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18/246a IG Me­tall kri­ti­siert Ein­satz von Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­gen

Die IG Me­tall hat im Zu­ge ei­ner Be­fra­gung von Be­triebs­rä­ten den Ein­satz von Leih­ar­bei­tern und die Ver­ga­be von Auf­trä­gen an Fremd­un­ter­neh­men kri­ti­siert.
Stahlkocher, Stahlindustrie

08.10.2018. (dpa/fle) - Trotz des Wirt­schafts­booms sind Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­ge in deut­schen Un­ter­neh­men nach An­ga­ben der IG Me­tall weit ver­brei­tet.

Rund 80 Pro­zent der Be­trie­be in den Bran­chen, für die die Ge­werk­schaft zu­stän­dig ist, setz­ten Leih­ar­bei­ter ein oder ver­gä­ben Auf­trä­ge an Fremd­fir­men, kri­ti­sier­te die IG Me­tall am Frei­tag in Frank­furt.

In man­chen Fäl­len wür­den so dau­er­haft Ar­beits­plät­ze in der Stamm­be­leg­schaft ver­drängt. Das zei­ge ei­ne bun­des­wei­te Be­fra­gung un­ter Be­triebs­rä­ten in 3.600 Un­ter­neh­men aus der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie, der Tex­til­bran­che so­wie der Holz und Kunst­stoff ver­ar­bei­ten­den In­dus­trie.

Gut ein Vier­tel der be­frag­ten Be­triebs­rä­te (27,5 Pro­zent) ge­ben an, dass Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­ge mit Fremd­fir­men dau­er­haft Jobs in der Stamm­be­leg­schaft er­setz­ten. Be­trof­fen von Aus­glie­de­run­gen sei­en al­le Be­rei­che von Fir­men.

Die Er­geb­nis­se zeig­ten, "dass Leih­ar­beit und Fremd­ver­ga­be im­mer stär­ker zum bil­li­ge­ren Er­satz für re­gu­lä­re Ar­beits­plät­ze ge­nutzt wer­den", kri­ti­sier­te Jörg Hof­mann, Chef der IG Me­tall. Das Aus­glie­dern von Ar­beit ge­he wei­ter­hin über das Ab­de­cken von Auf­trags­spit­zen oder an­de­re vor­über­ge­hen­de Per­so­nal­eng­päs­se hin­aus, er­klär­te er vor dem "Tag der pre­kä­ren Be­schäf­ti­gung" am Sonn­tag. Zwar ha­be die Po­li­tik Ge­set­ze ver­schärft. Doch Be­triebs­rä­te hät­ten nicht ge­nug Mit­be­stim­mungs­rech­te bei der Ver­ga­be von Auf­trä­gen an Fremd­fir­men, um Miss­brauch zu kon­trol­lie­ren.

Der Ar­beit­ge­ber­ver­band Ge­samt­me­tall wies die Kri­tik zu­rück. Der An­teil der Zeit­ar­bei­ter in der Me­tall- und Elek­tro­in­dus­trie lie­ge seit Jah­ren "kon­stant" bei rund fünf Pro­zent ge­mes­sen an den Stamm­ar­beits­plät­zen. Zu­dem sei Zeit­ar­beit in der Bran­che über Ta­rif­ver­trä­ge mit der IG Me­tall ge­re­gelt. "Ei­ne Ver­drän­gung ist an­ge­sichts die­ser Zah­len nicht zu er­ken­nen."

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Letzte Überarbeitung: 15. November 2018

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