­men in meh­re­ren Man­gel­be­ru­fen ei­ni­ge Hun­dert Eu­ro un­ter dem mitt­le­ren Lohn al­ler Fach­kräf­te, wie aus ei­ner Ant­wort der Bun­des­agen­tur für Ar­beit auf ei­ne An­fra­ge der Lin­ken im Bun­des­tag her­vor­geht, die der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin vor­liegt.

Das mitt­le­re Ein­kom­men für so­zi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig voll­zeit­be­schäf­tig­te Fach­kräf­te be­trug dem­nach zu­letzt 3.052 EUR brut­to im Mo­nat. Von den 52 Be­rufs­gat­tun­gen, die laut ei­ner BA-Ana­ly­se Eng­päs­se bei Fach­kräf­ten ha­ben, liegt das mitt­le­re Ent­gelt bei 26 dar­un­ter.

Am we­nigs­ten er­hal­ten mo­nat­lich dem­nach Po­do­lo­gen (Fuß­pfle­ger) mit 1.826 EUR brut­to. 74,7 Pro­zent ver­die­nen nur ei­nen Nied­rig­lohn, wo­bei der un­ter ei­ner Schwel­le von 2.203 EUR(2018) liegt. Be­son­ders nied­rig ist der Lohn auch bei Be­ru­fen in der Fleisch­ver­ar­bei­tung mit 2.123 EUR brut­to und 54,4 Pro­zent Nied­rig­lohn­an­teil.

Un­ter­durch­schnitt­lich ver­gü­tet sind un­ter an­de­rem Be­ru­fe in der Hör­ge­rä­teakus­tik mit 2.346 EUR, in der Bo­den­ver­le­gung mit 2.410 EUR so­wie Fach­kräf­te in der Über­wa­chung und War­tung der Ei­sen­bahn­in­fra­struk­tur mit 2.465 EUR. Bei Be­ru­fen in der Phy­sio­the­ra­pie sind es 2.376 EUR.

Laut der jüngs­ten Fach­kräf­teen­g­pas­s­an­ly­se der BA zeigt sich Fach­kräf­te­man­gel vor al­lem in Bau­be­ru­fen, im Ge­sund­heits- und Pfle­ge­be­reich und in ei­ni­gen tech­ni­schen Be­rufs­fel­dern. In tech­ni­schen Be­ru­fen liegt der mitt­le­re Lohn al­ler­dings oft bei mehr als 4.000 EUR. Bei Ärz­ten sind es so­gar mehr als 5.000 EUR.

Die Lin­ken-Ab­ge­ord­ne­te Sa­bi­ne Zim­mer­mann, die die An­fra­ge ge­stellt hat­te, zog aus den Zah­len den Schluss, dass der Fach­kräf­te­man­gel in vie­len Be­ru­fen haus­ge­macht sei. "In Be­ru­fen mit nied­ri­gen Löh­nen möch­ten of­fen­sicht­lich zu­neh­mend mehr Men­schen nicht ar­bei­ten", sag­te Zim­mer­mann der Deut­schen Pres­se-Agen­tur in Ber­lin. "Bei den Ar­beit­ge­bern muss end­lich ein Um­den­ken statt­fin­den." Nur gu­te Löh­ne und gu­te Ar­beits­be­din­gun­gen si­cher­ten Ar­beits- und Fach­kräf­te. Die Bun­des­re­gie­rung sei un­ter an­de­rem ge­for­dert, die Ta­rif­bin­dung zu stär­ken.

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Letzte Überarbeitung: 24. Februar 2020

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