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IG Me­tall Küs­te kri­ti­siert Zeit­ver­trä­ge

Der deut­sche Schiff­bau hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gut ent­wi­ckelt, doch die IG Me­tall Küs­te spart nicht mit Kri­tik
Schiffsbau, Schiffswerft, Reederei

13.09.2019. (dpa/fle) - Die IG Me­tall Küs­te for­dert mehr fes­te Stel­len und Aus­zu­bil­den­de auf den Werf­ten.

Zwar sei die ak­tu­el­le Zahl der Be­schäf­tig­ten im Schiffs­bau ge­gen­über dem Vor­jahr um sie­ben Pro­zent auf 18.122 ge­stie­gen, teil­te der Be­zirks­lei­ter der IG Me­tall Küs­te, Mein­hard Gei­ken, am Frei­tag bei der Prä­sen­ta­ti­on der Schiff­bau­um­fra­ge in Ham­burg mit.

Ge­ra­de auf den Werf­ten in Meck­len­burg-Vor­pom­mern sei­en in­zwi­schen dop­pelt so vie­le Men­schen be­schäf­tigt wie im Jahr 2017. Dar­an kön­ne man se­hen, dass es sich loh­ne für die Stand­or­te zu kämp­fen, sag­te Gei­ken. In Schles­wig-Hol­stein hin­ge­gen wur­de in den ver­gan­ge­nen Jah­ren prak­tisch in al­len Werf­ten Per­so­nal ab­ge­baut.

Der Schiff­bau in Deutsch­land hat sich in den ver­gan­ge­nen Jah­ren gut ent­wi­ckelt, ob­gleich die Bran­che welt­weit in ei­ne Auf­trags­kri­se ge­ra­ten ist. Das liegt an der Fo­kus­sie­rung der deut­schen Werf­ten auf High-Tech-Schif­fe, be­son­ders Kreuz­fahrt­schif­fe, Fäh­ren, Lu­xus­jach­ten und ei­ni­ge klei­ne­re Spe­zi­al­seg­men­te. Die sind auf den Welt­märk­ten nach wie vor ge­fragt, wäh­rend die Bau­werf­ten für Con­tai­ner- oder Mas­sen­gut­schif­fe in Asi­en in die Kri­se ge­rie­ten.

"Sor­ge be­rei­tet uns al­ler­dings, dass zahl­rei­che Werf­ten ver­stärkt Leih­ar­beit und Werk­ver­trä­ge nut­zen", sag­te Gei­ken. Der An­teil an Leih­ar­beit liegt laut der Be­fra­gung bei 15 Pro­zent und ist da­mit deut­lich ge­stie­gen. Im ver­gan­ge­nen Jahr be­trug die­ser Wert knapp elf Pro­zent.

Die Kri­tik der Ge­werk­schaft sei we­nig kon­struk­tiv, sag­te der Haupt­ge­schäfts­füh­rer des Ver­ban­des für Schiff­bau und Mee­res­tech­nik (VSM), Rein­hard Lü­ken. Zeit­ar­beit so­wie Werk- und Dienst­ver­trä­ge sei­en un­er­läss­lich für ei­ne ef­fi­zi­en­te Pro­duk­ti­on in Deutsch­land. Die Wett­be­werbs­fä­hig­keit auf dem oh­ne­hin schon durch un­fai­re staat­li­che Ein­grif­fe stark ver­zerr­ten glo­ba­len Markt dür­fe nicht ge­fähr­det wer­den.

Die Ge­werk­schaft for­dert auch mehr Aus­bil­dungs­plät­ze: Die Aus­bil­dungs­quo­te sei er­neut ge­sun­ken, von 6,2 Pro­zent im Jahr 2018 auf 5,9 Pro­zent. Es ge­be auch we­ni­ger dua­le Stu­den­ten. Da­bei wer­den bei­na­he al­le Azu­bis über­nom­men: Die Über­nah­me­quo­te liegt den An­ga­ben zu­fol­ge bei 99,2 Pro­zent.

An der 28. Schiff­bau­um­fra­ge be­tei­lig­ten sich die Be­triebs­rä­te von 39 Werf­ten mit ins­ge­samt 18.122 Be­schäf­tig­ten. In der Be­fra­gung geht es um Ar­beits­be­din­gun­gen, Auf­trags­la­ge und Per­spek­ti­ven im deut­schen Schiff­bau.

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Letzte Überarbeitung: 7. Oktober 2019

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